Bundesrat

10. Januar 2018 13:39; Akt: 10.01.2018 14:08 Print

Hummer müssen künftig vor Kochen betäubt werden

Der Schweizer Bundesrat verbietet, dass Hummer lebendig ins kochende Wasser geworfen werden. Die Tiere müssen künftig zuvor betäubt werden.

Hummer müssen künftig vor dem Kochen betäubt werden. (Bild: picturedesk.com/APA)

Hummer müssen künftig vor dem Kochen betäubt werden. (Bild: picturedesk.com/APA)

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Wer frischen Hummer, Langusten oder Bärenkrebs essen will, wird künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. Gegen den Widerstand von Gastronomen hat der Bundesrat in der Schweiz beschlossen, dass lebende Panzerkrebse vor dem Töten betäubt werden müssen.

Heute werden die Tiere in der Regel lebend ins kochende Wasser geworfen. Mit diesem heftig umstrittenen, aber weit verbreiteten Umgang mit Panzerkrebsen ist nun Schluss. In Zukunft müssen die Tiere betäubt werden, zum Beispiel mit Elektroschocks. Restaurants, die Hummer anbieten, werden also ihre Küchen nachrüsten müssen.

In Gastrokreisen hat das bereits für rote Köpfe gesorgt. Trotz Kritik in der Vernehmlassung hält der Bundesrat aber daran fest, die bisher nur für Wirbeltiere geltende Betäubungspflicht auf Panzerkrebse auszudehnen. Es müsse davon ausgegangen werden, dass diese ebenfalls leidens- und empfindungsfähig seien, schreibt er dazu.

Kein Importverbot

Auch vor der Tötung müssen Panzerkrebse schonender gehalten werden. Sie dürfen zwar gekühlt, aber nicht mehr direkt auf Eis oder in Eiswasser transportiert werden. Zudem müssen im Wasser lebende Arten neu immer in ihrem natürlichen Milieu gehalten werden. Ein Importverbot scheint hingegen nicht mehrheitsfähig. Der Nationalrat hat letzten Juni einen entsprechenden Antrag aus den Reihen der Grünen abgelehnt.

Daneben hat der Bundesrat am Mittwoch eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen zum besseren Schutz von Tieren beschlossen. Eine davon soll den Handel mit illegal importierten Hunden eindämmen: Wer einen Hund verkaufen will, muss im Inserat zwingend eine Adresse und die Herkunft des Tiers angeben. Zudem wird die Rückverfolgbarkeit importierter Hunde verbessert.

Neu sind bei Hunden sämtliche Bellstopp-Geräte verboten, die durch Lautäußerungen des Hundes automatisch ausgelöst werden, also unabhängig vom Grund des Bellens. Bisher waren Geräte, die ausschließlich Wasser oder Druckluft ausstoßen, von diesem Verbot ausgenommen.

Beim gewerbsmäßigen Verkauf von Heimtiergehegen müssen die Anbieter schriftlich darüber informieren, welche Tierart im jeweiligen Käfig gesetzeskonform gehalten werden kann. Damit soll verhindert werden, dass zu kleinen Käfige verkauft werden. Zudem müssen die Händler Informationen zur tiergerechten Haltung der jeweiligen Tierart abgeben.

Schonung für scheue Tiere

Neue Vorschriften gibt es auch für Ausstellungen oder Sportanlässe. Wer solche Anlässe organisiert, muss künftig dafür sorgen, dass die Tiere von kompetenten Personen betreut werden. Grundsätzlich liegt die Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere weiterhin bei den Halterinnen oder Haltern. Der Veranstalter muss jedoch eingreifen, wenn diese ihren Pflichten nicht nachkommen. Tiere, die durch die Situation überfordert sind, müssen aus den Veranstaltungsräumen entfernt werden.

Besonders geschont werden sollen scheue, auf Flucht eingestellte Tierarten wie Meerschweinchen, Kaninchen und Küken. Diese dürfen an Ausstellungen, Börsen oder Märkten nicht mehr in Streichelzoos gehalten werden. Permanente Streichelzoos, wo sich die Tiere in vertrauter Umgebung jederzeit zurückziehen können, sind hingegen weiterhin erlaubt.

Verschärft werden auch die Vorschriften für Tierversuche: Jedes Institut oder Labor, das Tierversuche durchführt, muss einen speziell ausgebildeten Tierschutzbeauftragten bestimmen. Die Änderungen treten am 1. März in Kraft.

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(fur/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bubi am 10.01.2018 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Tierschutz

    Das war auch allerhöchste Zeit! Auch diese Tiere haben Empfindungen und haben ein Recht auf Artgerechte Haltung. Lebende Tiere in kochendes Wasser zu werfen ist schlimmste Tierquälerei, auch bei Schnecken! Bestie = Mensch!

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  • Ennio P am 10.01.2018 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierschutz

    Dann bitte auch gleich Lebend Tier Transporte verbieten. Nur mehr zum nächstgelegenen Schlachthof und nicht quer durch Europa und bis Nahost, wo sie noch dazu geschächtet werden.

  • Luna am 10.01.2018 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Krank!

    Einfach nur krank, lebende Tiere in kochendes Wasser zu werfen! Die Dekadenz der Menschheit wird immer unerträglicher. Man kann nur hoffen, dass die Bestie Mensch eines Tages ausstirbt und die Natur und Tiere wieder ihren Planeten zurückerobern können!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gundel am 11.01.2018 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Hummer

    Es wäre wichtiger sich um Lebend Tier Transporte zu kümmern die quer durchs Land geschleppt werden als um die 5 Sekunden (dauert nicht mal so lange) wenn ein Hummer stirbt.

  • Claudia am 11.01.2018 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Schutz....

    Und es sollte noch weiter gehen: artgerechte Tierhaltung und Schlachtung der Tiere. Wenn die gesamte Menschheit wüsste wie elendig viele Tiere gehalten und geschlachtet werden, würde wohl niemand mehr Fleisch essen wollen. Und selbst jene welchen das nicht so nahe geht, sollten auch wissen wie viel Chemie oder Medikamente die Tiere zugefüttert bekommen um schneller zu wachsen welches wiederum der Mensch zu sich nimmt und wir unbewusst immer kranker bzw. fetter werden!!!

  • Tamara Scholler am 10.01.2018 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Tiere

    Supper gehört auch so, ein Tier sollte auch ein Recht haben und das is sowieso einfach nur krank ein Tier so zu tote zu quälen!!! Also da muss man psychisch komplett daneben sein!!! Und wohlgemerkt suchen sich das Tiere egal welche nicht selbst aus von uns gegessen gehalten oder sonnst was zu werden. Ein Mensch würde es auch nicht wollen, also Respekt mit der Natur bitte !!!

  • Armeen am 10.01.2018 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hummers

    ich bin selber koch und ich habe in einem Restaurant gearbeitet wo auch Hummers verkauft worden sind ich habe von Anfang an gesagt als der küchenchef sie bestellt hatte werde ich sie nicht in die kochendes Wasser werfen und töten lieber such ich mir einen anderen Job als Tiere zu töten

  • Das omen am 10.01.2018 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    wie betäubt man einen hummer?

    ein wenig propofol... und dann kann auch der kunde gut schlafen....

    • trafi12 am 10.01.2018 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Das omen

      Steht im Bericht wenn man lest, Elektroschocks!

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