Fans kann man sich nicht aussuchen

01. Juni 2018 05:15; Akt: 30.05.2018 13:30 Print

Diese Modemarken haben ein Nazi-Problem

Es gibt so einige Modemarken, die unfreiwillig zum "Merchandise" für Neonazis wurden. Warum dies so ist, klären wir hier.

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Auch in Neonazi-Kreisen möchte man durch Marken auffallen. Das stellt einige vor ein Problem: Wie wird man die unliebsamen Fans wieder los?

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Fred Perry

Die Kultmarke aus England wehrte sich in der Vergangenheit am heftigsten: Auf rechten Veranstaltungen sind seit Jahren die bekannten Polo-Shirts mit dem Lorbeerkranz zu finden. Einst vom Tennis-Profi Fred Perry gegründet, der ähnliche wie René Lacoste, aus seiner Berühmtheit eine Marke formte, begeistern sich Neonazis aus einem ganz anderen Grund dafür: Anfangs auf den Tennisplätzen der britischen Oberschicht zu finden, ist Fred Perry seit den 1960er Jahren Statussymbol für die britische Arbeiterklasse. Aus dieser wuchs die Neonazi-Bewegung, die auf das bekannte Textil wiederum als Anspielung auf ihre Wurzeln zurückgriff. Der Lorbeerkranz als Symbol für Sieg, tat sein übriges dazu. Seit 2014 kam Fred Perry wieder in die Schlagzeilen, als Gavin McInnes, Gründer der ultrarechten "Proud Boy"-Bewegung, dazu aufrief auf Kundgebungen Fred Perry Polos in Gelb und Schwarz zu tragen. Einem Farbcode, dem auch die österreichischen Idenditären Bewegung folgt.

Fred Perry Chef John Flynn spricht sich immer wieder öffentlich gegen den Missbrauch der T-Shirts als Erkennungsmerkmal für rechte Gruppen aus: "Wir unterstützen weder die Ideale noch die Ideen dieser Gruppen." Scheinbar bewusst, versuchte man in der Vergangenheit mit verschiedenen Testimonials für ein neues Image zu werben. Wie beispielsweise mit dem verstorbenen Pop-Star Amy Winehouse, die jüdischer Abstammung ist.

Lonsdale

Ebenfalls aus Großbritannien, ist die Marke Lonsdale nur aus einem Grund zur Berühmtheit in Neonazi-Kreisen gelangt: Trägt man eine Bomberjacke darüber offen, kann man die Buchstaben "nsda" lesen - die ersten vier Buchstaben zu Hitlers Nazi-Partei "NSDAP".

Da in Deutschland wie Österreich die Verwendung von Nazi-Symbolen und Bezeichnungen verboten sind, greifen Neonazis auf solche Codes zurück.
Lonsdale stoppte schließlich die Belieferung einschlägig bekannter Modehändler und versucht sich weltoffen: Box-Legende Muhammad Ali wird gerne als Fan der Marke zitiert.

New Balance

Ja, auch die teure Sneaker-Marke darf sich über Kundschaft aus der rechten Szene "freuen". Allerdings ist dieser Twist erst relativ neu und kam 2016, als Donald Trump zum Präsident gewählt wurde. Die Alt-Right Bewegung der USA erklärte "New Balance" als ‘Official Shoes of White People’ ("offizielle Schuhe für weiße Personen") und bescherte der Marke einen PR-Supergau.

Wie es dazu kam?
Wegen des weißen 'N' auf der Seite des Sneakers, griffen Neonazis und Mitglieder der Alt-Right auf Demonstrationen zu den teuren Sportschuhen. Doch im Gegensatz zu anderen Marken, kam keine öffentliche Distanzierung vom Firmenchef.
Als dann schließlich der "New Balance"-Pressesprecher in einem Statement verkündete, dass Donald Trump der richtige Kandidat für das Präsidentenamt sei, waren die Dämme des Social Media Shitstorms gebrochen. Dutzende Videos in denen Personen ihre New Balance Latschen in Brand steckten, gingen viral.

Die Absichten des Unternehmens waren finanzieller Natur: New Balance sprach sich stets gegen das Freihandelsabkommen TTP aus, das Ex-Präsident Barack Obama auf seiner Agenda hatte. Da die Marke in den USA produziert und durch Mitbewerber, die in Asien ihre Ware herstellen lassen, benachteiligt wurde, kam der politische Zwist in Fahrt.

Der Imageschaden scheint sich derzeit eher in den USA zu bewegen, in Europa blieb die Marke davon weitgehend unangetastet.

Alpha Industries

Eine durchwachsene Fan-Geschichte hat das Label Alpha Industries. In der neonazistischen Szene wird es getragen, weil es den verbotenen Initialen der SA des Hitler-Regimes ähnelt. In Nazi-Webshops war die Marke lange Zeit fixer Bestandteil des Sortiments. Die US-Marke versucht sich seit langem von ihren rechten Anhängern zu distanzieren und wurde in den letzten Jahren auch in Hip Hop Kreisen beliebt. So trug Rapper Bushido die Sweater auf der Bühne.

Weiters versuchen sich auch das Londoner Modelabel Ben Sherman oder Pit Bull aus Deutschland von der Neonazi-Szene zu distanzieren.

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(mia)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marie am 01.06.2018 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    .......

    So viele fehlinformationen in einem einzigen artikel. Gratulation ^

  • Alex am 01.06.2018 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Rufschädigung

    Was soll man den Medien noch glauben. Teilweise ist das ja an den Haaren herbei gezogen...

  • Unbekannt am 01.06.2018 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uniform

    Was ist mit Hugo Boss ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frank am 02.06.2018 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Adidas

    Na da sollten sie mal bei den adidas Puma Brüder nachschau halten.

  • Thomas am 02.06.2018 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Das ich nicht lache

    NA so einen Schwachsinn hab ich schon lang nicht mehr gelesen. Die hier aufgezählten Marken habe oder hatte ich auch schon mal. Und ich bin weder rechts noch links. Fred Perry tragen beide Seiten und New Balance gibt es schon seit langer Zeit im Stadion bei den Fans (hab ich auch). Aber nett diese Gratiswerbung.

  • ich schon wieder ? am 01.06.2018 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kleider machen Leute

    während links eher mit einem revolutionären Che Guevara kokettiert, hat es rechts eben mit gekreuzten Handgranaten, LoNSDAle, coNSDAPle, 88, Mord und Totschlag. ein professionelles kommerzielles linkes Modelabel fällt mir auf Anhieb nicht ein, während Thor Steinar, Ansgar Ayran und Co. 'ne Menge Knete mit den verkümmerten Egos ihrer Klamottenträger machen.

    • Favoritner am 01.06.2018 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ich schon wieder

      Sie drehen beim Tetris sicher das Quadrat

    • ich schon wieder am 01.06.2018 21:12 Report Diesen Beitrag melden

      gut gedreht ist halb gewonnen

      wie schöpferisch einfallsreich ! Ja, ich dreh die Dinger immer wie wild, könnte ja ein Sozialscharotzer auf der Oberflächn mit herunterfallen.

    • Sender am 02.06.2018 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Favoritner

      Nein er wartet auf einen Kreis.

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  • silver. am 01.06.2018 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Immer nur einschlägig

    "Warum dies so ist, klären wir hier." Werdet ihr auch in einem Artikel klären, welche Marken von Antifa und anderen hausbesetzenden Linksautonomen bevorzugt werden? Ach nein, natürlich nicht.

    • A.Fa am 01.06.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

      Dümmhaut

      Gegen Faschismus zu sein ist ja (noch) nicht strafbar, also...wo ist auch nur irgrndein Argument, Trollomat?!

    • Beobachtinator am 01.06.2018 20:00 Report Diesen Beitrag melden

      denken in schwarz/rot

      also wenn ich mir die rechte und die linke Szene so anschaue, dann trägt der linke Flügel eher schwarz, um halt auf Demos/Gegendemos/wasauchimmer ein kleines bissl gegen die allgegenwärtige (Video)Überwachung geschützt zu sein, während der rechte Flügel quasi zu 99,xx % via martialischer Konfektionierung (bzw. darüber vermittelter Textbotschaften) sein irgendwie verkümmertes Ego aufzupolieren versucht. anders kann ich es mir nicht erklären, dass es bei deren Fremdbefellung irgendwie immer um Krieg, Gewalt, (versteckten/herbeiphantasierten) Chauvinismus oder ganz allgemein um Geprolle geht.

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  • Piere am 01.06.2018 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einseitig

    Mit der linken Szene hat keiner ein Problem? Die gehen ja auch nicht nackt6

    • Penelope am 01.06.2018 19:00 Report Diesen Beitrag melden

      Natürlich hat damit in einem Land...

      ...wie Österreich niemand ein Problem. Wie sagt man doch? "Das Land der Seligen" - und selig sind bekanntlich die geistig armen ;)

    • Hypnosekröte am 01.06.2018 20:12 Report Diesen Beitrag melden

      Land & Leute

      warum Österreich immer niedermachen ? die haben hervorragende Leute wie Hubert von Goisern, Seiler & Speer und glaube auch Mozart auf dem Gewissen !

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