Rekord-Pollenwerte

14. März 2018 13:17; Akt: 15.03.2018 07:20 Print

Allergikern blüht heuer besondere Leidenszeit

Das wechselhafte Wetter macht sich beim Pollenflug bemerkbar. Während die klirrende Kälte im Februar Allergikern zugute kam, wird die Belastung jetzt wieder intensiv.

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Im Frühling und Sommer gibt es leider keine 100-prozentig sichere Methode, den Kontakt mit Pollen zu vermeiden. Gewisse Verhaltensmaßnahmen können allerdings beim Minimieren der Belastung helfen Der Pollenflugkalender ist Ihr Freund: Eine gute und zuverlässige Adresse ist hier etwa die Pollenflugprognose des Österreichischen Pollenwarndienstes. Die täglichen Werte sind auch über die Gratis-App abrufbar. Spezielle Pollenschutzgitter erschweren den Allergieauslösern den Weg in die eigenen vier Wände und erlauben so häufigeres Lüften. Selbiges gilt für Allergenfilter bei Klimaanlagen. Laubbäume filtern Pollen, Spaziergänge im Wald sind aus diesem Grund besser als jene in Wiesenlandschaften. Wichtig: Der Wald muss frei sein von Allergenen, auf die Betroffene reagieren. Befreien Sie sich beim Betreten der eigenen vier Wände immer gleich von den Pollen, die an Ihnen haften. Ein sofortiges Wechseln der Kleidung helfen, die Pollen von Wohnräumen fernzuhalten. Haarewaschen vor dem Zubettgehen verhilft zusätzlich zu einer erholsamen Nacht ohne Pollenbelastung. Auch die Tageszeit spielt eine Rolle: In ländlichen Gebieten ist die Belastung in der Früh am höchsten, in Städten werden die Spitzenwerte zur Mittagszeit beziehungsweise am Nachmittag verzeichnet. Generell gilt: Vor einsetzendem Regen ist die Pollenbelastung besonders hoch - danach wieder niedriger. Gelüftet werden sollte nur zu belastungsarmen Tageszeiten und abends. Wäsche sollte nicht im Freien zum Trocknen aufgehängt werden. Fenster und Schiebedach sollten während Autofahrten geschlossen werden. In der Lüftung des Autos kann zusätzlich ein Pollenfilter installiert werden.

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Aufgrund des milden Jänners startete die Pollensaison heuer schon etwas früher als im langjährigen Schnitt. Allen voran Erle und Hasel begannen früh zu blühen. Die klirrende Kälte im Februar bremste den Pollenflug dann zwar wieder ab, doch mit der plötzlichen Wärme von vergangener Woche kam auch wieder der Pollenflug der Frühblüher in Schwung. Dazu steht die Blüte der Birke bevor und "die wird es heuer in sich haben", informiert Katharina Bastl vom Österreichischen Pollenwarndienst der MedUni Wien. Die Birkenpollensaison wird laut Experten heuer gar Rekordwerte erreichen.

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Die Biologin gibt aber auch Hoffnung, denn ein intensiver Pollenflug bedeute nicht zwingend, dass die empfundene Belastung genauso stark sei. Wird es kontinuierlich wärmer, so kann sich der Körper besser auf die Belastung einstellen und empfindet die Saison insgesamt nicht so stark. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Gibt es weiterhin starke Temperaturschwankungen, werden die Belastungen bedeutend stärker erlebt, als bei einem langsam ansteigenden Pollenflug.

Früherkennung besonders wichtig

Allergiker sollten sich in jedem Fall rüsten, denn eine Pollenallergie ist nicht einfach nur lästig. Sie betrifft den gesamten Körper. "Sind Allergiker ihren Beschwerde-Auslösern ausgesetzt, verändert sich auch das Blutbild", erklärt Erika Jensen-Jarolim von der MedUni. So sinkt die Zahl der roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff aus der Lunge durch den Körper transportieren, und das Krankheitsgefühl verstärkt sich.

Die typischen sichtbaren Symptome wie eine rinnende oder permanent verstopfte Nase, Augenjucken und Niesen sind also oft nur die Spitze des Eisbergs, weshalb die rechtzeitige und exakte Diagnose sowie ein früher Therapiebeginn eine ganz entscheidende Rolle für den weiteren Verlauf der Erkrankung spielen. Ist die Allergie festgestellt, können Pollenallergiker ihre Beschwerden durch konsequente Allergenvermeidung – hier hilft der Pollenwarndienst – und die spezifische Immuntherapie spürbar und nachhaltig eindämmen. "Rechtzeitige und konsequente Behandlung zahlt sich in jedem Fall aus, passiert aber immer noch viel zu selten", so Christian A. Müller von der Uniklinik für HNO-Krankheiten.

App warnt vor Pollenflug

Betroffene können sich über den Pollenwarndienst, auch als App, informieren. "Die User erhalten einen raschen Überblick, wie hoch die Belastung zu jeder Stunde des Tages ist", beschreibt Uwe E. Berger, Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes, die Pollen-App, die Jahr für Jahr neue Services dazu bekommt.

Tipps für Pollen-Allergiker von netdoktor.at finden Sie in der Diashow oben!


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(red)

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