Abnehmen? So nicht!

16. November 2011 17:08; Akt: 18.11.2011 17:53 Print

Die 10 größten Diätlügen aufgedeckt

Werbung und Nahrungsmittelindustrie reden uns laufend ein, wie wir am besten abnehmen, ohne uns zu bewegen. Täglich werden uns neue Abnehm-Märchen aufgetischt. Heute.at macht mir den größten Diät-Irrtümern Schluss.

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Werbung und Nahrungsmittelindustrie reden uns laufend ein, wie wir am besten abnehmen, ohne uns zu bewegen. Täglich werden uns neue Abnehm-Märchen aufgetischt. Heute.at macht mit den größten Diät-Irrtümern Schluss.

Abnehmen im Schlaf oder durch Verzicht auf Zucker? Diät mit Light-Produkten? Alles eine große Lüge. Lesen Sie auf den nächsten Seiten, mit welchen haarsträubenden Märchen wir täglich konfrontiert werden, um unsere Kilos besser in den Griff zu bekommen.

Diätlüge 1: Abnehmen durch Zucker-Verzicht.

Falsch. Viele sitzen der Lüge auf, mit zuckerfreier Diät abnehmen zu können. Fakt ist: Keiner kann sich zuckerfrei ernähren. Denn Stärke, die der Körper in Zucker umwandelt, ist in vielen Lebensmitteln enthalten, etwa in Kartoffeln, Getreide, Brot. Zucker ist der Energielieferant für das Gehirn. Wer darauf verzichtet, läuft Gefahr, Konzentrationsschwierigkeiten zu bekommen.

Auch für jene, die körperliche Arbeit verrichten müssen oder Sport betreiben, ist Zucker enorm wichtig. Denn Zucker (Glukose) liefert den Treibstoff des Lebens. Leber und Muskeln speichern immer einen Rest Glukose, damit der Körper bei plötzlichen Anstrengungen sofort versorgt wird. Zuckerhaltige Speisen, wie Schokolade, beinhalten vor allem zu viel Fett. Und darum machen sie dick.

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Diätlüge 2: Abnehmen im Schlaf.

Falsch. Schlank im Schlaf oder Abnehmen im Schlaf sind zwar tolle Slogans, aber einer ernährungswissenschaftlichen Prüfung halten sie nicht stand, so Medizinjournalist Sven-David Müller. Wer abnehmen möchte, braucht eine negative Energiebilanz. Wenn der Körper weniger Kalorien über die Nahrung erhält, als er verbraucht, baut der Organismus Masse ab. Bei vielen Menschen ist die Energiebilanz durch Bewegungsmangel und Überernährung dauerhaft positiv, so dass der Organismus reichlich Fett in die Fettzellen einlagert.

Wann die Energie zugeführt oder verbraucht wird, ist dabei nicht entscheidend und natürlich baut der Körper nicht in erster Linie in der Nacht Körperfettgewebe ab. Abnehmen im Schlaf ist letztlich eine dicke Diätlüge und ein Wunschtraum von übergewichtigen Menschen, der sich nicht erfüllen kann.

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Diätlüge 3: Abnehmen mit Trennkost.

Falsch. Die Trennung von Kohlenhydraten und Proteinen, wie es bei der Hay´schen Trennkost vorgegeben ist, macht nicht schlank. Laut Studien gibt es praktisch keine Lebensmittel, die ausschließlich Kohlenhydrate oder Eiweiß enthalten. Die meisten weisen beide Nahrungsbestandteile auf. Außerdem ist heute bekannt, dass sie in unterschiedlichen Darmbereichen verdaut werden – sich also nicht gegenseitig im Körper behindern.

Reichlich Gemüse und Frischobst zu verzehren, wie es bei der Hay´schen Trennkost üblich ist, zeichnet aber eine gesunde Ernährungsweise aus. Von der Trennung von Kohlenhydraten und Proteinen profitiert der Mensch aber nicht.

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Diätlüge 4: Abnehmen mit Light-Produkten.

„Fettarm“ oder „light“: Das Angebot an Produkten, die weniger Fett oder weniger Zucker enthalten, steigt täglich. Die Bezeichnungen suggerieren, dass man mit diesen Produkten Kilos abbauen kann, ohne zu hungern. Fakt ist: Diese Produkte haben zwar weniger Kalorien. Dafür sind sie meist angereichert mit mehr Zucker. Und: Die Produkte sättigen schlechter. So essen die meisten mehr davon. Dadurch bleibt die Kalorienmenge dieselbe.


 

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Diätlüge 5: Abnehmen durch Fasten.

Falsch. Die Betreiber von Fastenkliniken bewerben Fasten als ideale Diätkur. Aber Fasten ist gefährlich und endet oft sogar tödlich. Fasten, Heilfasten oder andere Crashdiäten sind proteinarm oder sogar proteinfrei. Der Körper  ist aber auf die regelmäßige, möglichst tägliche, Proteinzufuhr angewiesen. Andernfalls baut er Proteine aus dem Muskelgewebe ab. Dabei steigt nicht nur der Harnsäurespiegel an (Gichtgefahr), auch der Energiebedarf fällt ab. Darum nehmen die meisten Fasten-Patienten nach ihrer Kur rasch wieder zu. Der berühmte "Jojo-Effekt" setzt ein. Außerdem wird das Gewebe schlaff. Der Effekt: Cellulite.

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Diätlüge 6: Abnehmen durch Wiegen

Falsch. Wer sich täglich - auch mehrmals - auf die Waage stellt, lässt sich nur das Körpergewicht in Kilogramm anzeigen. Die Waage macht keine Aussage darüber, ob Fettgewebe, Muskelmasse oder Wasser abgebaut oder ausgeschieden wurde. Daher ist die Aussage, dass die Waage blind ist, berechtigt. Wer Genaueres über seine Körperzusammensetzung wissen möchte, benötigt eine so genannte Fettwaage, die anhand einer bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA) analysiert, wie viel Körperwasser, Magermasse (insbesondere Muskelmasse) und natürlich Fettgewebe ein Körper enthält. Im Rahmen der Verlaufskontrolle erlaubt es die BIA auch, festzustellen, ob eine Reduktionskost richtig wirkt und vorrangig Fettgewebe abbaut und die Muskelmasse weitgehend erhalten bleibt.

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Diätlüge 7: Abnehmen durch Hungern.

Falsch. Viele Crashdiäten machen nicht satt. Hunger ist ja bekanntlich der Feind des Übergewichtigen. Gro´ßer Appetit führt zu Frustration und das fördert die Entstehung von Übergewicht. Wissenschaftliche Studien beweisen, dass eine Reduktionskost mit 1.500 Kilokalorien dauerhaft das Gewicht effektiver senkt, als eine Diät mit nur 1.000 Kilokalorien. Eine sinnvolle Reduktionskost macht satt und schlank. Außerdem beugt sie Appetit und Hungerattacken vor. Tipp: Essen Sie kalorienarme und sättigende Lebensmittel wie Frischobst, Gemüse in roher und gekochter Form und Hülsenfrüchte in moderaten Mengen, grobe Vollkornprodukte und fettarme Eiweißlieferanten wie Seefisch und Hüttenkäse.

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Diätlüge 8: Abnehmen durch Dinner-Cancelling.

Falsch. Einfach auf das Abendessen zu verzichten, klingt plausibel, um abzunehmen. Wer am späten Nachmittag die letzte Mahlzeit zu sich nimmt und erst morgens wieder essen darf, wird allerdings wahrscheinlich Schlafstörungen haben, weil ihn nachts der Hunger plagt. Die guten Vorsätze sind schnell futsch, wenn der Magen knurrt und der Kühlschrank lockt. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich über die lange Essenspause so viel Hunger und Appetit anstauen, dass das Frühstück größer ausfällt, als geplant.

Dinner-Cancelling funktioneirt dann gut, wenn mandarauf achtet, was man den restlichen Tag über konsumiert. Es kommt auf die Energiebilanz des gesamten Tages an, und nicht, wann man wie viel isst.

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Diätlüge 9: Abnehmen mit vielen kleinen Mahlzeiten

Falsch. Welcher Rhythmus für die Einnahme von Mahlzeiten am besten ist, ist individuell verschieden und für die Abnahme von Gewicht unbedeutend. Ausschlaggebend ist vielmehr, wie viel dabei konsumiert wird. Die Energiebilanz des gesamten Tages ist entscheidend. Ob dabei zwei oder fünf Mahlzeiten eingenommen werden, ist egal. Die Gesamtkalorienmenge sollte geringer sein als die Energiemenge, die der Körper verbrennt. Nur durch dieses Minus – weniger Kalorien aufnehmen, als man verbraucht – ist der Körper gezwungen, auf Fettreserven zurückzugreifen und nimmt ab.

Meistens entsteht Übergewicht außerdem nicht durch die Hauptmahlzeiten. Zu Buche schlägt vor allem das, was jemand danach und dazwischen isst.

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Diätlüge 10: Abnehmen mit Müsli.

Falsch. Nur die wenigsten Müsli sind auch wirklich gesund. Vor allem Fertigmüsli aus dem Supermarktregal strotzen vor Kristall- oder Fruchtzucker. Die meisten Müsli sind also reine Kalorienbomben. Wer wirklich gesund frühstücken will, der mischt sich sein Müsli aus zuckerfreien Zutaten täglich selbst.

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