Mexiko

02. Januar 2018 11:59; Akt: 02.01.2018 12:03 Print

Die Puppeninsel: Der gruseligste Ort der Welt

Auf der Isla de las Muñecas hängen Hunderte von Barbies, Puppen und Plüschtieren in den Bäumen. Aber warum eigentlich?

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Willkommen auf der Isla de las Muñecas, der Puppeninsel. Die Isla de las Muñecas befindet sich rund 23 Kilometer vom Stadtzentrum von Mexiko-Stadt entfernt und liegt in einem Netz von Kanälen im Stadtbezirk Xochimilco. Auf der rund 20.000 Quadratmeter großen Insel gibt es schon seit Jahren Hunderte von Puppen - und es werden immer mehr. Besonders unheimlich ist auch der Zustand der Puppen: Sie sind teilweise geköpft, verstümmelt, ohne Augen und von Wind und Wetter zerstört. Der Grund: Mitte des letzten Jahrhunderts zog der Fischer und Blumenzüchter Don Julián Santana auf die Insel, er verliess Frau und Kinder, um künftig als Einsiedler zu leben. 1951 fand Santana am Ufer der Insel angeblich die Leiche eines ertrunkenen Mädchens. Vom Geist dieses Mädchens fühlte der Einsiedler sich künftig verfolgt. Er sagte, er könne ihre Rufe nach Spielzeug immer hören. Santana begann daraufhin, in den Kanälen alte Puppen zu sammeln und sie, zur Beruhigung des Geistes, auf die Insel zu bringen - erfolglos. Der Geist wollte nicht schweigen. Santana überlegte sich eine neue Taktik: Verstümmelte Puppen sollten den Geist abschrecken. Auch das soll aber nicht funktioniert haben, und Santana starb 2001. Santana starb am gleichen Ort, ertrank im gleichen Kanal wie das Mädchen, dass er angeblich fünfzig Jahre zuvor gefunden hatte. Ob er an einem Herzinfarkt starb oder ob er ertrank, weil er betrunken war, ist umstritten. Seine Familie glaubt diese Geschichte übrigens nicht: Sie hielten Santana für verrückt und das Mädchen für ein Produkt seiner Fantasie. Heute ist die Insel ein Touristenmagnet. Es gibt geführte Touren über die Insel, für besonders Mutige sogar nachts, denn da, so die Legenden der Einheimischen, erwachen die Puppen zum Leben.

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Vergessen Sie Geisterbahnen und Geisterhäuser: In Mexiko gibt es eine ganze Insel voller unheimlicher, verrottender und teilweise geköpfter Puppen und Plüschtiere.

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Unheimlich, schon ohne Hintergrundgeschichte

Die Isla de las Muñecas, die Puppeninsel, ist der Stoff, aus dem Albträume gemacht sind. Die manchmal körperlosen Puppenköpfe starren aus jedem Gebüsch und verfolgen den Betrachter – wenn sie denn noch Augen haben. Aber was hat es mit den Puppen auf sich?

Die kleine Insel liegt in den Kanälen vor Xochimilco, einem der sechzehn Bezirke von Mexiko-Stadt. Während vieler Jahrzehnte war der einzige Bewohner der Isla de las Muñecas Don Julián Santana, ein Fischer und Blumenhändler. Er verließ Mitte des 20. Jahrhunderts Frau und Kind, um als Einsiedler auf der Insel zu leben.

Spielzeug für ein totes Mädchen

1951 fand Santana angeblich den leblosen Körper eines ertrunkenen Mädchens am Ufer. Von diesem Zeitpunkt an fühlte sich der Fischer vom Geist des Mädchens verfolgt, der unentwegt nach Spielzeug verlangte. Um den Geist zu besänftigen, begann Santana, Puppen aufzuhängen, die er in den Kanälen fand. Er reinigte die Puppen nicht, deswegen waren viele dreckig und hatten verfilzte Haare.

Santana glaubte, die Puppen seien vom Geist besessen. Ein unersättlicher Geist, der auch nach mehreren Dutzend Puppen nicht schweigen wollte. Irgendwann begann der verzweifelte Mann, die Puppen zu verstümmeln, um den Geist damit abzuschrecken – wohl ebenfalls erfolglos.

Von der Familie verlassen

Santanas Familie glaubt seine Geschichte nicht. Er sei verrückt geworden, auch das tote Mädchen gebe es nur in seiner Fantasie. Und doch: In den folgenden Jahren hing bald an beinahe jedem Baum und jedem Busch eine Puppe, der Witterung ausgesetzt.

Fünfzig Jahre nachdem Santana mit dem Aufhängen der Puppen begonnen hatte, starb der Fischer 2001 an der gleichen Stelle, an der er angeblich das tote Mädchen entdeckt hatte. Santana ertrank im Kanal – ob wegen eines Herzinfarktes oder weil er zu viel getrunken hatte, ist umstritten.

Heute gibt es Touren auf der unheimlichen Puppeninsel. Für besonders Mutige auch nachts.

(Red)

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