Rassismus, Pfusch, Erpessung

Adventmarkt-Kebab: Standler erhebt schwere Vorwürfe

Kebabstand auf Weihnachtsmarkt

Dieser Stand sorgte für Aufregung

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Hohe Wellen schlägt das Verbot eines Kebab-Standes am Mariazeller Adventmarkt. Nun wird es immer wilder: Im Gespräche mit "Heute.at" spricht ein Mitarbeiter des betroffenen Standes von Preisabsprachen des Veranstalters, Rassismus der Besucher, gängiger Schwarzarbeit am Markt und mehreren tausend Euro Schaden. Der Veranstalter dementiert.

Nur zwei Stunden war der Stand am beschaulichen Mariazeller Adventmarkt geöffnet, dann haben sich erzürnte Besucher über das Angebot. konkret den Kebab, beim Veranstalter beschwert.

Rassistische Kommentare
Der Mitarbeiter des betroffenen Standes ist sich sicher, den Grund zu kennen: "Nur weil ich Ausländer bin". Und der erzürnte Mann im Gespräch mit "Heute.at" weiter: "Ich bin seit vier Jahren hier, zahle meine Steuern in Mariazell, und trotzdem wollen mich die Leute nicht dabei haben". Besonders erschüttert ist der Standler ob der rassistischen Kommentare im Internet. "Sch... Auländer, Sch... Islamist war dort zu lesen, wie kann das sein?"
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Einen weiteren schweren Vorwurf erhebt er gegen den Veranstalter des Adventmarkts, Johann Kleinhofer. So soll dieser vergangenen Sonntag in der Pizzaria gewesen sein und den Betreiber unter Druck gesetzt haben, den Glühwein teurer zu machen. "Wir verkaufen den Glühwein um 1,50 Euro. Das war ihm zu billig. Das ist aber meine Sache, was geht ihn das an?", wundert sich der Mitarbeiter. 

Auf Nachfrage von "Heute.at" stellt Kleinhofer den Fall gänzlich anders dar: "Der Betrieber hat illegalerweise einen Punschstand mit Dumpingpreisen genau vor seinem Lokal aufgestellt. Obwohl das gegen die Marktordnung entspricht, wollten wir ihm aufgrund der unrühmlichen Kebabgeschichte einen Gefallen tun und ihn Punsch ausschenken lassen, dann aber bitte doch zu marküblichen Preisen."

"30 Prozent dort arbeiten schwarz"
Und der Kebabstandler, ein gebürtige Türke, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Marktbetreiber: "Mindestens 30 Prozent aller Beschäftigten dort arbeiten schwarz. Aber die Verantwortlichen werden noch von uns hören, wir werden Beschwerde beim Finanzamt einlegen" kündigt er rechtliche Schritte an.

Auch diesen Vorwurf weist Kleinhofer, zumindest was seinen eigenen Stände betrifft, aufs Schärfste zurück: "Ich bin im Advent der drittgrößte Arbeitgeber in Mariazell. Ich beschäftige bei 15 Ständen 70 Mitarbeiter, die alle angemeldet sind. Das kann ich alles beweisen. Was allerdings die anderen 85 Stände mit ihren Mitarbeitern machen, kann ich nicht genau sagen."

Wer zahlt den Schaden?
Auf dem Schaden der abgelaufenen Lebensmittel könnte der Standler jedenfalls sitzenbleiben. "Die Sachen sind schlecht geworden. Wir haben über 3.000 Euro in Lebensmittel investiert. Wer ersetzt mir jetzt diesen Schaden? Ich fordere Johann Kleinhofer dazu auf, mir den Schaden zu ersetzen."

"Das machen wir sicher nicht" kontert dieser im Gespräch mit "Heute.at". "Wir haben ihm die Standgebühr geschenkt und die Umbaumaßnahmen übernommen. Aber was kann ich dafür, wenn er mit Waren daherkommt, die er nicht verkaufen darf?"

 
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