Nicht nur für Ranger

24. Oktober 2012 09:48; Akt: 24.10.2012 10:08 Print

Ford Ranger Limited DK 2,2 TDCi 150 PS - Testbericht

Der neue Ford Ranger soll die Tugenden eines Pick-Ups mit den Vorzügen eines PKW verbinden, unser Test zeigt, ob ihm dieser Spagat gelingt.

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(Bild: Autoguru.at)

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Vor rund einem Jahr hat Ford den neuen Ranger erstmals präsentiert und im asiatischen Raum auf den Markt gebracht. Seit Sommer 2012 ist der praktische Allradler nun auch in Österreich erhältlich.

Im Vergleich zum Vorgänger, bei dem mehr auf ein robustes Auftreten als auf Fahrkomfort Wert gelegt wurde, soll der neue Ranger mehr Komfort bieten und dabei aber nicht seinen Nutzwert verloren haben.

Das Design des neuen Rangers wirkt sehr frisch und fügt sich perfekt in die neue Ford-Designlinie ein. Im Vergleich zum Vorgänger ist er wesentlich dynamischer gezeichnet, kann aber dennoch mit einem wuchtigen Auftritt überzeugen.

Für unseren Test haben wir den Ranger mit dem 2,2 TDCi Dieselmotor mit 150 PS (110 kW) als Doppelkabine in der gehobenen Limited-Ausstattung gewählt. So verbindet er perfekt einen effizienten, aber dennoch den Anforderungen gerechten Antrieb mit einer luxuriösen Ausstattung und kann so auch noch nach Dienstschluss als treuer Wegbegleiter Verwendung finden.

Ab 35.280,- Euro startet der Limited

Zum Preis von 35.280,- Euro verfügt der Ranger schon über eine mehr als komplette Sicherheits- und Komfortausstattung. Mit an Bord sind unter anderem ESP, ABS, Bergab- und -anfahrhilfe, der zuschaltbare Allradantrieb, 7 Airbags, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, ein Audiosystem mit 4 Lautsprechern und 2 Hochtönern inkl. 4,2"-Multifunktionsdisplay, ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz, eine Einparkhilfe hinten, 17"-Alufelgen, beheizbare Vordersitze und jede Menge Chrom-Zierelemente rundum.

Als einzige Option hatte unser Testfahrzeug die wunderschöne Indianapolis blau Metallic-Lackierung um 720,- Euro, womit der Endpreis bei genau 36.000,- Euro liegt und für ein Auto dieser Größe und Ausstattung als Okkasion bezeichnet werden kann.Den schicken Eindruck, den der Ranger schon von außen macht, setzt er auch im Innenraum fort. Im Vergleich zum Vorgänger, der noch mit einer Krückstockhandbremse und Nutzfahrzeugcharakter an den Start gegangen ist, wirkt der neue Ranger im Innenraum sehr modern und fast so hochwertig wie die neuen PKW-Modelle.

PKW-Feeling im Ranger

Eine Mischung aus ansehnlichem Plastik, großflächigen Zierelementen in Alu-Look und äußerst bequemen Sitzen inkl. Mittelarmlehne vorne vermittelt PKW-Feeling. So fühlt man sich auf Anhieb wohl und findet sich auch schnell zurecht. Ebenfalls sehr gut ist dank der hohen Sitzposition und der übersichtlichen Karosserie die Rundumsicht.

Der 535,9 cm lange Ranger überzeugt aber auch mit einem vorzüglichen Platzangebot auf allen fünf Plätzen sowie großzügig angelegten Ablagen. Durch die großzügige Gestaltung des Innenraums wäre dem Ranger in Österreich aber fast der Vorsteuerabzug abhanden gekommen, da die Ladefläche für den sturen Amtsschimmel in Österreich um wenige Zentimeter zu kurz gewesen wäre.

Doch die findigen Techniker von Ford haben eine Lösung gefunden, den unflexiblen Staatsapparat doch zufrieden zu stellen und haben schlicht und einfach die Laderaumklappe anders ausgeführt und die Ladefläche dadurch um jene Zentimeter verlängert, die für den Vorsteuerabzug notwendig waren.

Hohe Zuladung möglich

Immerhin können mit dem Ranger bis zu 990 Kilogramm Fracht transportiert werden - gemeinsam mit dem Pick-Up-Aufbau eigentlich schon ein Grund, dass der Vorsteuerabzug auch ohne Umbau durchgehen hätte müssen, aber wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, wie unsere Bürokraten ticken.

Auch für den Hängerbetrieb ist der neue Ranger bestens gerüstet, bis zu 3.350 kg Anhängelast sind möglich.

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Dafür bedarf es dann auch einer adäquaten Motorisierung, die mit dem 2,2 Liter Dieselmotor auf jeden Fall gegeben ist. Mit einer Leistung von 150 PS (110 kW) und einem maximalen Drehmoment von 375 Nm , welches bei 1.500 U/Min bereit steht, kann der Ranger auch schwere Lasten perfekt ziehen.

Gleich zum Start wirkt der Diesel zwar etwas brummig, liefert aber sofort ansprechend viel Kraft. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt er in 11,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt ei 175 km/h.

Das Schöne ist, dass der Ranger selbst bei Autobahntempo für ein Auto seiner Klasse sehr leise und ruhig läuft.

Mit dem manuellen 6-Gang-Getriebe kommt man ebenfalls sehr gut zurecht, die Gänge sind dabei weit abgestuft und erlauben so auch ein sehr schaltfaules Fahren.

Gute Straßenlage auch im 2WD-Modus

Auch wenn natürlich die robuste Auslegung noch durchkommt, hat man das Fahrverhalten auch mehr Richtung PKW-Komfort getrimmt. Der Ranger liegt auch im 2WD-Modus gut auf der Straße, lediglich bei nasser Fahrbahn und flotter Fahrweise sollte man in unbeladenem Zustand den Allradantrieb hinzu schalten.

Dies funktioniert ganz einfach über einen Drehschalter in der Mittelkonsole. Wer in härteres Gelände möchte, kann zudem noch in den "4L"-Modus schalten. Durch die Untersetzung wird noch mehr Drehmoment zur Verfügung gestellt, und das Gaspedal spricht weniger direkt an, um eine feinere Dosierung im Gelände zu ermöglichen.Eine Berganfahrhilfe und eine Bergabfahrkontrolle erleichtern zusätzlich die Fahrten im Gelände, mit einer Watttiefe von 800 mm kann der Ranger zudem auch kleine Flussdurchfahrten gekonnt meistern.

Fahrkomfort fast wie im PKW

Trotz der guten Offroad-Eigenschaften lässt es sich im Ranger auch auf befestigten Straßen gut leben. Der Fahrkomfort ist auch für weite Etappen sehr gut, lediglich die Stadt ist nicht gerade das Wohlfühlgebiet für ein Auto dieser Länge, obwohl der Ranger durch seine gute Übersichtlichkeit auch perfekt in enge Parklücken manövriert werden kann.

Die leichtgängige und direkte Servolenkung unterstützt den Fahrer dabei ebenso wie die Einparkhilfe hinten. Auf Wunsch gibt es auch eine Rückfahrkamera, welche vor allem für den Betrieb mit einem Anhänger gute Dienste beim Ankoppeln leisten kann.

Bei aller Vielseitigkeit und allem Fahrspaß, den der Ranger bietet, bleibt er beim Verbrauch trotzdem noch im Rahmen. Die vom Werk angegebenen 8,3 Liter sind bei ganz gezügelter Fahrweise in greifbarer Nähe, bei recht flotter Fahrweise und viel Fahrspaß sind wir beim Test auf einen Verbrauch von 9,8 Liter gekommen, was durchaus in Ordnung geht.

Allroundtalent mit Top-Nutzwert

Der Ford Ranger verbindet auf jeden Fall perfekt den Nutzwert eines Pick-Ups mit der Geländetauglichkeit eines Offroaders und dem Fahrkomfort eines PKWs. Im Vergleich zum Vorgänger kann der neue Ranger in jeder Disziplin ordentlich zulegen und ist als Meilenstein in der Entwicklung zu sehen.

Seine dynamische Optik und die harten Nehmerqualitäten stehen in perfekter Harmonie zu einer Ausstattung, die keine Wünsche offen lässt und Details bietet, die bei einem Nutzfahrzeug vor einer Fahrzeug-Generation noch undenkbar waren. Sehr bequeme Sitze und ein wohnlicher Innenraum runden den äußerst positiven Eindruck weiter ab.

 

Testzeugnis:

 

Ausstattung Sicherheit: 1-

Ausstattung Komfort: 1

Verbrauch: 2

Fahrleistung: 1-

Fahrverhalten: 1-

Verarbeitung: 1-

Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1

Platzangebot Rückbank: 1-

Ladefläche: 1-

Ablagen: 1

Übersichtlichkeit: 1

Stefan Gruber,