Viel mehr als angenommen Gesundheit

10.000 Bakterien bevölkern einen Menschen

10.000 Bakterien bevölkern einen Menschen

Die "Mitbewohner" erfüllen teils lebenswichtige Funktionen für den menschlichen Organismus (© Fotolia)

Bakterien
Die "Mitbewohner" erfüllen teils lebenswichtige Funktionen für den menschlichen Organismus
Es ist eine wahre Mammutaufgabe: alle Mikroorganismen zu erfassen, die am und im menschlichen Körper leben und ihre Funktion zu entschlüsseln. Insgesamt leben vermutlich mehr als 10.000 verschiedene Arten von Bakterien im und am Menschen, berichten nun Forscher. Das sei weit mehr als bisher vermutet.

Nach fünf Jahren Forschungsarbeit stellen Wissenschafter von mehr als 80 Forschungseinrichtungen nun ihre ersten Ergebnisse in einer Reihe von Studien vor, zwei davon erscheinen im Fachblatt Nature. Ergebnis: Art und Anzahl der "Mitbewohner" unterscheiden sich sowohl von Mensch zu Mensch als auch von Körperregion zu Körperregion erheblich.

Welchen Beitrag die Mikroorganismen bei der Aufrechterhaltung der Gesundheit leisten und welche Rolle sie bei der Entstehung von Krankheiten spielen, sei eine der Aufgabe für die nächsten Forschungsjahre, schreiben die Wissenschafter. Ende 2007 hatte die US-Gesundheitsbehörde NIH (National Institutes of Health) das Human Microbiome Project (HMP) ins Leben gerufen.

Mikroben im Darm lebensnotwendig
Dessen Ziel ist es, alle Mikroben des Menschen - das menschliche Mikrobiom - zu charakterisieren. Für ihre jetzt vorgestellten Arbeiten entnahmen die Forscher von 242 gesunden Erwachsenen Proben aus der Nase, dem Mund und Rachen, aus der Vagina, dem Stuhl und von der Haut. Mit genetischen Untersuchungen zeigten sie, dass alle Bakterien gemeinsam etwa acht Millionen Gene besitzen, die in ein Protein übersetzt werden können.

Der Mensch selber verfügt nur über rund 22.000 solcher "Protein-codierenden Gene". Noch ist längst nicht von allen Proteinen bekannt, welche Aufgabe sie besitzen und welchen Beitrag sie für die Gesundheit des Menschen leisten. Zumindest in einigen Bereichen ist er aber erheblich, etwa im Darm. Ohne die Mitarbeit der Mikroben könnten wir zahlreiche wichtige Nährstoffe aus der Nahrung nicht verwerten.


PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von Heute.at!

Ihre Meinung

User haben auch diese Artikel gelesen

  • Heute-App downloaden:
  • Heute App für iOS
  • Heute App für Android

Ihre Meinung

Weitere Artikel aus Gesundheit

Fotoshows aus Gesundheit (10 Diaserien)