Falsches Original

04. Januar 2018 09:05; Akt: 04.01.2018 10:34 Print

Italienische Tomatensoße kommt aus China

Italienische Pomodori stammen oftmals nicht mehr aus Italien, sondern aus dem Reich der Mitte - und der Kunde weiß nichts davon.

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Chinas Wirtschaft erobert immer mehr europäische Märkte: Das Reich der Mitte hat sich mittlerweile zum weltweit größten Obst- und Gemüseproduzenten entwickelt und ist zum größten Lieferant von Agrarprodukten für Italien geworden. So stammen angeblich original italienische Pomodori oftmals nicht mehr aus Italien, sondern eben aus China - ohne entsprechende Kennzeichnung. Denn sobald ein Lebensmittel in Europa verarbeitet wird, entfällt die Pflicht, die Rohware nach der Herkunft zu kennzeichnen.

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Diesem Thema widmete das ORF-"Weltjournal" am Mittwochabend zwei Reportagen mit den Titeln "China - Die neue Weltmacht" und "Tomate global - Pomodori aus China". Und zeigte damit, dass für die Händler chinesische Tomaten ein gutes Geschäft sind. Schließlich arbeiten die Chinesen mit viel niedrigeren Lohnkosten und auch die Umweltauflagen sind weniger streng. Und so überschwemmt China Europa mit Lebensmittel, die qualitativ oft fragwürdig sind oder Zusatzstoffe enthalten, die nicht gekennzeichnet werden.

Reines Exportprodukt

Dabei wird in der chinesischen Küche selbst kaum Tomatensoße verwendet. Die erzeugte Tomaten-Paste ist daher Großteils für den Export nach Europa und Afrika bestimmt. Zu den Abnehmern der billigen Ware des chinesischen Marktführers Cofco Tunhe Group würden auch große Konzerne wie Heinz, Unilever oder Nestle zählen, die die chinesischen Tomaten zu Produkten wie Ketchup oder Tomaten-Sugo weiterverarbeiten und so die ursprüngliche Herkunft nicht angeben müssen.

Know How aus Italien

Zumindest die Geräte zur Verarbeitung der Tomaten stammen aber aus Parma. "Italien hat uns das Know How angeboten. Man hat uns gezeigt, wie man effizient produziert. Die Italiener haben alles organisiert", erklärte der Tomaten-Produzent General Liu Yi gegenüber dem ORF.

Dank des Technologietransfers ist China heute der größte Exporteur des sogenannten "roten Goldes". Jedes Jahr verlässt etwa eine Million Tonnen des Tomatenkonzentrats den Hafen von Changji - unter anderem auch nach Italien.

Dort wird das chinesische Konzentrat dann weiterverarbeitet, indem man es mit Wasser verdünnt und Salz beigibt, bevor die Konserven weiter nach Afrika, den Nahen Osten und ganz Europa exportiert werden. Ein Verfahren, bei dem der Eindruck entsteht, dass die Tomaten in der italienischen Sonne gereift sind. Dabei ist an den Produkten oft nichts italienisch außer der Name auf der Verpackung.

Tomatensoße aus Sojabohnen

Auch die Reinheit des Produktes lässt dementsprechend zu wünschen übrig. Denn die Tomatenpaste aus China besteht lediglich zu 45 Prozent aus Tomaten. Bei den restlichen 55 Prozent handelt es sich um Zusatzstoffe wie Sojabohnen, Malzzucker, Stärke und Farbstoffe, die billiger als Tomaten sind, aber oft nicht auf der Verpackung angegeben werden. Ein weiteres Problem sind Pestizide und Schwermetalle, deren Einsatz in China zum Alltag gehört.

(kiky)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 04.01.2018 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle EU!

    Aber gegen solche minderwertigen Produkte, das ein- und ausführen solcher, nicht gekennzeichnet werden müßen, etc. macht die EU gar nichts!

  • Günther Prien am 04.01.2018 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig heissen muß es:

    "Was kommt im Jahr 2018 NICHT aus China! ???

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  • Calimero am 04.01.2018 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Betrug

    Italien oder ein anderes Land bietet überhaupt nichts an ! Die Wahrheit ist sperren Firmen in Europa zu werden blitzschnell Maschinen und Geräte von Chinesen gekauft ! Uhrenindustrie : Wenn eine chinesische Uhr 50% Schweizer Bestandteile hat darf schon Swiss Made am Zifferblatt stehen !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 06.01.2018 01:15 Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr China für Österreich

    Hauptsache die Österreicher gehen massenweise in China-Restaurants oder kaufen Ostasiatische Lebensmittel,dafür aber kaufen sie nix aus Ländern von ihren Östlichen Nachbarn zum Beispiel.

  • max schmächig am 05.01.2018 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    wer kauft ital-pomodori?

    würde mir nie passieren, das sind nur tomaten, die müssen nicht aus italien kommen, nie und nimmer! das kaufen doch nur ausland-italiener!

  • Hans-Ludwig am 05.01.2018 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Das ist doch bewusste und gezielte Irreführung der Konsumenten. Und so viel ich weiss ist dies doch gesetzlich verboten. Wo liegt also das Problem? Wohl wieder einmal nicht bei den Chinesen, sondern beim umsetzen hiesiger Gesetze und Regeln. Aber das die wahre Volksgesundheit den Regierungen, aus welchen gründen auch immer am ars.. vorbei geht, ist auch nichts neues. Siehe Zuckerkonsum, Alkoholkonsum, Tabakkonsum, u.s.w.

  • MElisabeth1964 am 05.01.2018 06:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wie gut das ich kochen kann.

    Wie gut das ich kochen kann und so einen Müll nicht kaufe. Wer lesen kann, kann auch kochen. Wer zu faul dazu ist, ist selbst schuld.

    • Marcella am 05.01.2018 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MElisabeth1964

      Sie können LESEN und kochen? Spannend - das heißt also, dass sie für Sugo und Co zB kein Tomatenmark benötigen? Denn genau um diese Irreführung geht es im Artikel.... aber es kann ja nicht jeder seine Tomaten auf der eigenen Bio-Farm ziehen - wie sie augenscheinlich... ;)

    • Swabo am 05.01.2018 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marcella

      Man merkt, Sie können definitiv nicht kochen und was noch schwerer wiegt auch nicht nachhaltig einkaufen. Toi, toi, toi, für die Zukunft

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  • KroKo's am 05.01.2018 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Taste it!

    Tomate kochen, sieben fertig. 13 min. Arbeit davon sind 10min kochen lassen und ein paar Sekunden mit der Flotte Lotte .. Günstiger und vielllll besser ..