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28.10.2011

Das kann das Apple-Handy

iPhone 4s - scharfes Auge und scharfes Ohr

iPhone 4s im Test

Wir haben das neue iPhone zwischen die Finger bekommen, und sind besonders von der Kamera angetan. (© Bernhard Emig)

Apple lud zum Presseviewing nach Favoriten, und wir kamen um das neue iPhone 4s auf Herz und Nieren zu testen. 7 mal schneller, bessere Kamera und die hochgepriesene Sprachsteuerung klingt großartig, doch hält das Gerät auch in der Praxis, was es verspricht? Und wie wirken sich die Neuerungen auf die User-Experience aus?

Als wir das frisch eingetroffene iPhone 4s in elegantem perlweiß ungeduldig aus seiner Schachtel befreien fällt gleich als erstes auf, dass kaum etwas auffällt. Bis auf einen zusätzlichen Sensor über dem Ohrlautsprecher gleicht das iPhone 4s seinem Vorgänger wie ein Ei dem anderen. Am eleganten aber ob seiner Zerbrechlichkeit gefürchteten Glas-Chassis, und auch am Antennenrahmen hat Apple zumindest optisch nichts verändert. Da wir nicht versucht sind das iPhone aufzuschrauben, widmen wir uns gleich den augenscheinlichen Änderungen - nämlich den softwareseitigen.

Beim Einschalten begrüßt uns das Gerät diesmal nicht mit der plumpen Aufforderung, doch bitte eine Verbindung mit dem Computer herzustellen, sondern mit einem schicken Konfigurationsassistenten, der Schritt für Schritt die wichtigsten Einstellungen abfragt. Sprache - Deutsch (dauert ein wenig, muss wohl die gesamte Siri-Bibliothek einmal durch den Speicher schieben), Land? Österreich, Apple ID? haben wir! iCloud? Wollen wir nutzen. PinCode? Jaaaaaa...

Und schon befinden wir uns am Home-Screen. Der sieht eigentlich aus wie immer, nur einige Icons haben sich verändert. Der alte iPod nennt sich nun "Musik" und ein vom iPad bekannter Punkt für "Video" ist neu hinzugekommen - wurde wohl aus Gründen der Einheitlichkeit voneinander getrennt.

Man fühlt sich irgendwie sofort heimelig, und doch vermisst man die charmante Euphorie, die sich beim ersten Bedienen so eines Gagdets breit machen sollte. Waren es beim iPhone 3 noch die angenehm runden Formen, beim iPhone 4 das Retina Display, irgendwo fehlt der kleine Funke "Magie".

8 Megapixel Kamera mit neuer Optik
Bildvergleich

Im optischen Zoom sticht die Kamera das alte Modell sowohl in Helligkeit, als auch in Bildschärfe um ein Vielfaches. (© Bernhard Emig)

Dieser entfaltet sich erst beim genaueren Hinsehen: Der erste Klick auf die Kamera-App verdeutlicht: Hier wurden nicht nur Marketing-Floskeln bedient, sondern ein solides Stück Technik verarbeitet! Das macht sich bereits im Sucherfenster bemerkbar, wenn man in dunkler Umgebung mit deutlich klareren Konturen und echteren Farben überascht wird. Die 8 Megapixel entfalten ihren Glanz natürlich erst beim Betrachten am Computer, das Retina Display wurde im Vergleich zum iPhone 4 nicht verändert.

Auf zum nächsten Test:

Internetbrowser:
Das Laden und Darstellen von Internetseiten soll ja wesentlich schneller vonstatten gehen als bisher. Im direkten Vergleich beim Surfen auf Heute.at, sowohl am iPhone 4 als auch am 4s, können aber keine wirklichen Unterschiede wahrgenommen werden. Beim erneuten Öffnen des Browsers nach einiger Zeit zeigt sich aber, dass die wesentlichen Bausteine im Cache verblieben sind, sich also nicht die komplette Seite neu aufbauen muss. Das ist schick, und wurde beim früheren iOS schmerzlich vermisst.

Siri, das sprechende Handy
Last but not least haben wir die Technologie Siri, eine Sprachsteuerung unter die Lupe, oder besser gesagt ans Ohr genommen. Klar, mit Standardbefehlen wie "Rufe die Nummer XYZ an" oder "Wie ist das Wetter heute?" lockt man die Gute nicht aus der Reserve, holprig wird's aber wenn man in einem deutschen Satz englische Wörter benutzt, oder sie auf aktuelle Nachrichtenthemen anspricht: "Ist der Rapid Charlie tot?" beantwortet Siri folgendermaßen: "Ist der Rapid Klee dort? Ich weiß nicht - soll ich im Internet suchen?" Wäre in diesem Fall wohl die bessere Lösung, ja. Aber Siri soll ja lern- und ausbaufähig sein, und auf Dauer wird sich zeigen, wieviele Menschen es vorziehen mit ihrem Handy zu reden.

emb

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