Diätmethoden

29. Dezember 2017 07:02; Akt: 28.12.2017 14:03 Print

Atkins Diät

Fleisch, Eier, Wurst und Speck - eine Diät aus dem Schlaraffenland! Kein Hunger, kein Verzicht, keine Kohlenhydrate, so lautet die Devise.

 (Bild: iStock)

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Bei der Diät nach der Idee von Robert Atkins wird auf kohlenhydratreiche Kost verzichtet, stattdessen sollen Fett und Proteine als Energieträger genutzt werden.

Die Idee:

Erfunden wurde diese Diät von Robert Atkins, der bei seiner Schlankheitsmethode ganz auf das Low-Carb (=wenig Kohlenhydrate) setzt. Der anfängliche Hype rund um die 1989 entwickelte Diät flaute nach etwa 10 Jahren ab und endete in einem Insolvenzantrag der Atkins Nutritionals Inc., die zeitgleich mit der Erfindung der Diät gegründet wurde. Nichtsdestotrotz schwören viele Stars, darunter Kylie Minogue und Robbie Williams, auf die Wirksamkeit der Diät und rührten für den Diätansatz kräftig die Werbetrommel. 

Die Methode:

Kohlenhydrate statt Kalorien! Laut Atkins sind Kohlenhydrate die Dickmacher Nummer 1 und müssen daher aus dem Speiseplan verbannt werden. Der "low carbohydrate lifestyle" soll also den lästigen Speck von den Hüften vertreiben. In der ursprünglichen Konzeption der Atkins-Diät ist in der Diät-Einstiegsphase eine Menge von über 5g Kohlenhydrate pro Tag verboten. Erlaubt sind hingegen Fett und Proteine. Kalorienhaltige Produkte wie , der Schlagobers im Kaffee und die Mayonnaise im Salatdressing sind bei dieser Diät also kein Problem.

Was die Atkins-Diät verspricht


  • Kein lästiges Hungergefühl mehr!

  • Kein Kalorienzählen mehr!

  • Essen wann man will, wie man will und soviel man will!

  • 3-4 Kilo verlieren in nur einer Woche!

  • Kleine Kohlenhydrat-Sünden sind erlaubt!

  • Kein Heißhunger auf Süßes, da die Diät den Blutzuckerspiegel stabilisiert!


Phasen der Atkins Diät

Ketose:

Die Ketose ist eine spezielle Form der Fettverbrennung im Körper. Der Organismus stellt den Stoffwechsel auf Fettverbrennung um, sobald ihm keine energieliefernden Kohlenhydrate mehr zugeführt werden. Hier werden Fettsäuren in der Leber als Glucoseersatz in Ketonkörper umgewandelt. Ketone entstehen grundsätzlich immer, wenn der Körper auf den sogenannten Hungerstoffwechsel umstellt. Eine Folge dieser Umstellung im Organismus kann unter anderem Mundgeruch und eine appetithemmende Wirkung sein. In Anlehnung an die Ketose bezeichnet man Anhänger und Verfechter der Atkins Diät auch als "Ketarier".

Phase 1 "Einleitungsdiät":

Kohlenhydrate verboten! In dieser Anfangsphase sollte man 2 Wochen lang nur 20g Kohlenhydrate täglich zu sich nehmen. Erlaubt sind alle Fleischsorten und Soja-Produkte. Vor allem Fleisch bietet neben Eiern die optimale Kombination aus Aminosäuren. Um die erlaubte tägliche Kohlenhydratmenge aufzunehmen, darf man Salat und Gemüse essen. Brot ist hingegen tabu. In dieser Zeit stellt der Körper relativ schnell auf die fettbasierte Energiegewinnung um und bildet daher Ketonkörper. Diese können im Urin nachgewiesen werden. 

Phase 2 "grundlegende Reduktionsdiät":

Langsam steigern! In dieser Zeit können dem Körper nach und nach mehr nährstoffreiche Kohlenhydrate wie Gemüse, Nüsse, Beeren, Samen, Bohnen und Hülsenfrüchte in den Ernährungsplan eingebaut werden. Die Menge an täglich zugeführten Kohlenhydraten soll wöchentlich um 5g erhöht werden. (Woche 1: 25g / Woche 2: 30g / etc.) Bemerkt man einen Stopp bei der Gewichtsreduktion sollte die Kohlenhydratmenge wieder um 5g verringert werden. Als dauerhafte Empfehlung wird eine Menge von 40g bis 60g angegeben. 

Phase 3 "Vor-Erhaltungsdiät": 

Gewicht halten! In dieser Phase ist das Ziel die Stagnation der Gewichtsabnahme. Demnach erfolgt wieder eine Erhöhung der wöchentlichen Kohlenhydratzufuhr um 10g. Nimmt man trotz dieser Steigerung weiterhin ab, kann man an zwei Tagen in der Woche zusätzlich 20g bis 30g besonders nahrhafte Lebensmittel zu sich nehmen. 

Phase 4 "lebenslange Erhaltungsdiät":

Zielgewicht erreicht! Nun erweitert sich das Sortiment an erlaubten Lebensmitteln merkbar. Viel n sind nur in Ausnahmefällen erlaubt. Man steigt nun von einer diätischen auf eine dauerhafte Ernährungsform um, die man im Optimalfall das gesamte Leben lang beibehalten kann.

Stärken & Schwächen

Die folgende Analyse erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, außerdem kommt es grundsätzlich auf die individuelle, körperliche und alters- und geschlechtsspezifische Verfassung des Diät-Willigen an. Die Diäten sind vorrangig für gesunde Menschen gedacht. Im Zweifelsfall sollte man immer einen Arzt konsultieren. 

Stärken:


  • KALORIEN ZÄHLEN: Kalorien gehören jetzt zu den Guten, Kohlenhydrate sind böse! Kartoffeln, Nudeln und Brot sind tabu, auf andere kalorienhaltige Produkte muss man allerdings nicht verzichten. Das zählen von Kalorien fällt zwar weg, man muss jedoch genau auf die Menge an verzehrten Kohlenhydraten achten.

Schwächen:


  • GESUNDHEIT: Der Körper muss durch die einseitige Ernährung ohne die wertvollen Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse auskommen. Mangelerscheinungen sind daher vorprogrammiert. Die entstandenen Mangelzustände können durch Zusatzpräparate ausgeglichen werden. Der hohe Eiweißgehalt der aufgenommenen Nahrung schädigt auf Dauer die Nieren. Zudem kann übermäßiger Fleischkonsum zu Anzeichen von Gicht führen. Auch auf die Verdauung hat diese Diät keine positive Wirkung: Verstopfung oder schleimig-fettiger Stuhlgang sind meist die Folge einer solche Ernährungsfom. Der Mangel an Ballaststoffen (enthalten in Gemüse und Vollkornprodukten) kann die Entstehung von Darmkrebs fördern. 

Fazit:

Einen Versuch ist es wert! So satt und hungerlos man auch sein mag, auf Dauer ist die Atkins Diät nicht empfehlenswert. Ernährungswissenschaftler raten von einer dauerhaften Einhaltung dieser Diätform ab und bezeichnen sie allgemein als ungesund und unausgewogen. So verlockend die "Fettorgie" auch klingen mag, nach einer gewissen Zeit bekommt man einfach Lust auf Kartoffeln, Nudeln und Reis.

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(Red)

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