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05.05.2012

Becker, Kutcher & Co

Was für Blödsinn Stars so twittern

Sie alle Twittern, doch kaum jemand hat auch etwas zu sagen: Ashton Kutcher, Katie Price, Matthias Schweighöfer, Demi Moore, Adele, Rio Ferdinand, Lady Gaga, Boris Becker

Sie alle Twittern, doch kaum jemand hat auch etwas zu sagen: Ashton Kutcher, Katie Price, Matthias Schweighöfer, Demi Moore, Adele, Rio Ferdinand, Lady Gaga, Boris Becker (© APA/Heute.at-Montage)

"Ich esse Salat und träume von einem Cheeseburger." Ein Satz wie er von vielen Frauen auf diesem Planeten stammen könnte. Doch dieser Satz interessiert potenziell mehr als 20 Millionen Menschen - so viele folgen zumindest Lady Gaga auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

+++ YouTube zeigt stars von ihrer wahren Seite +++

Nicht nur die schrille Sängerin hält ihre Fans mit kleinen Nachrichten, sogenannten Tweets, auf dem Laufenden. Von Britney Spears bis Boris Becker: Tausende Prominente bauen per Internet Kontakt zu ihren Fans auf. Doch wer will die Abermillionen Tweets eigentlich alle lesen? Während Politiker wie US-Präsident Barack Obama Twitter gezielt auf Wählerfang gehen, verbreiten Stars aus dem Showgeschäft oft nur Banalitäten.

Matthias Schweighöfer

"Jetzt schon voll vom Essen" - Schauspieler Matthias Schweighöfer (© DPA)

Direkter Draht zum Fan
"Über Twitter oder auch Facebook baut sich ein Bindung zwischen Promi und Followern auf, der Prominente kann sich so immer wieder in Erinnerung rufen", sagt Manuel Mattern, Chef der deutschen Beratungsfirma für Internet & Social Media, youcom.de. So können eigene Infos schneller gestreut werden als in der Presse. Und: Die Hoheit der Verbreitung liegt beim Promi selbst, er kann die Nachrichten kontrollieren.

Adele: "Schaue Gladiator und esse Apfel"
Dabei wird nicht nur Gehaltvolles getwittert. So schreibt Schauspieler Matthias Schweighöfer an seinem Geburtstag "Jetzt schon voll vom essen. Oh Gott" und die britische Sängerin Adele lässt ihre Mitmenschen wissen "Ich sitze im Bett, schaue Gladiator und esse einen Apfel". "Wenn einer twittert, er macht den Kühlschrank auf, dann ist das natürlich bekloppt", findet Mattern.

Boris Becker

"Könnte bitte wer den Krieg in Syrien stoppen?" - Boris Becker (© EPA)

Boris Becker: "Bayern hat Real eingekreist"
Zu den aktivsten deutschen Twitter-Freunden gehört Boris Becker. Er äußert sich nicht nur zu Fußballspielen ("Bayern hat Real eingekreist") und postet allerlei Familienbilder. Auch vor Politik schreckt er nicht zurück ("Can somebody please stop the Civil War in SYRIA ! This is crazyyyyyyyyy").

@mrskutcher wird zu @justdemi
Journalisten greifen auf die Kommentare gern zurück - schließlich gehören Twitter-Accounts mittlerweile zu den wichtigen Quellen für Prominachrichten. Allein schon der Tweet, dass Hollywoodstar Demi Moore nach der Trennung von Ashton Kutcher einen neuen Twitternamen hat ("@justdemi" statt "@mrskutcher"), wurde weltweit zur Nachricht. Kein Wunder: Waren Demi und Ashton doch das Twitterpaar schlechthin. Ihre Beziehung scheiterte aber trotz - oder gerade wegen - des offensiven Getwitters über ihre Beziehung (Unterhosenfotos von Demi inklusive).

Ashton Kutcher

Ashton Kutcher verteidigte unabsichtlich einen Kinderschänder - und ruderte schnell zurück (© EPA)

Ashton Kutcher und der Kinderschänder
Ashton selbst geriet in die Kritik, als er sich per Kurznachricht übereilt über den Rausschmiss eines Football-Trainers empörte. Der soll jedoch verschwiegen haben, dass einer seiner Assistenten jahrelang Buben sexuell missbraucht hatte. Kutcher ruderte zurück: Er habe den Hintergrund der Geschichte nicht gekannt.

Katie Price

"Lecker!" - Katie Price macht auf Twitter Werbung für Snickers (© EPA)

Lecker: Katie Price und Snickers
Den Unmut ihrer Follower zogen auch das britische Busenwunder Katie Price und Manchester-United-Fußballer Rio Ferdinand auf sich. Sie twitterten begeistert über den Schokoriegel "Snickers" - und verärgerten vieler User. Es sei nicht klar zu erkennen, dass es sich dabei um bezahlte Werbung handelte, lautete der Vorwurf. Die britische Werbeaufsicht ASA entschied anders: Durch die Abfolge und Kennzeichnung von mehreren Twitter-Einträgen sei deutlich zu erkennen, dass das Ganze Werbung sei, hieß es.

Mörderkohle für Twitter-Werbung
Immer mehr Promis verdienen an den Werbebotschaften Geld. Die US-Agentur Ad.ly wirbt zum Beispiel mit Stars wie Mariah Carey oder Paris Hilton, die gewisse Markennamen in ihren Twitterbotschaften verbreiten. Bis zu 25.000 Dollar (19.037 Euro) können die Promi-Tweeter für eine Werbebotschaft kassieren. Doch ob Werbetweets wirklich im Sinne der Prominenten sind, ist fraglich. Berater Mattern meint: "Werbung bei Twitter wird von der Internetgemeinde nicht goutiert, wenn das Product-Placement zu auffällig ist, hagelt es Kritik."

APA/red.



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