Die GameCity lernt laufen! Multimedia

Im Rathaus wird gezockt

Im Rathaus wird gezockt

Wer immer schonmal als italienischer Klemptner durchs Rathaus hopsen wollte, hatte auf der Wiener Game City die Gelegenheit dazu (© )

Super Mario
Wer immer schonmal als italienischer Klemptner durchs Rathaus hopsen wollte, hatte auf der Wiener Game City die Gelegenheit dazu
Bereits zum fünften Mal fand in den ehrwürdigen Hallen des Wiener Rathauses die Game City statt, die zugleich ein Fest für Computer- und Videospielbegeisterte, als auch eine Plattform für Spieleschaffende und Medien darstellt. Viele große Aussteller wie Electronic Arts, Nintendo oder Rockstar waren vor Ort und zeigten die kommenden Highlights ihres Portfolios.

Ein kleines Land wie Österreich wird vom globalen Spielemarkt kaum wahrgenommen. Trotz nennenswerter heimischer Spielerfolge wie der Anno-Serie, deren Wurzeln im steirischen Schladming liegen, und internationalen Produktionen wie der Gothic-Reihe des  ehemaligen Publishers JoWood  wird der knapp 300 Millionen Euro schwere Videospielemarkt gerne mal dem großen Nachbarn Deutschland hinzugerechnet. Mit der GamesCom in Köln und Produktions-Schwergewichten wie Crytec haben die Allemanen natürlich weiterhin deutlich die Nase vorn, mit der Wiener Game City setzt die Politik dennoch ein Zeichen, dass das Thema auch hierzulande durchaus ernstzunehmen ist.

Lange Schlangen
Augenscheinlichstes Anzeichen dafür sind die langen Schlangen, die beim Flanieren durch die prunken Räume sofort ins Auge stechen. Vor dem hermetisch abgeriegelten Kinosaal des Entwicklers Rockstar beispielsweise tummeln sich Hunderte, um einen exklusiven Blick auf das 2012 erscheinende Action-Spiel Max Payne 3 zu erhaschen. Die Wartezeit lohnt sich, denn was hier gezeigt wird, ist kein lauer Aufguss von bereits Gesehenem, sondern eine solide, 20 minütige Vorführung zweier extrem schön inszenierter Levels, die ein Mitarbeiter auf der XBox 360 durchspielt.

Am anderen Ende des Raumes wartet bereits EA mit seiner in Kürze erscheinenden Kriegssimulation Battlefield 3 auf die spielhungrige Fanmeute. Hier reicht die Schlange fast aus dem Saal, mit 45 Minuten Wartezeit ist zu rechnen, um die Grafikorgie bereits vorab für zehn Minuten anzuspielen. Auch Batman: Arkham City und Unchartet 3: Drakes Deception verleiten die Besucher zu einem kleinen Abstecher von der Hauptroute - ohne das obligatorische Ab-18-Armband bleibt einem der Spaß allerdings verwehrt.

Trend zu Casual-Games
Der eindeutige Trend zu Casualgames ist auch der Wiener GameCity deutlich anzumerken, wenn vorwiegend die jüngeren Semester an jedem dritten Stand die Hüften zu Kinect und Playstation-Move Tanzspielen kreisen lassen, oder man am DiTech-Stand eine Runde AngryBirds auf den neuesten Smartphones ausprobiert. Nintendo zeigt Vorab-Versionen von Mario Kart 3D, Zelda Skyward Sword und Super Mario 3D Land.

Mit Anno 2070 findet sich schließlich auch eine Remineszenz auf die goldene Ära der österreichischen Spieleentwicklung wieder.

Bewaffnet mit einer Fülle an Informationsmaterial und den messetypischen Plastiksackerln, deren schiere Anzahl sogar am Praterstern noch für Aufsehen sorgt, verlässt man das Rathaus mit dem zufriedenen Gefühl, dass die Game City sich zu einer ernstzunehmenden Größe in der heimischen Spielelandschaft mausert.


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