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12.12.2011
Verdächtige in Haft
Mord-Alarm in Graz: 67-Jährige tot in Wohnung
Die 67-jährige Pensionistin wurde tot in ihrer Wohnung entdeckt (© MARKUS LEODOLTER (www.picturedesk.com))
Mordalarm hat es am Montag in der Grazer Innenstadt in einem Mehrparteienhaus gegeben: Beamte fanden in einer der Wohnungen eine 67-jährige Frau, die schwerste Kopfverletzungen aufwies und wenig später starb. In der Wohnung befand sich auch eine verwirrte 46-jährige Frau, die laut Polizei unter Tatverdacht steht und festgenommen wurde. Die beiden dürften einander von einem gemeinsamen Aufenthalt in der Landesnervenklinik Sigmund Freud gekannt haben.
Eine Nachbarin hatte in den Morgenstunden verdächtige Geräusche im Stiegenhaus gehört und war nachsehen gegangen. Sie bemerkte, dass die Laute aus der Wohnung der 67-jährigen Mieterin kamen. Als sie klopfte und nach der Frau fragte, habe laut Polizei eine Frauenstimme geantwortet: "Ich kann die Tür nicht aufmachen." Daraufhin rief die Nachbarin gegen 6.30 Uhr die Einsatzkräfte.
Frau lag verletzt im Vorzimmer
Nachdem die Tür aufgebrochen worden war, entdeckten die Beamten im Vorzimmer der Wohnung die 67-Jährige mit schwersten Kopfverletzungen am Boden liegend. Der Notarzt versuchte noch knapp eine Stunde lang, die Frau zu reanimieren, hatte jedoch keinen Erfolg. Das Opfer wies "mehrere stumpfe Verletzungen im Schädelbereich" auf. Ob diese von Schlägen oder Stürzen stammen, soll eine Obduktion klären, so Andreas Dirnberger vom Landeskriminalamt Steiermark. In der Wohnung hielt sich auch die Bekannte des Opfers auf, die laut Polizei verwirrt wirkte. Sie wurde festgenommen.
Verdächtige telefonierte lange mit Sohn
Dirnberger meinte, dass die 46-Jährige in den Stunden davor mehrmals mit ihrem Sohn telefoniert hätte, um ihn zu bitten, sie bei der Wohnung in der Klosterwiesgasse abzuholen. Danach habe das spätere Opfer ihn angerufen und gemeint, dass sich eine Abholung erübrigt hätte. Kurze Zeit später dürfte es zu einem Streit und einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden Frauen gekommen sein. Da dem Sohn die ganze Sache seltsam vorgekommen sei, habe auch er die Polizei gerufen.
Ersten Ermittlungen zufolge kennen sich Opfer und Verdächtige von einem Aufenthalt in der Nervenklinik vor rund drei Jahren. Die 46-Jährige habe laut Dirnberger Suchtprobleme und sei deswegen in Behandlung. Eine Obduktion ergab als Todesursache ein Lungen- und Hirnödem, hervorgerufen durch mehrere Tritte gegen den Kopfbereich. Das Verhör der Verdächtigen gestaltete sich schwierig, laut dem Ermittler Harald Winkler machte die Frau widersprüchliche Angaben, gab aber einen Streit zu.
APA/red.
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