Keine Gewebeproben

19. Januar 2018 13:31; Akt: 19.01.2018 13:57 Print

Neuer Test erkennt Krebs durch Blut-Untersuchung

US-Forscher haben eine "Flüssigbiopsie" entwickelt, mit der Krebs schnell und unkompliziert im Blut festgestellt werden kann.

Noch nicht alle Krebsarten werden zuverlässig erkannt. (Bild: iStock)

Noch nicht alle Krebsarten werden zuverlässig erkannt. (Bild: iStock)

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Tumorzellen hinterlassen Spuren im Blut. Da liegt es für US-Forscher nahe, das Blut nach Krebsspuren zu untersuchen, anstatt Patienten mit der unangenehmen Entnahme von Gewebeproben zu nerven. „Flüssigbiopsie“ heißt das neue Testverfahren.

An dieser Methode arbeiten zahlreiche Labors weltweit, unter anderem ein Team der Johns Hopkins Universität in Baltimore, die ihren Test nun im Fachjournal „Science“ vorgestellt hat.

Suche nach Biomarker

Der schnelle Test sucht nach veränderter DNA, die im Blut treibt und von sterbenden Krebszellen stammt. Außerdem wird nach acht Proteinen gespäht, die mit Krebs in Verbindung gebracht werden. Die Kombination dieser Biomarker scheint vielversprechend, meint das 42-köpfige Forscherteam.

Die Krebsart bestimmen

Die Hoffnung: Die Tests sollen nicht nur zeigen, dass eine Person Krebs hat, sondern auch welches Organ betroffen ist. Konkret waren es in der Studie: Lunge, Magen, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre, Eierstock, Leber, Dickdarm und Brust.

Laut dem US-Team hat der Test bei bisher 1.005 Patienten 70 Prozent der Erkrankungen erkannt. Es gab allerdings je nach Krebsart eine große Schwankungsbreite. Eierstockkrebs wurde gut erkannt. Bei Brustkrebs übersah der Test aber zwei Drittel der Erkrankungen.

Die Zuverlässigkeit

Das Problem: Die kranken Testpersonen hatten meist Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Entscheidend wäre aber, Krebs frühzeitig zu erkennen. Dafür ist die Methode aber noch nicht zuverlässig genug. Es müsse also noch dringend an der Weiterentwicklung gearbeitet werden, warnte die Deutsche Gesellschaft für Pathologie.


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(red)

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