Ziele, Träume und Werte Herz

Österreichs schwule Männer fühlen sich wohl

Österreichs schwule Männer fühlen sich wohl

Die Umfrage zeigt, dass es Österreichs homosexuellen Männern gut geht. (© Fotolia)

Die Umfrage zeigt, dass es Österreichs homosexuellen Männern gut geht.
Die Umfrage zeigt, dass es Österreichs homosexuellen Männern gut geht.
Die Ziele, Träume und Werte von homosexuellen und heterosexuellen Männern in Österreich sind in der "Gay Studie 2012" des Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com untersucht worden. Herausgekommen sind viele Übereinstimmungen, doch auch einige Unterschiede.

Die größte Differenz besteht beim Thema Gleichberechtigung. Doppelt so viele homo- wie heterosexuelle Männer wünschen sich diese für alle Personengruppen. Der Gesundheit wird bei den insgesamt 758 Befragten, von denen sich 385 als heterosexuell deklarierten, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung ein hoher Stellenwert beigemessen.

"Generell lassen die schwulen Befragten im Rahmen der gesamten Umfrage einen starken Wunsch nach mehr Gleichberechtigung und Respekt erkennen. Zwar sprechen sich beispielsweise auch 31 Prozent der heterosexuellen Männer stark für Gleichberechtigung für alle aus, bei den homosexuellen Befragten ist der Wunsch nach diesem Wertewandel mit 75 Prozent jedoch deutlich stärker ausgeprägt", erklärte Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com, in einer Aussendung. Die heterosexuellen Umfrageteilnehmer würden dagegen verstärkt befürworten, dass der Familie mehr Wert eingeräumt wird.

Die fehlende Gleichberechtigung wird von vielen Befragten kritisiert.
Die fehlende Gleichberechtigung wird von vielen Befragten kritisiert.
Klischees bestätigt
Bei der Untersuchung der Zielgruppe "Schwule Männer", bei der Anfang dieses Jahres 373 Homosexuelle befragt wurden, unterstützten die Umfrageergebnisse auch das verbreitete Klischee, dass Schwule mehr Wert auf ihr Äußeres legen als Heteros. Beispielsweise bewerten doppelt so viele homo- wie heterosexuelle Männer die eigene Attraktivität als "sehr wichtig" (homosexuelle: 31 Prozent, heterosexuelle: 15 Prozent).

Die Neigung, sich selbst durch Kleidung auszudrücken, ist ebenfalls doppelt so groß. Dafür schließt sich die Lücke wieder, wenn es um die Zufriedenheit mit dem eigenen Äußeren geht. Hier gibt es keinen signifikanten Unterschied in Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung. 18 Prozent der homosexuellen und 20 Prozent der heterosexuellen Teilnehmer sind mit dem eigenen Aussehen "sehr zufrieden".

Generelle Grundzufriedenheit
Kein Problem haben beide Sample-Gruppen mit ihrem Leben im allgemeinen. Jeweils mehr als drei Viertel geben an, mit ihrem Leben derzeit sehr bzw. eher zufrieden zu sein. Während die schwulen Befragten aber mit ihrer Wohnsituation und Gesundheit zufriedener sind als die heterosexuellen, berichten letztere eine höhere Zufriedenheit mit Familie und Beziehungsstatus. Auch was Ängste betrifft, gibt es wenige Unterschiede. Sowohl die hetero- als auch die homosexuellen Männer haben am meisten Angst vor dem Tod des Partners oder von Familienmitgliedern und Freunden. Auffällig ist, dass die Möglichkeit, selbst zu erkranken, den homosexuellen Befragten größere Angst bereitet als den heterosexuellen.

Keine Unterschiede gibt es wiederum bei Themenfeldern wie Selbstverwirklichung oder Beruf. Das ist allen befragten Männern gleich wichtig.  Unter den schwulen Befragten war hingegen der Reise-und Karrierewunsch deutlich stärker ausgeprägt. "Generell pflegen schwule Männer einen individuelleren Lebensstil, der stark vom Streben nach Selbstverwirklichung geprägt ist", beschrieb Moser die Lifestyle-Unterschiede. Die Reisefreudigkeit freut dabei auch den Tourismus, denn "die Reiseindustrie setzte sehr früh auf Gay-Marketing, da Schwule nicht nur deutlich mehr Geld in diesem Segment ausgeben, sondern auch außerhalb der Hauptsaison reisen".


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