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Gäste drohen mit Hungerstreik

Steirisches Bordell wird zu Flüchtlingsheim

Bordell als Flüchtlingshaus

Bordell als Flüchtlingshaus: Die serbischen Asylwerber drohten mit Hungerstreik (© Homepage)

Ein erst Ende September geschlossenes Bordell im südsteirischen Weitendorf wurde kurzerhand zur Herberge von Flüchtlingen umfunktioniert, wie die "Kleine Zeitung" berichtet. Am Mittwoch kamen die ersten Asylwerber, darunter auch sieben Kinder. Die Gäste drohten bei ihrer Ankunft mit Hungerstreik - Kinder hätten in einem ehemaligen Bordell nichts verloren.

Das Haus, in das am Mittwoch zwei serbische Roma-Familien von der Asylbundesbetreuungsstelle in Bad Kreuzen (Oberösterreich) ins südsteirische Weitendorf gebracht wurden, liegt an der stark befahrenen Bundesstraße. Bis vor wenigen Tagen ging es hier noch heiß her.

Gäste drohen mit Hungerstreik
Die elf Asylwerber (darunter sieben teils noch minderjährige Kinder) sind die ersten von 50, die dort in den 20 laut Homepage "gänzlich neu und luxuriös ausgestatteten Appartements" untergebracht werden. Am Mittwoch drohten die Gäste laut "Kleine Zeitung" mit einem Sitz- und Hungerstreik: Es stinke, die Bettwäsche sei schmutzig, die großen Kinder müssten sich ein Bett teilen. Außerdem könne man Kinder nicht in einem Bordell unterbringen, so die Asylwerber.

Die Gastgeberin, die drei Mahlzeiten pro Tag stellen muss, erhält dafür 19 Euro pro Asylwerber und Tag. Bei 50 Personen wären dies rund 28.500 Euro im Monat.

Bürgermeister protestiert
Kritik kommt von Bürgermeister Franz Plasser (VP), der sich überrumpelt fühlt: Er wolle in der 1.500-Einwohner-Gemeinde nur drei Familien Asyl gewähren: "So kann man diese Menschen auch besser integrieren, etwa den Kindern einen Schul- oder Kindergartenplatz besorgen. Bei einer größeren Anzahl ist dies viel schwieriger", so Plasser im Gespräch mit Heute.at. Weil das Haus direkt an der Straße liegt, hätten die Familien außerdem dort keine zumutbare Aufenthaltsfläche. Plasser: "Das ist unmenschlich".

Zudem fehle ein offizieller Gemeindebeschluss, auch die Baubehörde sei nicht eingeweiht. Der Bürgermeister ortet in der Unterbringung einen Geschäftszweig: "Immerhin kassiert die Quartiergeberin täglich 19 Euro pro Nase."
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