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25.07.2012

ÖOC zwitschert

Das sind Österreichs Olympia-Twitterer

Einige ÖOC-Athleten werden auf Twitter aus London berichten

Einige ÖOC-Athleten werden auf Twitter aus London berichten (© dpa/Archivbild)

Wer auf Facebook, Blogs und Twitter im täglichen Leben nicht mehr verzichten kann, muss dies auch während der Olympischen Spiele in London nicht tun.

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Zwar gibt es Auflagen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für die Nutzung der sozialen Netzwerke, doch sind Botschaften in Ich-Form und Tagebuch-Format nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Auch Österreichs Sportler wollen ihre Familien und Freunde mit Kurznachrichten auf dem Laufenden halten - manche lauter, andere leiser.

Im Social-Media-Bereich müssen allerdings die Bestimmungen der Olympischen Charta eingehalten werden. Die Aktivitäten dürfen nicht kommerziellen oder Werbezwecken dienen, Geschriebenes darf nicht geschmacklos oder vulgär sein. Das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) gab jedem der 70 Sportler und Sportlerinnen ein Handbuch mit auf die Reise nach London.

Markus Rogan

Markus Rogan (© GEORG HOCHMUTH (APA))

Keine Kommentare zu anderen
Athleten dürfen nicht aus Sicht eines Journalisten schreiben, keine Wettkampfberichte abgeben oder Aktivitäten anderer kommentieren. Man darf ein Foto von sich, aufgenommen an einer olympischen Wettkampfstätte, posten, nicht aber Videos.

Schwimm-Star Markus Rogan und Tennis-Ass Jürgen Melzer, die regelmäßig via Twitter über ihre sportlichen und andere Unternehmungen unterrichten, dürfen also weiter fleißig in die Tasten greifen. Wimbledon-Viertelfinalistin Tamira Paszek ist nicht auf Facebook zu finden. "Auf Twitter werde ich sicher hin und wieder informieren", erklärte die Vorarlbergerin.

Clemens Doppler und Alexander Horst

Clemens Doppler und Alexander Horst (© HELMUT FOHRINGER (APA))

"Einen Tag ohne Facebook hält er sowieso nicht aus"
Clemens Doppler outete sich als wahrer Facebook-Fan. "Wenn ich Sportfan bin, ist das eine enorm spannende Geschichte. Näher kannst du das Ganze niemandem bringen. Es erhält eine sehr persönliche Note, wenn man zum Beispiel die Zimmer im Olympischen Dorf sieht", meinte der Beach-Volleyballer. "Ich mache das seit zwei Jahren aktiver. Das ist eine neue Dimension der Kommunikation, die man ausnutzen muss." Partner Alexander Horst bestätigte: "Einen Tag ohne Facebook hält er sowieso nicht aus."

Mountainbiker Karl Markt ist ein passionierter Blogger. Er wird seine Bike-Freunde auch während der Spiele auf dem Laufenden halten. "Ich werde sicher auch bei Olympia einiges reinschreiben. Über Facebook und Blogs erreicht man viel mehr Leute. Und man ist schneller mit der Information", erklärte der Tiroler. "Außerdem ist es auch interessant zu lesen, was die anderen so treiben."

Birgit Koschischek

Birgit Koschischek (© GEORG HOCHMUTH (APA))

Umwelt Einblick gewähren
Schwimmerin und Neo-Facebook-Nutzerin Birgit Koschischek will nicht zu viel Privates preisgeben, plant aber einen Blog, ebenso wie Synchronschwimmerin Nadine Brandl. Deren Duett-Partnerin Livia Lang will erst nach dem Wettkampf "auf Facebook informieren". Ihrer Umwelt Einblick gewähren auch Nina Dittrich ("Auf Facebook") und Jördis Steinegger ("Homepage").

David Brandl hat viel vor: "Mein Bruder Peter-Michael betreut die Homepage, er wird das in London nebenbei machen. Aber auch ich werde Fotos schießen." Sein Schwimm- und Staffelkollege Christian Scherübl will seine olympischen Eindrücke auf Facebook teilen, ähnlich sieht es Triathlet Andreas Giglmayr: "Ich werde meine Facebook-Seite schon aktuell halten. Das interessiert die Leute doch."

Gerhard Mayer

Gerhard Mayer (© ROLAND SCHLAGER (APA))

"Bin eher ein passiver User"
Gerhard Mayer glaubt nicht, dass er Zeit finden wird, während der Spiele etwas zu posten. Überhaupt ist er eher ein Mitleser. "Ich schaue mir gerne an, was die anderen so machen, wie ihr Formaufbau ist, welche Weiten sie werfen", sagte der Diskuswerfer. So ein Typ ist auch Badmintonspieler Michael Lahnsteiner: "Ich bin auf Facebook, bin aber eher ein passiver User. Ich lese viel, stelle aber nicht ständig etwas hinein."

Florettfechter Roland Schlosser hat seine Homepage als Softwareentwickler selbst gemacht und ist auch auf Facebook. Er wird "aber eher nicht so viel machen während der Spiele". Laser-Segler Andreas Geritzer wird sich ebenso zurückhalten wie die 49er-Segler Nico Delle-Karth und Niko Resch. "Mit den ganzen Richtlinien, das ist uns zu kompliziert", sagte der Tiroler Steuermann Delle-Karth.

Corinna Kuhnle

Corinna Kuhnle (© ANDREAS PESSENLEHNER (APA))

"Bisserl Stress, solche Sachen zu machen"
Von der zweifachen Kanu-Weltmeisterin Corinna Kuhnle gibt es eine Facebook-Fanseite und eine Homepage, der Inhalt wird sich aber in den kommenden Wochen eher wenig ändern. "Ich bin nicht so aktiv. Für mich bedeutet es fast ein bisserl Stress, solche Sachen zu machen", erklärte die Mitfavoritin auf eine Medaille. Auch der Moderne Fünfkämpfer Thomas Daniel hat mit Facebook wenig zu tun, die Fanseite betreibt seine Freundin. "Ich rede lieber von Angesicht zu Angesicht mit den Leuten."

Ähnlich sieht das Österreichs Olympia-Pater Bernhard Maier. Der Seelsorger bevorzugt die Kommunikation im direkten Gespräch, Konkurrenz der zwitschernden und im Computer- und Smartphone-Zeitalter allgegenwärtigen Netzwerke befürchtet er nicht. Maier: "Ich weiß, dass ich niemals durch einen Psychologen oder Facebook ersetzt werden kann."

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