Okinoshima

28. August 2018 05:30; Akt: 23.08.2018 12:46 Print

Auf dieser Insel haben Frauen keinen Zutritt

von M.Steiger - Okinoshima gehört seit Juli zum Unesco-Weltkulturerbe. Besuchen können die japanische Insel aber nur ganz bestimmte Männer.

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Die japanische Insel Okinoshima gehört seit Juli 2017 zum Unesco-Weltkulturerbe. Das Außergewöhnliche an dieser Insel: Frauen haben hier keinen Zutritt. Seit über tausend Jahren wird die Insel, deren Name "abgelegen" bedeutet, von japanischen Seefahrern verehrt.

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Zutritt nur für Shinto-Priester

Tausende Artefakte aus der ganzen Welt, darunter Schwerter, aber auch Statuen und Ähnliches, befinden sich als Opfergaben auf der Insel. Die Insel gilt als "kami", göttlich. Zutritt gibt es deswegen nur für eine ganz bestimmte Gruppe Männer: Japanische Shinto-Priester.

Frauen sind auf der Insel nicht erwünscht. Das ist aber nicht die einzige Regel: Auf der Insel dürfen keine vierbeinigen Tiere gegessen werden und niemand darf die Insel ohne Einwilligung eines Priesters wieder verlassen.

Nackt baden für den Inselzutritt

Überhaupt ist die Insel nur an einem Tag im Jahr belebt: Am 27. Mai gibt es ein Fest, bei dem 200 Priester die Insel besuchen. Zuerst müssen die Männer aber ein Ritual durchführen, das Misogi heißt: Dafür müssen sie sich unter anderem nackt im Meer waschen.

Wer von der Insel zurückkommt, darf niemandem erzählen, was er dort erlebt oder gesehen hat, und er darf auf keinen Fall etwas von der Insel mitnehmen, kein Blatt, keinen Stein, nicht mal einen Grashalm.

Warum ein Frauenverbot?

Warum es ein Frauenverbot gibt, ist übrigens nicht ganz klar. Mögliche Gründe gibt es aber viele: In der Shinto-Religion gilt Menstruationsblut als unrein, eine heilige Insel dürfte damit nie in Berührung kommen.

Es könnte aber auch ein traditioneller Aspekt sein: Frauen durften in Japan keine Boote (und damit auch keine Inseln) betreten, weil der Pazifik eine uneinschätzbare Gefahr für sie wäre.

Übrigens: Auch wenn die Insel jetzt Unesco-Weltkulturerbe ist, was normalerweise zu einer Flut von Touristen führt, gibt es keine Pläne, die Insel für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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