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Gegen "Zwangsbejagung"

Tierschützer nehmen Österreichs Jäger ins Visier

Jäger

Der Verein gegen Tierfabriken nimmt die Jägerschaft ins Visier

Der Verein gegen Tierfabriken kämpft nicht nur gegen grausame Bedingungen in Schlachthäusern, sondern auch gegen die in Österreich angeblich vorherrschende "totale Zwangsbejagung". Für einen Präzedenzfall soll ein Kärntner Grundbesitzer sorgen, der einen Antrag bei der Bezirkshauptmannschaft eingebracht hat, der Jagen auf seinem Grundstück verbieten soll.

"Die Jägerschaft hält Österreich in einer eisernen Umklammerung, überall in den Landtagen haben sie ihre Lobbyisten sitzen. Auf europäischer Ebene längst entschieden, ist Österreich wieder einmal hinten nach", erklärte VGT-Obmann Martin Balluch den Standpunkt der Tierschützer.

Gang zum EGMR steht bevor
In Frankreich, Luxemburg und zuletzt im Jahr 2012 in Deutschland sei ein Ende der Zwangsbejagung über den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) erstritten worden. Nun soll die geltende Rechtsordnung auch hierzulande gekippt werden.

Ein Kärntner Grundbesitzer und Rechtsanwalt aus dem Bezirk Spittal hat am Dienstag  einen Antrag bei der Bezirkshauptmannschaft gestellt, wonach seine Besitzungen "jagdfrei" gestellt werden. Er argumentiert damit, dass die Wildpopulation durch die Jäger viel zu hoch gehalten werde und es ihm daher "trotz intensiver Aufforstungsbemühungen" bisher nicht gelungen sei, einen Jungwald heranzuziehen.

Keine Fütterungen und kein Schießen
Durch Fütterung und nicht regulierten Abschuss befinde sich insbesondere der Rehwildbestand auf "unnatürlich hohem Niveau", so der Antragsteller. Deshalb fordert der Kärntner die Wiederansiedlung von Wolf, Bär und Luchs "zur Kontrolle der Wildpopulation" sowie den Stopp jeglicher Fütterungsmaßnahmen. Zudem sollen auf seinen Grundstücken künftig keine Wildtiere mehr geschossen werden dürfen.

Helmut Schell, stellvertretender Leiter der Bezirkshauptmannschaft Spittal bestätigte den Fall. "Der Antrag wird jetzt geprüft, inhaltlich kann ich selbstverständlich nichts sagen, da es sich um ein laufenden Verfahren handelt", so Schell.

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