B6 und B12

28. August 2017 10:25; Akt: 28.08.2017 11:11 Print

Vitamin-B-Pillen steigern Risiko für Lungenkrebs

Nahrungsergänzungsmittel sind umstritten: Einige sollen wirkungslos sein, andere wie Vitamin B6- und B12-Präparate sind sogar gesundheitsschädlich.

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Wer Vitaminpillen einnimmt, hofft, seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. Doch der Plan geht nicht immer auf. Im schlimmsten Fall können die Präparate sogar schaden – so wie jene, die hochdosiertes Vitamin B6 und B12 enthalten.

Umfrage
Haben Sie schon einmal Vitamin-B6- und/oder -B12-Präparate genommen?
57 %
14 %
3 %
26 %
Insgesamt 35 Teilnehmer

Das berichten Forscher der Ohio State University in ihrer im "Journal of Clinical Oncology" veröffentlichten Studie. Dieser zufolge senken die Präparate nicht – wie häufig vermutet – das Lungenkrebsrisiko, sondern steigern es. Allerdings nur bei Männern.

Fragen über Fragen

Das Team um Theodore Brasky wertete für die Arbeit die Daten von rund 77.000 Männern und Frauen aus, die zu Studienbeginn zwischen 50 und 76 Jahre alt waren.

Unter anderem ermittelten sie, ob und in welcher Dosierung die Teilnehmer in den letzten zehn Jahren Vitamin B6 oder B12 eingenommen hatten. Zudem prüften sie die Zahl der Lungenkrebsfälle.

Männer in Gefahr

Das Resultat: Die Männer, die über Jahre hinweg täglich ein Mehrfaches der empfohlenen Tagesdosis B6 oder B12 eingenommen hatten, erkrankten in der Folge doppelt so häufig an Lungenkrebs wie jene, die die Vitamine nicht genommen hatten.

Noch schlimmer fiel das Ergebnis für männliche Raucher aus: "Bei ihnen war das Risiko um das Drei- bis Vierfache erhöht", sagt Brasky in einer Mitteilung.

Bei Frauen blieb diese zuvor unerkannte Nebenwirkung aus. Warum das so ist, ist bislang unklar. Die Forscher vermuten, dass am Stoffwechsel beteiligte Geschlechtshormone eine Rolle spielen. Offen ist auch, warum Multivitaminpräparate, in denen B6 und B12 enthalten sind, das Lungenkrebsrisiko nicht erhöhen.

Viel hilft nicht viel

Aufgrund der erhobenen Daten raten die Forscher davon ab, hochdosierte Präparate einzunehmen – schon gar nicht über mehrere Jahre hinweg.

Eine höhere Dosierung "empfiehlt sich nur dann, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt – was in der Allgemeinbevölkerung weder bei Vitamin B6 noch bei B12 der Fall ist", kommentiert Tilman Kühn vom Deutschen Krebsforschungszentrum die Studie gegenüber der Deutschen Presse Agentur.

Einzig Veganern würde zur Aufnahme von B12 geraten, weil dieses Vitamin hauptsächlich über tierische Produkte aufgenommen werden kann.

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(kiky)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R. Franz am 28.08.2017 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Diesen "Forschern" kann man nicht trauen

    (Lakaien der Pharmaindustrie).

  • Billy Jean King am 29.08.2017 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schmerzfrei

    Nach meiner doppelten Herzklappenoperation schlucke ich täglich 2 mal Neuromultivit mit B1 B6 B12 sonst sind beide Füße bis zu den Knien völlig taub.

  • ChrisW am 29.08.2017 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medikamente und Nebeneffekte

    Das kann schon stimmen. Allerdings glaube ich auch, dass sogenannte richtige Medikamente auch solche noch unerforschten Nebenwirkungen haben. Bereits an 2 von diesen dauerhaft gebunden (gegen Bluthochdruck und Restlegs-Legs-Syndrom) musste ich abwägen, entweder nichts einzunehmen und mit unangenehmen Symptomen zu leben bzw. gefährlich zu leben oder diesen Weg zu gehen. Es ist leider immer ein Kompromiss und die Zusammenwirkung mehrerer Präparate kann wohl einiges bewirken.....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Billy Jean King am 29.08.2017 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schmerzfrei

    Nach meiner doppelten Herzklappenoperation schlucke ich täglich 2 mal Neuromultivit mit B1 B6 B12 sonst sind beide Füße bis zu den Knien völlig taub.

  • ChrisW am 29.08.2017 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medikamente und Nebeneffekte

    Das kann schon stimmen. Allerdings glaube ich auch, dass sogenannte richtige Medikamente auch solche noch unerforschten Nebenwirkungen haben. Bereits an 2 von diesen dauerhaft gebunden (gegen Bluthochdruck und Restlegs-Legs-Syndrom) musste ich abwägen, entweder nichts einzunehmen und mit unangenehmen Symptomen zu leben bzw. gefährlich zu leben oder diesen Weg zu gehen. Es ist leider immer ein Kompromiss und die Zusammenwirkung mehrerer Präparate kann wohl einiges bewirken.....

  • R. Franz am 28.08.2017 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Diesen "Forschern" kann man nicht trauen

    (Lakaien der Pharmaindustrie).