DSA: Satinavs Ketten Multimedia

Unglücksbringer auf Abenteuer

Unglücksbringer auf Abenteuer

Vogelfänger und Fee an der Grenze zum Orkland. (© GamingXP / Daedalic)

Satinavs Ketten
Vogelfänger und Fee an der Grenze zum Orkland.
„Das Schwarze Auge“ ist das bekannteste und erfolgreichste deutsche Rollenspiel-Franchise, das auch immer wieder mit Computer-Umsetzungen punkten konnte. Im März erscheint das nächste  Spiel, „DSA: Satinavs Ketten“ – doch etwas ist anders: Das Entwicklerstudio Daedalic setzt einen Teil der Spielwelt Aventurien in einem Adventure um. Keine rollenspiel-typischen Charakterfreiheiten also – ob das gut gehen kann? Wir haben uns die Preview-Version angesehen, um das zu klären.

Der junge Geron, Protagonist von „Satinavs Ketten“, ist im abgergläubisch-hinterwäldlerischen Andergast aufgewachsen. So weist, so nicht so schlimm. Allerdings ist er auch noch als Unglücksbringer verschrien, da ihm vor 13 Jahren ein blinder Seher vom Scheiterhaufen aus die Worte „Du bringst das Ende!“ an den Kopf geworfen hat. Allerdings will sich Geron davon nicht unterkriegen lassen und das Abenteuer beginnt für ihn und damit Sie als Spieler auch vielversprechend: Der andergastsche König lässt einen Wettbewerb ausrichten und einige Rätsel später steht der gelernte Vogelfänger als Sieger fest.

Fantastische Erzählung
Schnell wird klar, warum „Satinavs Ketten“ das für DSA-Spiele ungewohnte Adventure-Format nutzt. Bei einem echten Rollenspiel, in dem man seinen Charakter wirklich frei gestaltet, kann sich die Geschichte zwar im Groben um diesen Charakter drehen – aber nicht so im Detail, wie das hier der Fall ist. Denn der junge Vogelfänger bekommt es mit einer Krähenplage zu tun, die laut seinem Ziehvater Gwinnling etwas mit der Rückkehr des Sehers – der brannte doch! – zu tun hat. Das eigentliche Abenteuer beginnt also mit der Suche nach einer Fee.

Als Geron mit eben dieser, Nuri, nach Andergast zurückkehrt, findet er einen nach einem Angriff sterbenden Gwinnling, der seinem Ziehsohn noch aufträgt, Nuri zu töten. Die hat sich derweil einen wütenden Mob aufgehalst, der sie als Hexe brennen sehen will. Und der beiden einziger Verbündeter ist für den Moment ein sprechender Rabe – und das Trio muss auf der Suche nach einem Feenforscher in eine wahrlich unwirtliche Region: in die Orklande, zu den Blutzinnen …

In „Satinavs Ketten“ spielen Sie wirkliche Schlüsselmomente der Geschichte durch, die wo nötig durch erzählerische Zwischensequenzen verknüpft sind. Dabei spricht ein Erzähler vor schwarzweiß gezeichneten, teilanimierten Sequenzen – etwa von der beschwerlichen Reise in die Blutzinnen. Diese Sequenzen sind eine tolle Ergänzung zum Ingame-Stil, der an „Tale of a Hero“ erinnert, aber deutlich mehr Schliff hat. Das bekommen Sie auch zu sehen, wenn Sie in den Blutzinnen wieder aktiv eingreifen, weil Geron, Nuri und Rabe sich tatsächlich mit Orks befassen müssen. Das ergibt im in der Preview-Version verfügbaren Teil des Spiels einen wirklich tollen Erzählfluss, und auch Nicht-Kenner werden zumindest der Haupthandlung ohne Probleme folgen können.

Gute Anspielungen, schwache Rätsel
Echte DSA-Fans haben aber sicher mehr vom Spiel, da sie Erwähnungen etwa Golgaris oder nette Anspielungen auf die aventurische Folklore – etwa die somit offizielle Vertonung des Lieds von der Bärenbraut – und somit auch den Witz, den das Spiel absolut hat, ebenfalls verstehen. Zudem wissen Sie nette spielerische Ansätze wohl eher zu würdigen. Geron etwa ist ein Magiedilletant, der aber außer zerbrechliche Gegenstände zerdeppern nicht zaubern kann. Nuri dagegen kann zerbrochene Objekte wieder heil machen – das fließt in viele Rätsel ein.

Wer eher Adventure-Profi ist, wird aber monieren, dass die Rätsel in „Satinavs ketten“ schon ziemlich leicht sind. Oft sind nur wenige oder gar nur ein Hintergrundbild zugänglich. Von den verschiedenen Hilfestellungen, die schweren und leichten Spielmodus unterscheiden, werden selbst mäßig erfahrene Adventure-Spieler allenfalls gelegentlich die Hotspot-Anzeige brauchen. Nervig ist allenfalls, dass man manchmal quasi erst das Rätsel erraten muss, bevor man eine offensichtliche Aktion setzen darf. Genre-Profis werden die laut Hersteller 15 bis 20 Stunden Spielzeit wohl eher unter- als überschreiten.

Die Vertonung der Preview-Version wirkt schon sehr gut gelungen und macht ebenso wie der Erzählfluss und die Optik Lust auf mehr. Die Point & Click-Steuerung bietet zwar keine großen Innovationen, geht aber problemlos von der Hand. Allerdings muss ich sagen, dass zu leichte Rätsel mich zweifeln lassen, ob „Satinavs Ketten“ ganz an Top-Adventures wie „Deponia“ heranreichen wird. Immerhin: Hält „Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten“, was die Vorschau verspricht, wird das Spiel DSA-Fans richtig Spaß machen.

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