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Vincent Van Gogh war farbenblind

Vincent Van Gogh war farbenblind

Der Unterschied: Links das Original - Rechts mit Filter. (© Vincent Van Gogh)

Van Gogh Farbenblind
Der Unterschied: Links das Original - Rechts mit Filter.
Experimente von Farbexperten mit Filtern, die einem die Sicht eines Farbenblinden verschaffen, haben eine interessante Frage aufgeworfen: Hat Van Gogh so gemalt wie er gemalt hat, weil er in Wirklichkeit farbenblind war?

van gogh selbstportrait
Van Goghs Selbstportrait: links das grünlich wirkende Original, rechts die Sichtweise eines Farbenblinden.
Der japanische Farb-Experte Kazunori Asad hielt vor einiger Zeit in Hokkaido einen Vortrag über Farbenblindheit. Dabei betratete er zufällig eine Van Gogh-Illustration die sich im Raum befand durch einen Farbfilter, der den Effekt von Farbenblindheit vortäuscht. Das Ergebnis war erstaunlich: Das Werk wirkte auf ihn noch artistischer und belebter als zuvor.

Der Bildwissenschaftler entwickelte eine Technik, mit der Normalsichtige Bilder wie Farbenblinde sehen können. „In diesem Raum wird Licht durch einen optischen Filter geschleust – unterstützt durch ein modifiziertes Licht-Spektrum. Dadurch sieht eine Person mit normaler Farbsichtigkeit das Gleiche wie eine Person mit Farbenblindheit“, erklärt Asad.

Er ging seiner Theorie nach und betrachtete die verschiedensten Van Gogh Werke durch den Filter. Die Ergebnisse waren verblüffend und scheinen die Erklärung für den Grünstich vieler Van Gogh-Werke zu sein: Er war farbenblind.

Was ist farbenblind?
Personen mit einer Farbsehstörung können manche Farben weniger gut sehen als andere. Besonders häufig können sie die Farbe Grün nicht richtig erkennen. Bei der Farbenblindheit unterscheiden Mediziner Menschen, die überhaupt keine Farben wahrnehmen können (Achromasie) von solchen, die nur eine Farbe wahrnehmen können (Monochromasie).

Außerdem gibt es farbenblinde Personen, die verschiedene Farben sehen können, aber Schwierigkeiten haben, zwei Farben voneinander zu unterscheiden (Dichromasie). Die Achromasie kommt wie Gelb-Blau-Störungen nur sehr selten vor.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Der Grund: Angeborene Farbsehstörungen werden geschlechtsabhängig vererbt.

Sind Farbseh- und Farbsinnstörung therapierbar?
Eine Therapie oder vorbeugende Maßnahmen gibt es für die meisten Farbsinnstörungen wie die Rot-Grün-Blindheit und die Farbenblindheit nicht. Im Gegensatz zu den angeborenen Farbsehstörungen können erworbene Farbsinnstörungen manchmal behandelt werden: Die Therapie richtet sich dann auf die zugrunde liegende Erkrankung.



Van Gogh sternennacht
"Die Sternennacht": Rechts mit Filter, links ohne

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