Unerreichbare Ideale

16. November 2017 13:11; Akt: 16.11.2017 13:12 Print

Problemfaktor Modelmaße

Werbung, Hollywood-Filme, Laufstegmodels und Modetrends - sozialer Druck und unerreichbare Ideale schaffen heute oft körperliche Problemzonen, wo eigentlich gar keine sind.

 (Bild: iStock)

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Vorbilder und Idealmaße begegnen uns tagtäglich und überall. Im Fernsehen, auf Werbeplakaten, in Filmen oder beim Shopping. 

Alarmierende Statistiken der OECD beschreiben den Anstieg von Übergewicht bei Männern und Frauen in ganz Europa. Dem entgegen steht das aktuelle Schönheitsideal, das Germanys Next Top Models und die jungen Herren von Abercrombie mit ihren „6 Packs“ präsentieren. Kein Wunder also, dass das Bedürfnis und die Nachfrage nach (rasch wirksamen) Diäten groß sind."

Magermodels und Modetrends

Die Hungerhaken auf den Laufstegen geben "normalen" Menschen mit normalen Maßen und Figurproblemchen oft das Gefühl zu dick für diese Welt zu sein. In der Modebranche haben sich über die Jahre sehr strenge Modemaße etabliert - diese sind nun nur sehr schwer aus den Köpfen der Designer zu löschen. Auf den internationalen Laufstegen wird Mode für eine schlanke, oft sogar dürre, Eliteschicht präsentiert.

Frauen mit Kurven haben da keine Chance. Die Diskussionen um Size Zero, Magermodels und Co. haben die Modebranche in den letzten Jahren aufgerüttelt - jedoch nicht umgepolt. Auch heute tänzeln die oft untergewichtigen Models noch über den Catwalk und schüren so den Schlankheitswahn. Die Modewelt alleine für die steigende Zahl der essgestörten Menschen verantwortlich zu machen wäre wohl übertrieben. Man könnte jedoch ein Zeichen für mehr Natürlichkeit und Kundennähe in der Modeindustrie setzen.

Auch die modernen Kleidungstrends lassen kurvige Frauen oft verzweifeln. Man hat das Gefühl, die Konfektionsgrößen würden fortwährend schrumpfen. Mit Size Zero wurde ein neuer Maßstab in Sachen Kleidergrößen gesetzt. Die meisten Frauen tragen die Größe 38 bis 42 - doch die Mode von heute ist in diesen Größen oft nicht tragbar, oder durch den Schnitt nicht für rundliche Figuren geeignet. Durch den medialen Einfluss fühlen sich viele Frauen total überdimensioniert und zu dick. 

Schlimme Folgen

Störungen der Selbstwahrnehmung, Selbstzweifel und Frustration sind oft die Folge von erfolglosen Shopping-Touren oder dem Durchblättern von Modemagazinen. Obwohl sogenannte mollige Models immer öfter die Titelseiten renommierter Zeitschriften zieren, ist ein echter Trendwechsel noch nicht geschafft. Viele Frauenmagazine bekennen sich öffentlich zu ihren natürlich schönen Models und setzen damit gezielt Statements.

Werbung wirkt

Wer kennt sie nicht? Die wunderschönen, makellosen und perfekten Werbegesichter. Männer, Frauen und sogar Kinder erscheinen gut gelaunt, superschlank und optimal gestylt in verschiedensten Werbeeinschaltungen. Bei Diätprodukten ist dieser Trend besonders auffällig. Junge, schlanke und vitale Menschen springen durchs Bild und schlemmen Joghurt, Käse, Cornflakes und Co. Man sollte sich von diesen Aufnahmen nicht in die Irre führen lassen. Durch Light-Produkte allein, wird man nicht rank und schlank werden.

Hollywoods Traumkörper

Das Showbiz ist ein schlankes Business. Ob in der Musikszene oder auf der Leinwand - die perfekte Figur wird immer in Szene gesetzt. Nur vereinzelt trauen sich auch rundliche oder mollige Künstler und Künstlerinnen auf die Bühnen dieser Welt und stehen auch öffentlich zu ihrem Gewicht. Der mediale Hype rund im diese Ausnahmebeispiele ist in der Regel sehr groß - und jeder hat eine Meinung dazu. Vermeintlich dicke und unförmige Celebrities werden oft auf ihr Gewicht reduziert, anstatt den Fokus auf ihr Talent und Können zu legen.

Schlank sein um jeden Preis

Besonders anfällig für den Schlankheitswahn sind junge Mädchen, da sie in ihrer Persönlichkeit noch nicht ausreichend gefestigt sind. Viele beginnen bereits in jungen Jahren mit ihrer Diätkarriere und hungern sinnlos vor sich hin. Der Sprung von einer leichten Essstörung zur Magersucht ist nicht weit. Immer öfter geraten magersüchtige Models in die Schlagzeilen - doch dieses Krankheitsbild ist nicht nur ein Problem der Modeindustrie. Über 200.000 Österreicher und Österreicherinnen leiden an Essstörungen - diese Zahl ist nicht nur alarmierend, sondern auch erschreckend.

Das Thema Schlankheit begegnet uns überall. Oftmals bekommt man den Eindruck, dass nur schöne, schlanke und begehrenswerte Menschen erfolgreich sein können. Die Medien sollten den Fokus wieder auf normalgewichtige und natürliche Models legen, die weder dick noch dürr sind. 

(Red)

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