Panne und Überforderung Multimedia

Facebook-Aktie legt fast die Börse lahm

Zuckerberg reacts after remotely ringing the opening bell in Menlo Park

Mark Zuckerberg beim Läuten der Glocke (© Reuters)

Der größte Internet-Börsengang aller Zeiten hat die US-Technologiebörse Nasdaq überfordert. Der Handel mit Facebook-Aktien hätte eigentlich am Freitag um Punkt 11.00 Uhr New Yorker Zeit (17.00 Uhr europäischer Zeit) beginnen sollen, verzögerte sich aber immer weiter. Erst mit einer halben Stunde Verzug gab es den ersten Kurs.

In der schnelllebigen Börsenwelt ist eine halbe Stunde eine Ewigkeit. Nach Informationen des Wall Street Journal hatten mehrere Händler Probleme, ihre Kauf- und Verkaufaufträge in letzter Minute zu ändern. Facebook hatte einen Teil der Papiere an Privatanleger verkauft. Üblicherweise nehmen fast ausschließlich institutionelle Investoren an Börsengängen teil, das sind etwa Pensionsfonds.

Die Aktie des selbst börsengelisteten Börsenbetreibers Nasdaq fiel angesichts der Panne, erholte sich später aber wieder. Die rein elektronisch handelnde Nasdaq hatte dem viel älteren Rivalen New York Stock Exchange (NYSE) mit seinem Parketthandel den Börsengang von Facebook weggeschnappt. Umso ärgerlicher war nun die Verzögerung.

Handel eingeläutet
Am Tag des Börsengangs des sozialen Netzwerks Facebook hat Unternehmenschef Mark Zuckerberg den Handelsbeginn an der US-Technologiebörse Nasdaq eingeläutet. Zuckerberg läutete am Freitag die Nasdaq-Glocke per Live-Videoschaltung vom Facebook-Sitz im kalifornischen Menlo Park. Der eigentliche Handel an der Nasdaq begann um 17 Uhr.

Die Aktie des weltgrößten sozialen Netzwerks Facebook hat bei ihrem Börsendebüt am Freitag in New York kräftig zugelegt. Das von einigen Marktteilnehmern für möglich gehaltene Kursfeuerwerk ist allerdings ausgeblieben: Die Aktien des sozialen Netzwerks standen im Verlauf bei 40,63 US-Dollar. Zum Ausgabepreis von 38,0 Dollar errechnet sich ein Kursplus von 6,95 Prozent.

+++ Debakel oder Triumph? Der Facebook-Börsegang +++

Auf einen Schlag zu Millionären
Hunderte Facebook-Mitarbeiter hatten sich unter freiem Himmel um den Firmengründer gescharrt. Sie feierten den größten Internet-Börsengang aller Zeiten. Viele von ihnen wurden auf einen Schlag zu Millionären. Zuckerberg stand im bekannten dunklen Kapuzenpulli vor seinen jubelnden Beschäftigten, neben ihm die fürs Tagesgeschäft zuständige Sheryl Sandberg. Nasdaq-Chef Robert Greifeld war extra von New York nach Menlo Park gereist, um dem Ereignis beizuwohnen

+++ Facebook-Datenschutz von Wienern gekippt +++

Facebook konnte seine Aktien am späten Donnerstag zum anvisierten Höchstpreis von 38 Dollar losschlagen. Insgesamt nahmen das Unternehmen und seine Alteigentümer damit 16 Mrd. Dollar ein. Gründer und Chef Mark Zuckerberg hat einen Teil seiner Aktien verkauft, aber nur, um fällige Steuern zu begleichen. Der 28-Jährige behält mit seinen verbleibenden Aktien weiterhin die Kontrolle über das 900 Millionen Mitglieder starke Netzwerk.

+++ Facebook-Hacker muss ein Jahr in den Bau +++

Nächtlicher "Hackathon"
Zuckerberg feierte den Erfolg zusammen mit seinen Mitarbeitern mit einem nächtlichen "Hackathon" - einer Veranstaltung, bei der bis in die Morgenstunden unter Einfluss von viel Koffein und lauter Musik Software geschrieben wird. Der Höhepunkt kam am frühen Freitagmorgen kalifornischer Zeit: Umgeben von Hunderten jubelnden Mitarbeitern startete Zuckerberg vom Firmengebäude aus um 15:30 Uhr den Nasdaq-Handel im fernen New York.

+++ Heimische Firmen werben um 9 Mio. € auf Facebook +++

Die Facebook-Aktie sollte allerdings erst rund eineinhalb Stunden später erstmals gehandelt werden. Nach den ersten Kursbewegungen wird feststehen, ob der Facebook-Börsengang ein Erfolg ist. Beobachter rechneten damit, dass der Kurs des Papiers am ersten Tag kräftig steigt. Denn die Nachfrage der Investoren war in den vergangenen Wochen derart stark, dass Facebook seinen Börsengang mehrfach ausweitete.

+++ Jeder Facebook-User ist 115 US-Dollar wert +++

Kein gewöhnliches Unternehmen
Zuckerberg verzichtete darauf, die Nasdaq-Glocke direkt auf dem Börsenparkett zu läuten. Dafür berichteten die Agenturen ausführlich über das Eintreffen anderer Manager, etwa des Finanzchefs. Es ist ungewöhnlich, dass ein Firmenchef den symbolischen Termin auf dem Börsenparkett schwänzt. Allerdings ist Facebook auch kein gewöhnliches Unternehmen.


PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von Heute.at!

Ihre Meinung

Ihre Meinung

Fotoshows aus Multimedia (10 Diaserien)
Weitere Interessante Artikel