Neuer Süßstoff

08. Februar 2012 01:04; Akt: 08.02.2012 14:22 Print

Stevia - Naschen und dabei Abnehmen?

Stevia gilt als neuer natürlicher Ersatz für Zucker. Der Stoff ist 300-mal so süß wie normaler Zucker, macht nicht dick und verursacht kein Karies.

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Stevia gilt als der neue Ersatzstoff für Zucker. Es ist 300-mal so süß wie normaler Zucker, macht dabei aber nicht dick und verursacht auch keinen Karies.

Ist das Extrakt aus der Pflanze wirklich ein gesunder Zuckerersatz? Wird der Traum aller Figurbewussten wahr, nämlich Naschen ohne Reue?

Was ist also nun dran an der­ Süße aus der Pflanze?

Heute.at versorgt Sie mit den wichtigsten Fakten zur süßen "Wunderpflanze". Klicken Sie sich also durch die nächsten Seiten und werden Sie zum Stevia-Experten!

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Was ist Stevia?

Stevia wird aus einer Pflanze gewonnen. Die Stevia rebaudiana, wie ihr botanischer Name lautet, ist eine Strauchpflanze, die ursprünglich in Südamerika beheimatet ist.

Sie wird auch Süßblatt, Süßkraut oder Honigkraut genannt - was ihre Funktion ziemlich genau beschreibt. Schon vor vielen Jahrhunderten nutzten lateinamerikanische Indigene ihre Blätter, um Tee damit zu süßen.

Nach Europa kam die Stevia wesentlich später, vermutlich im 16. Jahrhundert. Weitere drei Jahrhunderte später, Ende des 19. Jahrhunderts, wurde sie erstmals wissenschaftlich untersucht. Inzwischen werden Steviablätter in vielen Ländern als Zuckerersatz verwendet, seit Dezember 2011 ist das auch in der EU möglich.

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Was steckt in der "Wunderpflanze"?

Neben vielen pflanzlichen Wirkstoffen enthält die Stevia sogenannte Glykoside, süß schmeckende Moleküle. Das wichtigste ist das Steviosid.

Die Stevia-Pflanze hat die 30-fache Süße von herkömmlichem Zucker. Industriell konzentriert als Extrakt ist seine Süßkraft sogar bis zu 300-mal stärker.

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Übergewicht, Diabetes, Karies - kein Thema mehr?

Zucker kann krank machen und Krankheiten fördern (beispielsweise Karies, Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Stevia enthält fast keine Kalorien und ist überdies auch für Diabetiker geeignet.

Übergewicht, Diabetes, Karies - also alles kein Thema mehr? Fans sehen in Stevia eine Art Wundergewächs. Süßen ohne Kalorien - da purzeln die überflüssigen Kilos.

Auch Diabetiker profitieren, weil Stevia keine Kohlenhydrate enthält und somit keine Blutzuckerschwankungen auslöst.

Und als wäre das alles nicht schon genug, schützt Stevia auch noch die Zähne vor Karies. Denn es hemmt die Plaquebildung. Im Grunde gleicht die Pflanze also alle Nachteile, die Zucker mit sich bringt, aus.

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Wie wird der Süßstoff gewonnen?

Die süßen Inhaltsstoffe der Stevia-Pflanze nennen sich Steviol. Gewonnen werden sie aus den Blättern der Pflanze.

Zunächst werden die Blätter getrocknet, dann löst man mit Hilfe von Wasser oder Alkohol die gewünschten Inhaltsstoffe heraus. Später wird die Substanz gereinigt und auskristallisiert.

Weil die Herstellung ein chemisches Verfahren ist, dürfen die Stevia-Süßstoffe aber nicht „natürliches Süßungsmittel“ genannt werden.

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In welchen Lebensmitteln kommt Stevia zur Anwendung?

In der Lebensmittelindustrie kann Stevia in vielen Produkten verarbeitet werden. Also etwa in Eiscreme, Joghurt oder Marmelade. Natürlich und besonders auch in Süßspeisen wie etwa Schkoloade-Erzeugnissen.

Anhand der kennzeichnenden E-Nummer (E 960) erkennen Sie auf der Verpackung, ob mit Stevia gesüßt wurde.

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Hat normaler Zucker nun ausgedient?

Wegen seiner Eigenschaften wird Stevia in Zukunft vermehrt in kalorienarmen Produkten, wie etwa Cola light verwendet werden.

Coca-Cola hat bereits rund 30 Patente auf kalorienarme Produkte mit Stevia angemeldet. Wann diese bei uns auf den Markt kommen, steht aber noch nicht fest.

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Kann man mit Stevia auch Backen?

Stevia ist vielseitig einsetzbar, wie es auch Zucker ist. Am einfachsten ist es, Getränke damit zu süßen. Aber auch beim Kochen und Backen ist Stevia nützlich - bei letzterem allerdings mit Einschränkungen.

Dies gilt besonders bei Keksen und teiglastigen Kuchen, da Zucker ein höheres Volumen hat. Würde man ihn beim Backen durch Stevia ersetzen, ergäben sich andere Mengenverhältnisse.

Erfahrene Nutzer raten, die fehlende Masse durch Mehl, geriebene Nüsse, Haferflocken und ähnliches auszugleichen. Es gibt Backbücher und Rezepte mit Stevia, an denen man sich orientieren kann.

Außerdem muss man sich darauf einstellen, dass die Backwaren nicht so braun werden wie mit Zucker. Stevia bleibt auch bei Hitze oder in säurehaltigen Lebensmitteln stabil und verliert ihre Säure nicht.

Allerdings lässt sich etwa Marmelade mit Stevia nur eingeschränkt kochen. Zucker konserviert und sorgt dafür, dass die Frucht geliert, Stevia jedoch nicht.