Graz-Karlau

Häftling nähte sich in der Zelle den Mund zu

Häftling in Graz näht sich Mund zu

Der Häftling in Graz-Jakomini nähte sich den Mund zu (© Privat/Sabine Hertel/Heute.at-Montage)

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Häftling näht sich Mund zu

Häftling näht sich Mund zu

Drastischer Schritt eines Gefangenen in der berüchtigten Justizanstalt Graz-Karlau (Stmk.): Hanfbauer Georg Huß (44) nähte sich den Mund zu – und will so auf Missstände im Häfn hinweisen.

Mit offenen Mündern standen am Samstag die Zellenkumpane von Georg Huß neben ihm: Der 44-Jährige griff vor dem Spiegel seines Haftraum-Klos zu Nadel und Zwirn und fixierte damit seine Lippen. "Es geht nicht mehr anders. Unsere Situation ist einfach katastrophal", so ein Mitinsasse des zu vier Jahren verurteilten Cannabiszüchters.

Unter dem Motto "Wir lassen uns nicht mundtot machen" haben Häftlinge in der Karlau die Gefangenengewerkschaft gegründet: "Keine Essensgeldzulage mehr für arbeitende Insassen, zu wenig Pflegeartikel wie Seife oder Klopapier und Spott vom Personal sind nur drei Beispiele", so ein Mitstreiter.

Am Sonntag musste Huß zum Arzt – kopfschüttelnd untersuchte der Mediziner den Häftling, attestierte ihm guten Gesundheitszustand. Georg Huß hatte schon 2014 für Schlagzeilen gesorgt – wegen 750 Gramm "Gras" war der Hippie-Typ zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Bereits in Eisenstadt (Bgld.) war er deshalb in Hungerstreik getreten – Folge: Er wurde in den Hochsicherheitshäfn Karlau verlegt.

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