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27. Februar 2018 10:37; Akt: 27.02.2018 10:37 Print

Die kältesten Orte der Welt

Am Brunnenkogel in Tirol wurde es heute Nacht -32 Grad kalt. Gemessen an anderen Orten weltweit ist das noch kuschelig warm.

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Nicht viel wärmer sind die Temperaturen auf diesem Hochplateau in 2835 Metern Höhe, das 130 Forschern einen Arbeitsplatz bietet. Hier wurden bereits minus 82,8 Grad Celsius gemessen. Im antarktischen Winter zieht es aber zwei Drittel von ihnen wieder an die Wärme, denn über sechs Monate hinweg ist die Sonne nicht zu sehen. Die kleinen sibirischen Örtchen Oimjakon und Werchojansk gelten als die kältesten dauerhaft bewohnten Orte der Welt. Mit minus 71,2 Grad Celsius ist es aber hier immer noch knapp 20 Grad Celsius wärmer als in der Ostantarktis. Im Sommer dagegen kann es bis zu 30 Grad heiß werden. Der Grund für die enorme Kälte: Die Region Jakutien ist von Gebirgszügen umgeben. Auf diese Weise können im Winter keine wärmeren Luftmassen einströmen, und die Temperatur sinkt auf ungewöhnliche Werte. Trotzdem ist der Ort seit dem 17. Jahrhundert besiedelt. Die meisten waren lange unfreiwillig hier: Bis ins 20. Jahrhundert wurden dorthin politische Gegner verbannt. Kein Ort, um sich dauerhaft sesshaft zu machen: In der Forschungsstation im Zentrum Nordgrönlands wurden am 9. Januar 1954 minus 65,9 Grad Celsius gemessen. Die Station North Ice l befindet sich auf dem gigantischen Gletscher-Eisschild Grönlands. In der kleinen Ortschaft im kanadischen Territorium Yukon fiel das Thermometer im Winter 1947 auf minus 63 Grad Celsius. Snag gilt daher als kältester Ort auf dem amerikanischen Kontinent. Die Siedlung war zwar im späten 19. Jahrhundert ein beliebter Ort für Goldgräber, heute gleicht sie jedoch einer Geisterstadt. Ähnlich wie die sibirischen Orte Oimjakon und Werchojansk ist auch Snag von Bergen umgeben, die das Einströmen wärmerer Luftmassen verhindern. Unweit von Snag befindet sich der kälteste Ort der USA: In Prospect Creek in Alaska hat man 1947 minus 62 Grad Celsius gemessen. Die Siedlung wurde während der Bauarbeiten an der Trans-Alaska-Pipeline errichtet und zählte damals nur wenige Häuser. Heute ist der Ort komplett verlassen und wird nur noch von Wildtieren wie etwa Bären besucht. Ulan Bator ist die kälteste Hauptstadt der Welt. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei kalten minus 2 Grad Celsius, und im Winter kann es gar bis zu minus 25 Grad Celsius kalt werden. Einerseits liegt Ulan Bator auf 1350 Metern. Zentral ist aber, dass hier kontinentales Klima herrscht. Das stabile Sibirien-Hoch sorgt im Winter für ein kaltes und trockenes Klima. Offiziell leben fast 1,5 Millionen Einwohner in Ulan Bator, was etwa der Hälfte der mongolischen Gesamtbevölkerung entspricht. Viele kommen aber nur zum Überwintern in die Hauptstadt und pflegen in den wärmeren Monaten des Jahres eine nomadische Lebensweise. In der zweitkältesten Hauptstadt der Welt ist es zwar noch immer wärmer als in Ulan Bator, dennoch kann es in Winternächten bis zu minus 40 Grad Celsius kalt werden.

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Österreich friert: Noch bis Donnerstag bleiben die Temperaturen auch im Flachland teilweise weit unter dem Gefrierpunkt. Wenn Sie aber denken, bei uns sei es richtig kalt, dann werden wir Sie gleich eines besseren belehren. Denn die am Brunnenkogel in Tirol gemessenen minus 32 Grad sind im Vergleich zu den Temperaturen an anderen Orten auf der Welt sozusagen lauwarm.

In unserer Bildstrecke sehen Sie sieben Orte, an denen nur wirklich Hartgesottene noch nach draußen gehen – und für einige davon müssen wir gar nicht so weit in den Norden.

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(Red)

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