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14.03.2012

Insulinspiegel schuld

Wer fett ist, erkrankt häufiger an Krebs

Fettleibigkeit Fett Adipositas adipös

Im Fettgewebe wird auch das Hormon Östrogen gebildet - es soll das Wachstum von Krebszellen fördern (© Fotolia)

Fettleibigkeit kann nach Ansicht von Wissenschaftern das Krebsrisiko erhöhen. "Es wird immer deutlicher, dass die Adipositas ein sehr starker Promotor von Krebserkrankungen ist", sagt der Ernährungsmediziner Hans Hauner.

"Nicht nur Dickdarmkrebs, sondern auch Brustkrebs werden von Adipositas begünstigt. Die Mechanismen sind nicht ganz klar", ergänzt der Experte. Zu den Faktoren, die eine Entwicklung bösartiger Tumore begünstigen könnten, zählen laut Hauner bei Übergewichtigen hohe Werte des Hormons Insulin.

Zu viel Fett führe dazu, dass das Insulin nicht mehr aufgenommen werden kann. Die Bauchspeicheldrüse produziert dann noch mehr Insulin. Das Hormon senkt den Blutzuckerspiegel. "Der Insulinspiegel steigt und wirkt möglicherweise als Wachstumsfaktor für die Krebszellen."

Auch Zusammenhang mit Östrogen
Einer anderen Hypothese zufolge spielt bei Brustkrebs ein bei Übergewicht erhöhter Spiegel des weiblichen Sexualhormons Östrogen eine Rolle. Im Fettgewebe werde Östrogen gebildet, das auch das Wachstum von Krebszellen fördere. Dass Hormonersatztherapien mit Östrogen zu einem Anstieg der Brustkrebsraten führten, sei schon lange bekannt.

Auch der Konsum von viel rotem Fleisch - Schwein, Rind und Schaf - begünstige Krebs. Hoher Zuckerkonsum hingegen könne zwar zu Übergewicht und Typ-2-Diabetes (Insulinresistenz) führen. Aber: "Bei Krebs scheint der Zucker keine große Rolle zu spielen", sagt Hauner.

Experten empfehlen "Mittelmeerkost"
Die Ernährungswissenschafter raten deshalb zu einer ballaststoffreichen Ernährung. Auch eine sogenannte Mittelmeerkost mit Oliven- oder Rapsöl, viel Gemüse, Salat und eher Fisch als Fleisch habe positiven Einfluss und könne etwa das Risiko für Brust-und Dickdarmkrebs mindern.

Die Experten sehen noch immer keine Besserung bei der Zahl der Übergewichtigen. Bei Jugendlichen sei sie sogar noch etwas gestiegen. Auch die Zahl der extrem Dicken habe sich nochmals erhöht, während die Zahl der Übergewichtigen insgesamt stagniere. Einen leichten Trend zum Normalgewicht gebe es bei Kleinkindern und Volksschülern.

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