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07.08.2012

0,5 statt 0,8 Promille

Handyverbot & striktere Alko-Grenzen für Radler?

RADFAHRER Wien Radfahren

Für Radler gilt aktuell die "alte" 0,8 Promille-Grenze und kein Handyverbot, teils aufgrund mangelnder rechtlicher Regelung (© APA)

Neben der Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung wird auch das Radfahren in Wien derzeit viel diskutiert: Jetzt lässt die ÖVP Wien mit der Forderung nach Telefonverbot und strikteren Promillegrenzen für Fahrer von Drahteseln aufhören.

Zuletzt stellte ja sogar Wiens Bürgermeister Michael Häupl in den Raum, sich die Einführung von Nummerntafeln an Bikes vorstellen zu können. Dies soll gegen Radrowdys wirken. Abgelehnt wurde dies - neben den Grünen - auch von der ÖVP. Deren Klubobmann Fritz Aichinger forderte aber nun, dass für Pedalritter Handyverbot und strengere Alkoholbestimmungen gelten sollen.
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Aichinger bekräftigte einmal mehr, dass er - im Gegensatz zur Wiener City-Chefin Ursula Stenzel - nichts von Nummerntafeln für Radfahrer halte. "Aber wenn schon soviel Gleichstellung der Radfahrer (zu Autolenkern, Anm.) propagiert wird, dann muss auch wirklich alles gleichgestellt werden. Dafür treten wir ein", argumentierte der Klubobmann seinen nunmehrigen Vorstoß nach strengeren Regeln.

Für Radler gilt "alte" 0,8 Promille-Grenze und kein Handyverbot
Denn zurzeit könnten Radfahrer noch mit 0,8 Promille im Blut auf den Straßen unterwegs sein, während für Autofahrer bereits ab 0,5 Promille Schluss ist. Auch das Telefonieren am Bike ist für Radler gestattet - aufgrund mangelnder Regelung.

Für Autofahrer hingegen gibt es ein Handyverbot. Eine komplette Gleichstellung der Radfahrer - mit Herabsetzung der Promillegrenze und Handyverbot - wäre somit im Sinne der allgemeinen Verkehrssicherheit, so Aichinger.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) ist ebenfalls für ein Handyverbot und die Herabsetzung der Alkolimits von 0,8 auf 0,5 Promille für Radfahrer. Dies hatte Fritz Aichinger, Klubchef der Wiener ÖVP, im APA-Gespräch gefordert. KfV-Direktor Othmar Thann sagte der APA, das Kuratorium fordere dies schon lange. Tests würden beweisen: "Ein Radfahrer ist mit Alkohol im Blut genauso reaktionsschwach und mit Handy am Ohr genauso abgelenkt, wie ein Autofahrer", betonte er zudem in einer Aussendung am Dienstag.
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Unikum und "rechtlicher Lapsus"
Es sei ein Unikum und ein "rechtlicher Lapsus", dass derzeit für Radler andere Regelungen gelten als für Autofahrer, so Thann. Eine Angleichung in der Straßenverkehrsordnung wäre leicht zu machen, zeigte er sich überzeugt. Biker dürfen derzeit mit bis zu 0,8 statt 0,5 Promille unterwegs sein und außerdem - anders als Autolenker - beim Fahren telefonieren. Denn für Pedalritter gibt es bis dato keine diesbezügliche Regelungen.

Der KfV-Chef verwies in der Aussendung auf einen Test mit freiwilligen Teilnehmern, bei dem das Kuratorium untersucht hat, wie sich Alkohol und Handy auf die Reaktionsschnelligkeit auswirken. Das Ergebnis: Telefonierende Biker büßen mehr als ein Drittel ihrer Reaktionsfähigkeit ein, wie ein Versuch am Fahrradsimulator zeigte. Außerdem mussten die Testpersonen unter Alkoholeinfluss einen Parcours zurücklegen. "Statt 13 Fehlern pro Lauf bei einer Alkoholisierung von 0,5 Promille, fuhren die Probanden bei einer Alkoholisierung von 0,8 Promille gleich 20 Mal neben der Spur", hieß es. Außerdem stieg die Reaktionszeit um knapp eine halbe Sekunde, der Anhalteweg verlängerte sich von 3,9 auf 4,6 Meter.

Thann verwies darauf, dass "in punkto Alkohol und Handy adäquate Regelungen für Radfahrer" seinerzeit übersehen worden seien. Angesichts des stetig steigenden Radverkehrs sei es nun "an der Zeit, über diese Regelungen nachzudenken".

Auch SPÖ ist dafür
Der ÖVP-Vorstoß nach einem Handyverbot und der Herabsetzung des Alkohollimits auf 0,5 Promille für Radfahrer stößt nicht nur beim Kuratorium für Verkehrssicherheit, sondern auch innerhalb der Wiener Stadtregierung auf offene Ohren. SPÖ-Klubchef Rudolf Schicker sprach sich am Mittwochnachmittag im APA-Gespräch ebenfalls dafür aus, die Regelungen für Biker an jene für Autofahrer anzugleichen.

"Als ehemaliger Verkehrspolitiker halte ich es für sehr vernünftig, dass jeder Verkehrsteilnehmer tunlichst keinen Alkohol zu sich nimmt", betonte der frühere Wiener Verkehrsstadtrat: "Man sollte die 0,5 Promille auch für Radfahrer machen." Derzeit gilt für diese eine Grenze von 0,8 Promille. Was das Telefonieren betrifft, halte er es aufgrund der eigenen Sicherheit "gescheit", so wie beim Autofahren lediglich Gespräche mit Freisprecheinrichtung führen zu dürfen. Biker können derzeit wegen mangelnder Vorgaben straffrei während der Fahrt telefonieren.

Sinnvoll wäre eine Änderung der gesetzlichen Vorgaben aber nur auf Bundesebene, betonte Schicker. Sprich: Die Straßenverkehrsordnung müsste entsprechend geändert werden. Vom grünen Koalitionspartner war bis Dienstagnachmittag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

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5 Kommentare von unseren Lesern

0

goesser1 (14)
25.09.2012 21:04

Nummerntafeln für Fahrräder ?
Achso, die wollen die Radfahrer aufschreiben, die auch unter Rücksichtnahme der Fußgänger auf dem Gehsteig fahren ? Bei echten Hochgeschwingkeits-Radrüpeln wird man wohl kaum die (kleine?) Nummerntafel beim Vorüberfahren ablesen können.
Wenn ein Radfahrer auf den Gehsteig wechselt, dann wird er das wohl kaum aus purem Vergnügen machen. Es gibt viele Straßen, die schmal sind UND und auf denen der Verkehr derart dicht ist, daß Radfahren erstens gefährlich ist und zweitens sind dann die Radfahrer auch eine Gefahr für die Autofahrer, denn dann müssen die Autofahrer ein Überholmanöver einleiten und könnten im ungünstigsten Fall mit dem Gegenverkehr kollidieren. Außerdem werden dann Autofahrer ausgebremst, bis sie endlich überholen können. Ob das den Autofahreren Spaß macht ? Übrigens ich bin Radfahrer und unfallfreier Autofahrer.

0

MadMax3 (16)
27.08.2012 12:05

Rowdytum
Wenn man sieht, wie sich viele Radfahrer verhalten (links überholen, dann rechts, wenn's gar nicht geht über den Gehsteig, Ampeln existieren in deren Gehirnen überhaupt nicht). Fußgänger werden angerempelt, autos gestreift - JA ZU NUMMERNTAFELN !!!

1

Sunny_Y (421)
07.08.2012 13:47

allen Verkehrsteilnehmern
gehört die Nutzung von Handys und das Tragen von Kopfhörern strikt verboten.

0

perdolfo (29)
07.08.2012 10:00

ehklar !
Handyverbot beim Autofahren - hahaha !

0

siska (1377)
10.08.2012 19:16

Antwort auf ehklar !
spätestens dann,wenn dir hinten am auto einer 'reindonnert, weil er durchs handyfonieren abgelenkt war, bist auch für dieses verbot! hast mi?!


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