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16.07.2012

Aufmerksamkeit groß

Online-Reiseführer der Wikipedia-Macher

Beim Reiseführer könnten Internetnutzer wieder selbst mitarbeiten

Beim Reiseführer könnten Internetnutzer wieder selbst mitarbeiten (© Fotolia.com)

Unter dem Dach der Wikipedia-Mutter Wikimedia könnte ein kostenloser Online-Reiseführer entstehen. Die freiwilligen Mitarbeiter der Community stimmen derzeit über eine solche Initiative ab.

Ziel ist es, die Projekte Wikitravel und Wikivoyage zu einen. Beide werden ähnlich wie das Online-Lexikon von ehrenamtlichen Autoren gepflegt. In dem Stimmungsbild hatten die Befürworter am Montag ein deutliches Übergewicht. Die Anbieter anderer Reiseführer könnten unter dieser Konkurrenz leiden. Die Wikimedia-Stiftung diskutierte am Wochenende auf ihrer Konferenz Wikimania mit den Machern der Projekte.

Eine Mehrheit der Wikitravel-Administratoren hatte im Vorfeld für eine Kooperation gestimmt. Auch die Mitglieder des Vereins Wikivoyage gaben bereits grünes Licht. Das Kuratorium der Wikimedia-Stiftung werde aber nur bei einer hohen Beteiligung an der Abstimmung und einem klaren Votum eine Entscheidung für das Projekt treffen können, schrieb Denis Barthel, Projektmanager bei Wikimedia Deutschland, in seinem Blog.

Gefahr für kommerzielle Reiseführer
Wikitravel ging 2003 als Mitmach-Projekt online, in dem ähnlich wie in der Wikipedia ehrenamtliche Autoren gemeinsam an den Beiträgen arbeiten. Die Gründer verkauften die Marke 2006 an die Firma Internet Brands. Diese gewährleistete den technischen Betrieb, schaltete aber im Gegenzug Werbung. Daraufhin spaltete sich ein Teil der Community aus vornehmlich deutschen Mitarbeitern unter dem Namen Wikivoyage ab.

Beide Reiseführer nutzen eine Wiki-Technologie, die das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten ermöglicht. Wikivoyage hat rund 12.000 deutschsprachige Artikel, Wikitravel rund 5.200. Die deutsche Version des neuen Projektes soll unter dem Namen Wikivoyage firmieren. Das neue Projekt könnte kommerziellen Online-Reiseführern das Leben schwer machen. Die Wikipedia-Seiten erhalten bei Suchmaschinen wie Google traditionell eine hohe Platzierung und ziehen somit viel Aufmerksamkeit auf sich.

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