Inferno im Wohnzimmer

15. Dezember 2017 09:11; Akt: 15.12.2017 09:49 Print

Darum brennt der Christbaum so schnell

Jährlich ereignen sich in Österreich im privaten Bereich rund 4.000 teils schwere Brände. Im Dezember und Jänner haben Feuer Hochsaison.

Ein Christbaum kann schneller in Flammen aufgehen, als man für möglich halten würde. (Archivbild) (Bild: Wienweit)

Ein Christbaum kann schneller in Flammen aufgehen, als man für möglich halten würde. (Archivbild) (Bild: Wienweit)

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Vom Adventkranz bis zum Christbaum – in keiner anderen Jahreszeit brennen in Österreichs Haushalten mehr Kerzen als rund um die Weihnachtszeit. Gerade in beheizten Räumen trocknet das Reisig von Adventkränzen und Christbäumen allerdings schnell aus. Wenn Kerzenflammen auf vertrocknete Äste übergreifen, ist die Brandgefahr groß – ein Christbaum kann innerhalb von 20 Sekunden in Vollbrand stehen. Jährlich ereignen sich im privaten Bereich rund 4.000 Brände. Zusammen mit den Industriebränden gibt es zwischen 20 und 35 Todesfälle, so der Versicherungsverband VVO.

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Warum brennt der Christbaum so schnell?

Ein zwei Meter hoher Christbaum hat durchschnittlich etwa 400.000 Nadeln. Hauptbestandteile der Nadeln sind Zellulose, ätherische Öle und Wasser. Christbäume werden oft schon im Herbst gefällt, zu Weihnachten haben sie ihren Wassergehalt daher schon weitgehend eingebüßt. Übrig bleibt das brennbare Material. Die in den Nadeln enthaltenen ätherischen Öle (Harz) sind leicht entflammbar.

Während im warmen Zimmer der Wasseranteil der Nadeln stetig absinkt, verbleiben die Öle länger im Gehölz. Dadurch steigt die Entzündlichkeit der Zweige enorm an – das Brandrisiko erhöht sich mit jedem Tag, an dem der Baum in der geheizten Wohnung steht.

Wenn ein Nadelbaum erst einmal Feuer gefangen hat, müssen Feuerlöscher unbedingt griffbereit stehen. Und auch Rauchwarnmelder sind Lebensretter. Optische Rauchwarnmelder erkennen einen Brand frühzeitig. Eine Umfrage des KFV zeigt, dass sich nur in etwa jedem zweiten Haushalt gewartete Feuerlöscher befinden. Rauchwarnmelder sind nur in rund 40 Prozent der Haushalte zu finden.

Einfache Tipps für feuerfreie Feiertage

Vorzugsweise elektrische Kerzen (etwa LEDs) verwenden, die wenig Wärme erzeugen. Ohne Hitze und offene Flamme ist das Brandrisiko stark reduziert. Wunderkerzen sollten vermieden werden. Einmal angezündet, können sie nicht mehr gelöscht werden und sprühen in alle Richtungen. Kerzen auf Adventkränzen und Christbäumen müssenrechtzeitig ausgewechselt werden, bevor sie niederbrennen und die in beheizten Räumen schnell austrocknenden Äste entzünden.

Nicht brennbare Kerzenhalter reduzieren die Brandgefahr ebenso wie Kerzen, die senkrecht mit entsprechendem Abstand zu anderen Ästen und Christbaumschmuck auf stabilen Ästen montiert sind.

Zum Aufstellen des Christbaumes nur kippsichere und standfeste Christbaumständer verwenden und darauf achten, dass der Stamm des Christbaums auch sicher im Ständer befestigt ist. Mit Wasser gefüllte Christbaumständer verhindern ein zu rasches Austrocknen des Baumes und erhöhen damit die Brandsicherheit.

Unter den Christbaum am besten eine schwer entflammbare Unterlage, zum Beispiel eine Löschdecke, legen. Bis zum Weihnachtsabend sollte der Baum kühl gelagert werden, beispielsweise am Balkon oder im Keller (und eventuell in einem Kübel mit Wasser), damit er nicht zu schnell austrocknet.

Benützen Sie auf keinen Fall Christbaumschnee aus Spraydosen, wenn die Kerzen bereits brennen – durch brennbare Treibmittel können diese regelrecht zu "Flammenwerfern" werden. Auch der Kunstschnee selber kann brennbar sein, daher auf entsprechende Produkte achten!

Einen Feuerlöscher oder einen Kübel Wasser beim Anzünden der Christbaum‐Kerzen immer in Griffweite stellen, damit im Ernstfall keine Zeit verloren geht. Kinder sollten nie unbeaufsichtigt in der Nähe von brennenden Kerzen gelassen werden.

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(red)

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