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11.09.2012
Multimedia-Abzocke
Twitter verscherbelt Nutzerdaten der User
Der "gläserne" User ist für Werbekunden äußerst interessant (© dpa/Archivbild)
400 Millionen Tweets werden täglich weltweit von etwa 140 Millionen aktiven Usern gepostet. Darin findet sich so einiges über die Interessen der einzelnen Benutzer. Twitter möchte mit diesen Informationen künftig Geld verdienen. Und das funktioniert so:
Benutzer schreiben beispielsweise über Mode, Filme, Musik, Sport oder Politik. Sie folgen bestimmten Promis aus diesen Sparten oder geben ihre Interessen in ihrem Profil bekannt. Twitter wertet diese Informationen aus und kategorisiert ihre Absender in über 350 Kategorien. Möchte jemand dann beispielsweise einen Animationsfilm über Hunde promoten, kann er die Kategorien "Animation", "Cartoons" und "Hunde" auswählen und seine Werbung direkt an die entsprechenden User schicken. Benutzer sehen die Werbung dann in ihrer Timeline in Form von "Promoted Tweets" zwischen den normalen Nachrichten.
Außerdem können Werber bestimmte User auswählen, die sie für relevant halten. Twitter findet dann heraus, welche Benutzer ähnliche Interessen haben und adressiert die Werbung an eben diese. Weiterhin nicht möglich ist, Werbung direkt an die Follower bestimmter Benutzer zu senden.
Schmackhaft möchte der Konzern seinen Werbekunden diese Funktionen über den Preis machen: Auktionen für Promoted Tweets starten bei einem Cent. Gibt es für bestimmte Kategorien zeitgleich mehrere potenzielle Werber, bekommt jener den Zuschlag, der am meisten zu zahlen bereit ist und die passenden Interaktionsdaten hat.
Google und Facebook machen es schon lange
Twitter steigt mit der Auswertung von Nutzerdaten für Werbezwecke auf einen Zug auf, auf dem auch Internetriese Google und Konkurrent Facebook schon seit langem sitzen.
Österreicher interessiert Twitter wenig
In Österreich ist Twitter allerdings nach wie vor ein Randphänomen: Laut dem Social Media Radar der Agentur Digital Affairs gibt es 85.298 Accounts. Allerdings ist weniger als die Hälfte aktiv. Facebook zählt hingegen etwa 2,8 Mio. Accounts.
Entsprechend ist bezahlte Twitter-Werbung in Österreich "nicht rasend relevant", sagt Niko Alm, Geschäftsführer der Agentur Super-Fi, im Gespräch. Anstatt bezahlte Werbung zu schalten, versuchen Kunden selbst Accounts anzulegen und ein Netzwerk aufzubauen, so Alm. "Aber auch das geht schlecht in Österreich".
APA/red.
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