"Umfassendste Studie"

27. August 2018 15:04; Akt: 27.08.2018 15:04 Print

Schon kleine Mengen Alkohol schaden

Es heißt: Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Doch laut einer neuen Studie sollte man das vielleicht besser tun.

Schon kleine Mengen Alkohol schaden der Gesundheit (Bild: iStock (Symbolbild))

Schon kleine Mengen Alkohol schaden der Gesundheit (Bild: iStock (Symbolbild))

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Auch geringer Alkoholkonsum birgt gesundheitliche Risiken. Zu diesem Schluss gelangen die Autoren einer Studie über den weltweiten Konsum alkoholischer Getränke und den Zusammenhang mit 23 Krankheiten.

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"Frühere Studien haben eine schützende Wirkung von Alkohol unter bestimmten Bedingungen ergeben", erklärt Max Griswold von der University of Washington in Seattle, "aber wir haben festgestellt, dass die kombinierten Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit Alkohol mit jedem Quantum Alkohol steigen."

Weltweit 2,8 Millionen Todesfälle pro Jahr

Die Forscher um Griswold und Emmanuela Gakidou, ebenfalls von der University of Washington, haben 694 Studien über Alkoholkonsum und 592 Studien über Gesundheitsrisiken durch den Genuss von Alkohol ausgewertet. Die im Fachjournal "The Lancet" vorgestellten Daten umfassen die Bevölkerung von 15 bis 95 Jahren in 195 Ländern. Demnach stehen weltweit 2,8 Millionen Todesfälle pro Jahr mit dem Konsum von Alkohol in Verbindung.

Die konkreten Todesursachen unterscheiden sich je nach Alter: In der Altersgruppe der 15- bis 49-Jährigen sind Tuberkulose, Verkehrsunfälle und Selbstverletzung am häufigsten. Bei den Menschen ab 50 Jahren hat Krebs den höchsten Anteil an den alkoholbedingten Todesursachen. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Alle Altersgruppen zusammengenommen, lassen sich 2,2 Prozent der Tode von Frauen und 6,8 Prozent der Tode von Männern auf Alkoholkonsum zurückführen.

Auch bei der durchschnittlichen Alkoholmenge pro Tag zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Den höchsten Alkoholkonsum erfassten die Forscher bei Männern in Rumänien (durchschnittlich 8,2 Einheiten), Portugal und Luxemburg (jeweils 7,2 Einheiten). Bei den Frauen weisen die Ukraine (4,2 Einheiten), Andorra und Luxemburg (jeweils 3,4 Einheiten) die höchsten Werte auf.

Positive gegen negative Effekte

Weil in diversen Studien positive Effekte von mäßigem Alkoholkonsum auf Diabetes oder die Erkrankung der Herzkranzgefäße festgestellt wurden, rechneten die Forscher dies gegen die negativen Folgen. "Aber insbesondere der starke Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und dem Risiko von Krebs, Verletzungen und Infektionskrankheiten gleicht die schützenden Wirkungen für Erkrankungen der Herzkranzgefäße bei Frauen in unserer Studie aus", erklärt Griswold.

Zehn Gramm Alkohol pro Tag erhöhen das Risiko, eine alkoholbedingte Krankheit zu bekommen, demnach um 0,5 Prozent. Bei 20 Gramm pro Tag steigt das Risiko bereits um 7 Prozent und mit jeder täglichen Alkoholeinheit mehr wird es noch größer.

Konsequenzen gefordert

"Weltweit müssen wir die Alkoholkontrollpolitik und Gesundheitsprogramme überdenken und Empfehlungen für den Verzicht auf Alkohol in Erwägung ziehen", ist Gakidou überzeugt. In einem Kommentar zur Studie schreiben Robyn Burton und Nick Sheron vom King's College London, die Studie sei die bisher umfassendste Schätzung der globalen Belastung durch Alkoholkonsum.

Auch sie fordern politische Konsequenzen: "Die Lösungen sind einfach: Eine Erhöhung der Besteuerung schafft Einkommen für bedrängte Gesundheitsministerien, und wenn Kinder weniger dem Alkoholmarketing ausgesetzt sind, hat das keine Nachteile."

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Katja am 27.08.2018 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Online-Redakteur musste man sein

    Schlimm, dass der Verfasser der Abstimmung nicht zwischen "Massen" und "Maßen" unterscheiden kann ... Na ja, "Heute"-Niveau halt ... Bin immer wieder über das Niveau der Online-Redakteure entsetzt, wenn ich einmal im Jahr einen Blick hier herein wage ...

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  • Ulrike am 27.08.2018 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt deppert sowas

    Wie bitte? Also ich darf tödliches Suchtgift konsumieren. Aber gesundes Cannabis nicht. Millionen Alkohol tote jährlich. Null tote durch Cannabis konsum. Das Cannabis verbot ist doch Verfassungswidrig. Aber sowas von. Ich darf also legal tödliches gift in unmengen komsumieren. Aber meine Schmerzen mit Cannabis heilen ist ilegal? Wie bescheuert ist das denn.

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  • fireone am 28.08.2018 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Alles was Spaß macht,

    ist entweder verboten, unmoralisch oder es macht dick.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Brandineser am 29.08.2018 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Auch wenns abgedroschen klingt

    Kein Alkohol ist auch keine Lösung

  • Perkele am 28.08.2018 22:00 Report Diesen Beitrag melden

    Genuß

    Stumpfsinnige Arbeit schadet dem Gehirn mehr als ein Glas Wein oder ein kleines Bier.

  • Beo Bachter am 28.08.2018 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Studie über Studie

    und die meisten widersprechen sich. Damit kann man ja schön die Menschen piesacken und manipulieren. Die 'Menschenschützer' überschlagen sich mit diesen. Ich mag zB keinen Tequila, sollte ich jetzt auch eine Studie machen?

  • Baldi am 28.08.2018 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Don Promillo

    Kann ich nicht glauben, unser EU Kommisar J.C.Junker müßte schon lange das zeitliche gesegnet haben.

  • fireone am 28.08.2018 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Alles was Spaß macht,

    ist entweder verboten, unmoralisch oder es macht dick.

    • Hans am 28.08.2018 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @fireone

      Alkohol konsumieren kommt einem schleichenden Suizid gleich. Ob das wirklich spass macht, dass wage ich zu bezweifeln. Bessere Aufklärung über das tödliche Suchtgift schon im Kindergarten könnte eine Lösung sein. Aber sicher nicht mit Bier Werbung im TV u.s.w.

    • Proletheus am 28.08.2018 18:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Hans: Nur mehr Werbung

      für 'gesunde' Müslis, die krebserregende Stoffe beinhalten und für unzählige Kranke sorgen? oder zuckerhältige Limos? Giftschleudernde Autos? Fragwürdige Nahrungsergänzungsmittel? Denken kommt auch einem schleichenden Suizid gleich - Paranoia kills

    • fireone am 29.08.2018 07:43 Report Diesen Beitrag melden

      Zu Tode gefürchtet

      ist auch gestorben. Wie ich schon einmal hier schrieb, es kommt auf den Unterschied an, genußvolles Trinken oder Saufen. Mit Studien ist es genauso wie mit Statistiken und Umfragen. Obige Studie ist gegen das das Gläschen in Ehren. Es gibt mindestens ebenso viele Studien, die genau das Gegenteil verkünden.

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