Tierische Mitbewohner haben Ansprüche

09. November 2016 11:07; Akt: 10.04.2017 11:13 Print

Mit einem Tier zusammen leben: Was es zu beachten gibt

Tierische Mitbewohner brauchen Zuwendung aber auch Raum und Ruhe.

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Tiere sind tolle Gefährten. Sie sind immer da, lustig zu beobachten und oft ganz verschmust. Kein Wunder also, dass es in Österreichs Haushalten über 30 Millionen Haustiere gibt.

Davon sind Katzen mit 1,6 Millionen und Hunde mit 750.000 die beliebtesten der Haustiere – sie bevölkern die heimischen Wohnzimmer und bereichern so das Leben vieler Menschen. Ein Tier im Haus bedeutet aber auch viel Verantwortung, denn ein jedes hat eigene Bedürfnisse, die beim Zusammenleben besondere Geltung erfahren müssen. Ist das nicht der Fall, kommt es oftmals zu Problemen.

Ein Tier braucht viel Liebe, Streicheleinheiten und einen Platz, wo es verstanden wird. Dazu gehören neben Zuwendung aber auch Raum und Ruhe. Wie bei einem Menschen, der in das Leben eines anderen tritt, muss Zeit zum Kennenlernen sein, denn auch Tiere haben unterschiedliche Charaktere.

Wenn also ein neuer Mitbewohner einzieht heißt es erst einmal: Eingewöhnen. So eine Zeit kann auch Schwierigkeiten und Anstrengung mit sich bringen. Ein kleiner Hund beispielsweise muss ca. alle zwei Stunden nach draußen – auch nachts. Und ein Katzenwelpe ist auch nicht immer stubenrein, wenn er zum neuen Besitzer kommt.

Dann ist viel Geduld gefragt, Verständnis und Erziehung, damit alles möglichst schnell funktioniert. Heißt auch: Am Wochenende ein Tier anschaffen und montags wieder arbeiten gehen und den Neuling alleine zu Hause lassen, ist nicht möglich.

Die Bedürfnisse des Anderen ausloten und kennen lernen, lernen was der neue Mitbewohner mag – das braucht Zeit und Geduld. Jedes Haustier ist anders und hat eigene Ansprüche.

Katzen: Mitbewohner statt Kuscheltier

Eine Katze ist meist Einzelgänger. Somit kommt es auch, dass der Stubentiger nicht so viel Aufmerksamkeit benötigt wie ein Hund. Die Katze ist nicht sonderlich auf "Ihren Menschen" angewiesen, drückt aber dennoch Zuneigung aus, wenn ihr danach ist. Ansonsten findet sie es meist in Ordnung, wenn der menschliche Kontakt zu ihr auf das Geben der Mahlzeiten und eine Kuschelrunde auf dem Sofa begrenzt ist.

Wenn es ihr zu viel Kontakt ist, äußert sie das auch - und wehrt sich gegen die unfreiwillig bekommenen Streicheleinheiten. Es wird deutlich: Die Katze hat ihren ganz eigenen Kopf. Wenn ihr etwas nicht passt, drückt sie das aus – ein zerkratztes Sofa gehört schon mal dazu, genauso wie ein Geschäft neben der Katzentoilette.

Ein richtiges Schmusetier ist sie also nicht – eher ein tierischer Mitbewohner. Das sollte jedem klar sein, der sich eine Katze anschafft.

An Ausstattung braucht es pro Katze zwei Katzenklos und ausreichend Katzenstreu. Bei der Anschaffung einer jungen Katze sollte aufmerksam beobachtet werden, ob sie die Streu mag oder sich eher daran stört. Jungkatzen sind oft an die Streu gewöhnt, die der Vorbesitzer bzw. der Züchter verwendet hat – das im Vorfeld abzuklären kann den Umzug erleichtern.

Darüber hinaus braucht eine Katze einen Kratzbaum zum Wetzen der Krallen, Spielzeug, einen Schlafplatz und natürlich Katzenfutter. Auch bei diesem hat eine jede Katze Vorlieben, die sie nach einer Zeit durchblicken lässt. Manche Besitzer kochen sogar selbst für ihre Katze. Außerdem benötigt eine Katze einen Transportkäfig, wenn sie mal zum Tierarzt muss.

Ist die Ausstattung vorhanden und die Katze ein Freigänger, benötigt sie nur ein Minimum an menschlicher Aufmerksamkeit. Ist sie hingegen eine reine Wohnungskatze, sollte der Mensch ein wenig mehr mit ihr machen.

Das Spielen mit Federn, Laserpointern oder kleinen Fellmäusen reizt den natürlichen Jagdtrieb der Katze und bereitet ihr Abwechslung und auch wenn jede Katze ihr eigenes Pensum an Streicheleinheiten anders definiert, ist es doch schön, hin und wieder welche zu bekommen. Mit ein bis zwei Stunden täglich ist der Kontaktbedarf der meisten Katzen gedeckt, so dass auch Berufstätige hier auf keine Probleme stoßen.

Hund: Fellnase mit Laufbedarf

Während eine Katze also eher zum Mitbewohner mutiert und auch recht gut ohne den Menschen zurechtkommt, braucht ein Hund die ganze Aufmerksamkeit von Herrchen oder Frauchen.

Zieht ein Welpe ein, muss er alle zwei Stunden nach draußen, um stubenrein zu werden und benötigt viel Kontakt, um die Trennung von seiner Mutter und den Geschwistern zu verkraften.

Aber auch später sind die wenigsten Hunde zufrieden, wenn ihre Bezugsperson den ganzen Tag auf der Arbeit ist – deswegen sollten Voll-Berufstätige, die dem Hund für mehr als sechs Stunden pro Tag keine Beschäftigung bieten können, lieber auf die Anschaffung eines Hundes verzichten und stattdessen Gassigänger in einem nahegelegenen Tierheim werden.
Abgesehen von dem Zeitmanagement ist es aber dann recht unkompliziert, mit einem Hund die Wohnung zu teilen.

Er benötigt in erster Linie einen Schlafplatz und einen Essplatz, an dem er seine Mahlzeiten zu sich nehmen kann und seine Wasserschale hat. Diese jedoch sollten wirklich alleine dem Hund gehören – sonst kann es zu unangenehmen Situationen kommen.

Abgesehen von den räumlichen Gegebenheiten benötigt ein Hund immer genügend Beschäftigung, damit er ausgelastet ist – körperlich und geistig. Andernfalls kann es zu Zerstörungswut kommen wenn der Hund alleine ist, sei es auch nur für kurze Zeit Besonders in Wohnungen kann das ein Problem werden.

Hier kann der Hund nicht selbst für ein wenig Bewegung sorgen, weswegen es umso wichtiger ist, dass das Bewegungspensum durch die Bezugsperson erfüllt wird. Zwei bis drei Runden Spazierengehen ist Pflicht, inklusive Laufspiel und Denksport, wofür eine solide Grunderziehung die Basis ist.

Aber auch wenn der Hund immer gerne beschäftigt wird, ist es wichtig, dass er Ruhephasen bekommt – das sollte jeder bedenken, der sich einen Hund ins Haus holt. Schließlich möchte auch kein Mensch 24 Stunden mit einem anderen zusammen sein, der nicht eine Minute ruhig sein kann. Das Ausruhen vom Gemeinsam sein gehört dazu.

Kleintier: Macht auch Mist

Nach Katzen und Hunden kommen Kleintiere an Platz drei von Österreichs beliebtesten Haustieren. 5,1 Millionen Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster, Mäusen und anderen Nagern gibt es in den Haushalten.

In der Wohnung gehalten ist ihr Auslauf oft auf einen Käfig beschränkt, nur die wenigsten haben einen Raum oder Zugang zu der ganzen Wohnung. Denn: Nager heißen auch deshalb Nager, weil das Nagen zu ihrer natürlichen Beschäftigung gehört. Zwischen Kabeln, Tapeten und Knabber-Stangen machen die Kleinen nur selten einen Unterschied. Deswegen ist eins für das Zusammenleben essentiell: Eine Nager-sichere Zone, zumindest für Zeiten in denen die Tiere Freilauf haben.

Aber auch andere Aspekte fallen auf, wenn ein Nager in der Wohnung ist. Zum einen muss die Streu regelmäßig getauscht werden, ähnlich wie bei der Katze. Zum anderen sind hin und wieder Geräusche zu erwarten, die besonders im Schlafzimmer nicht ganz leicht zu überhören sind.

Beim Hamster wäre es das Hamsterrad, oftmals sind auch die Trinkflaschen der Nager der Grund für ein metallisches Klickern. Da oftmals Kinder den Wunsch nach den kleinen Freunden verspüren, müssen diese Aspekte vor der Anschaffung bedacht werden. Außerdem: Die Tiere sind keine Kuscheltiere. Auch sie brauchen geistige und ansprechende Beschäftigung, ihren eigenen Rückzugsbereich und vor allem Ruhe.

Fazit

Auch wenn hier vor allem die Aspekte anklingen, die eher zur unangenehmen Seite der Tierhaltung zählen, ist es natürlich schön, die eigene Wohnung mit einem Tier zu teilen und mit einem Vierbeiner zusammen zu leben.

Jedes hat dabei seine eigenen Ansprüche – wer die Verantwortung für eine Fellnase übernimmt, muss ihr schließlich auch Nachkommen. Wenn dann eine artgerechte Haltung erreicht wird und die Bedürfnisse des Tieres erfüllt werden, sind beide glücklich und zufrieden mit dem friedlichen Zusammenleben, was schließlich immer Ziel sein sollte.

Kuschelige Stunden entschädigen für jeden Aufwand und auch die Beobachtung des Tieres, wie es sich durch sein Reich bewegt, ist eine wahre Freude eines jeden Tierbesitzers.


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