Wundermittel oder Humbug?

04. Januar 2018 13:36; Akt: 04.01.2018 13:47 Print

Die Fettwegspritze

Die Injektionslipolyse bewirkt die Schmelzung von örtlichen Fettzellen mit Hilfe des Wirkstoffes "PPS" (Phosphatidycholin).

 (Bild: iStock)

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Die sogenannte "Injektionslipolyse" bekannter unter dem Namen Fettwegspritze, bewirkt die Schmelzung von örtlichen Fettzellen mit Hilfe des Wirkstoffes "PPS" (Phosphatidycholin). So verschwinden beispielsweise Hüftspeck, Tränensäcke oder das Doppelkinn. Unerwünschte Fettzellen werden mit Hilfe dieses Wirkstoffes zum Platzen gebracht und über das Lymphsystem von der Leber ausgeschieden.

Die Idee:

Ursprungsland dieser revolutionären Anwendungstechnik ist Brasilien, genauer gesagt Sao Paolo zu Beginn der 90er Jahre des 21. Jahrhunderts.  Die Ärztin Dr. Patrizia Rittes war auf der Suche nach einer Alternative, um Tränensäcke, ohne operative Eingriffe behandeln zu können. Anfangs schlugen ihre Selbstversuche mit Wasser oder Aminophyllin fehl, jedoch lernte sie in späterer Folge den amerikanischen Wissenschaftler Normen Orentreich kennen, welcher den Wirkstoff Phosphatidycholin an Ratten testete und Fettablagerungen erfolgreich behandeln konnte. Ihr Durchbruch erfolgte 1995, wo sie ihre eigenen Tränensäcke mit nur drei Behandlungen dieser Substanz entfernte.

Die Methode:

Die Injektionslipolyse bewirkt die Schmelzung von lokalen Fettdepots im Körper mit Hilfe des Wirkstoffes "PPS" (Phosphatidycholin), welcher aus natürlichen Pflanzen, genauer gesagt aus der Sojabohne, gewonnen wird. Zusammen mit dem Medikament Lipostabil wird der Wirkstoff "PPS" in folgende Problemzonen injiziert:


  • Doppelkinn 

  • Tränensäcke

  • Bauch

  • Po

  • Hüfte

  • Oberarme

  • Hängebäckchen


Damit platzen die Fettzellen auf. Diese werden sofort über das Lymphsystem in die Leber abtransportiert und dort abgebaut. Schlussendlich scheidet der Mensch die überflüssigen Fettzellen aus, sodass sie nicht wieder produziert werden.

Bitte beachten Sie folgende Dinge bei dieser Behandlung:


  • Keinesfalls geringungshemmende Medikamente eine Woche vor der Behandlung,  wie "Aspirin" , "ThromboASS" oder "Marcoumar" verwenden

  • Keinesfalls vor und nach einer Schwangerschaft

  • Nach der Behandlung mit "PPS" kann es zu Schwellungen und Rötungen kommen (kühlende Cremes oder Gelbags können Linderung verschaffen)

  • Viel trinken, dies beschleunigt den Abtransport der Fettsäuren

  • Lymphdrainage wird seitens der Ärzte empfohlen, um bessere Ergebnisse zu erhalten

Stärken & Schwächen

Stärken:


  • FLEXIBILITÄT: Praktisch jede Problemzone sei es nun Doppelkinn, Tränensäcke oder Hängebäckchen können behandelt werden

  • RISIKOFREI: Aufgrund der fehlende Narkose können die Risiken minimiert werden

  • EFFEKTIVITÄT: Der Wirkstoff "PPS" ist seit Jahren klinisch erforscht und überzeugt durch sichtbare Ergebnisse

  • WIRKSTOFF: Der Wirkstoff "PPS" stammt von Sojabohnen und ist ein natürliches Produkt


Schwächen:


  • KOSTENINTENSIV: Pro Behandlung kann man zwischen 200 bis 250 Euro rechnen, je nach Anwendungsgebiet

  • KONTINUITÄT: Mehrere Behandlungen sind notwendig, um sichtbare Resultate zu erzielen

  • FALSCH EINGESETZT: Bei Ärzten ohne entsprechender Ausbildung kann es zum Absterben von Gewebe kommen




Fazit:

Die Fettwegspritze ermöglicht aufgrund des Wirkstoffes "PPS", eine punktuelle Behandlung von Problemzonen, sei es nun das Doppelkinn oder der Hüftspeck. Jedoch ist auch diese Methode kein Wundermittel, sodass man sich nicht "schlank spritzen" kann. Vielmehr wird sie in der Fachwelt als gute Zusatzmaßnahme, zur Behandlung von überschüssigen Fettdepots verwendet. Weiters erspart man sich aufgrund der ambulanten Behandlung, die so oft diskutierte Narkoseproblematik. Wünschenswert ist auch hierbei sich zusätzlich gesund zu ernähren und ausreichend Sport zu machen. Will man doch seine Idealfigur länger behalten. Insgesamt muss man auch hier tief in die Tasche greifen, um sichtbare Ergebnisse zu erzielen. Somit stellt man sich der Frage "Preis vs. Leistung"?

(Red)

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