Kondome schützen

28. September 2017 07:23; Akt: 27.09.2017 13:26 Print

So viele Viren tummeln sich in Sperma

Der männliche Samen kann Leben zeugen, aber auch Krankheiten übertragen. Forscher haben untersucht, welche.

 (Bild: iStock)

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Dass Sperma Krankheiten übertragen kann, ist spätestens seit der Ebola-Epidemie in Westafrika bekannt: Obwohl sie als vom Virus geheilt galten, mussten gleich mehrere ehemalige Ebola-Patienten während Monaten auf Sex verzichten – weil der Erreger nach der Heilung drei Monate lang im Sperma überdauern kann.

Das Ebola-Virus ist jedoch nicht das einzige, dasas im männlichen Sperma existieren kann. Das zeigt eine Studie von Alex Salam und Peter Horby von der University of Oxford, die demnächst im Fachjournal "Emerging Infectious Diseases" veröffentlicht wird. Bei der Auswertung von 3800 Untersuchungen waren sie auf bis zu 27 Virentypen gestoßen.

Erreger im Sperma

Einige von diesen können durch das Sperma an andere Personen weitergegeben werden. Neben dem Ebola-Erreger trifft das unter anderem auf das HI-, Zika-, Marburg-, Hepatitis-B- und verschiedene Herpesviren zu, die beim Sex in den Blutkreislauf des Bettgefährten gelangen und Infektionen auslösen können.

Doch auch wenn das Virus nicht übertragen wird, droht Gefahr: Sie können beispielsweise die Beweglichkeit der Spermien herabsetzen oder deren DNA schädigen sowie mutieren lassen. Wird damit eine Eizelle befruchtet, kann das zu Erbgutschäden beim daraus entstehenden Kind führen.

Keime in den Hoden

Mindestens elf Virustypen reichern sich direkt in den Hoden an. Dort vervielfältigen sie sich dank der dortigen starken Immunabwehr zwar nicht unbedingt stark, können aber ebenfalls übertragen werden. Zu ihnen zählen unter anderem das Influenza-Virus und jene Erreger, die Röteln und Sars auslösen können.

Die Forscher weisen in der Ankündigung der Studie darauf hin, dass ihre Arbeit lediglich einen theoretischen Überblick bietet. Ob und wie leicht die identifizierten Viren tatsächlich übertragen werden und wie ansteckend sie sind, sollen weitere Untersuchungen zeigen.

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(Red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tine am 28.09.2017 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erst denken

    Einfach nicht mit jedem x-Beliebigen und schon gar nicht mit einem importierten "Facharbeiter" ins Bett hüpfen - dann minimiert sich das Risiko ungemein!

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    Erst denken

    Einfach nicht mit jedem x-Beliebigen und schon gar nicht mit einem importierten "Facharbeiter" ins Bett hüpfen - dann minimiert sich das Risiko ungemein!