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01.02.2012

Militär experimentiert

Warum Gamer die neuen Waffentester sind

Call of Duty

Beim Kampf gegen Terroristen und Söldner könnte man bald unwissentlich dem US-Militär helfen (© Activision)

Immer wieder werden Zocker von Ego-Shootern als Waffennarren abgestempelt, die irgendwann einmal im realen Leben selbst zum Gewehr greifen und Amok laufen könnten. Das wichtigste Argument der Videospieler: Das Geballere hat mit der Realität nichts zu tun. Bis jetzt jedenfalls.

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Geht es nach der Armee der Vereinigten Staaten, dann sollen nämlich die Videospieler zu den neuen Waffentestern werden - ohne dass sie es selbst merken. Doch damit nicht genug: Die Software der modernen Waffensystem soll ins Internet gestellt werden - damit sie von Usern auf Herz und Nieren geprüft werden können. Crowdsourcing nennt sich das Ganze. Geld sollen nicht mehr nur ausschließlich die Waffentester bekommen, sondern Spiele-Entwickler, die dann die Waffensoftware in ihre neuen Shooter aufnehmen. Getestet wird dann gratis durch die Spieler.

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Alarm schlägt der Crowdsourcing-Experte David Röthler, der dies für unethisch hält gegenüber pressetext.com. Er fordert, dass die Gamer über ihre Rolle als "Versuchskaninchen" aufgeklärt werden. Eine Gefahr sei es aber, dass, wenn die "Tester" über die Software Bescheid wissen, eigene Ideen einfließen und das Ganze außer Kontrolle gerät. Spieler könnten Ergebnisse manipulieren, der Software-Code könnte missbräuchlich verwendet werden - wenn er es in diesem Fall nicht bereits wird.

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Gemeinsame Lösung für alle
Der Waffentest schießt eigentlich am Ziel des Crowdsourcings vorbei. Der Prozess sollte eigentlich dazu dienen, ein schwieriges Problem von möglichst allen Seiten zu betrachten, neue Zugänge zu finden, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten und damit einen Vorteil für alle zu schaffen. Beispiel: Beim Puzzle-Spiel "Foldit" konnte so ein Enzym, das bei der AIDS-Erkrankung eine wichtige Rolle spielt, entschlüsselt werden. Dass der Waffentest dagegen dem Gemeinwohl dient, darf bezweifelt werden.

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Das beeindruckt das US-Militär dagegen wenig, für eine dreijährige Testphase wurde ein Budget von fast 25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Wer glaubt, bereits unwissentlich Waffentester zu sein, kann dagegen beruhigt werden. Die ersten Spiele, in denen reale Waffen-Software enthalten sein könnte, sollen erst in rund zwei Jahren erscheinen. Wirklich beruhigend ist aber auch das nicht.

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