"Keine Wartezeiten" Gesundheit

Umstritten: Online zum Arzt - jetzt auch in Österreich

Stethoscope on a laptop keyboard - Cross Processed

Das Internet-Arztservice beruft sich auf die im April 2011 in Kraft getretene EU-Richtlinie zur Patientenmobilität

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Das Internet-Arztservice beruft sich auf die im April 2011 in Kraft getretene EU-Richtlinie zur Patientenmobilität

"Komfortable und vertrauliche Arztbesuche via Internet gibt es ab Montag auch in Österreich", bewirbt die Internet-Seite dred.com die Eröffnung einer "Praxis" in unseren Breiten. DrEd ist eine Online-Arztpraxis von drei deutschen Medizinern und Sitz in London. Hierzulande ist das Konzept bereits im Vorfeld heftig kritisiert worden.

+++ Per Web zum Therapeuten - eine TV-Serie macht's vor +++

Wie so oft geht es offenbar um "Viagra & Co." Die gegen neun bis 29 Euro versendeten Rezepte wären auch in Österreich gültig, hieß es. Man will offenbar für private Arztrezepte kassieren, ohne dass eine "Face-to-Face" Anamnese und Untersuchung stattfinden.

Der Service sei auch auf Österreich ausgedehnt worden, hieß es. Was Ähnlichkeiten mit seit Jahren angebotenen Dienstleistungen von "Internet-Angeboten" besitzt: "Die in London von den britischen Aufsichtsbehörden zugelassene Praxis mit derzeit drei Ärzten bietet Sprechstunden zur Männergesundheit (Impotenz, Haarwuchs), Frauengesundheit (Verhütung), die Diagnose und Behandlung von Geschlechtskrankheiten sowie Malariaprophylaxe an", wird das Service beworben.

Online-Verkauf von "Life-Style-Drugs" als Kassenschlager?
Damit geht es offenbar auch dort vor allem um so genannte Life-Style-Drugs. Sie sind auf Privatrezept in Österreich von jedem Arzt beziehbar. Fast 100 Prozent der Österreicher sind krankenversichert (mehr als 99,8 Prozent). Im Krankheitsfall ist Therapie auf Kassenkosten erhältlich. Ein weiteres Argument der Online-Mediziner: "Zudem entfällt durch die vertrauliche Arbeitsweise gerade bei peinlichen Themen wie Potenzstörungen oder Geschlechtskrankheiten die Scheu, die eine Vielzahl von behandlungsbedürftigen Patienten aus den traditionellen Praxen fernhält."

Gerade das ist potenziell gefährlich. Infektionskrankheiten müssen vom behandelnden Arzt eindeutig diagnostiziert werden. Bei männlicher Impotenz ist das - genauso wie bei allen anderen gesundheitlichen Störungen - ebenfalls der Fall. Manche der - bis zum Patentablauf - noch etwas teureren Potenzmittel etc. werden von den Benutzern seit Jahren - bei zum Teil beträchtlichem Risiko - bei obskuren Stellen geordert. Da geht es um einen möglichst niedrigen Preis, der auch zahlreiche Fälschungen auf den kriminellen Markt brachte.


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