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14.12.2011

Erschreckende Jugendstudie

Jugend glaubt: Arme Leute sind faul

Jugendliche

(© Fotolia)

Was ist nur mit unseren Jungen los? Faulheit und Mangel an Willenskraft werden bei Österreichs Jugendlichen am häufigsten als Gründe für Armut in Österreich genannt. Und: Fremdenfeindlichkeit ist bei den Jugend weit verbreitet, wie aus einer aktuellen Studie hervorgeht. Eine zweite Studie zeigt: Umwelt- und Klimaschutz ist Österreichs Jugendlichen im internationalen Vergleich relativ unwichtig.

Wie eine aktuelle Umfrage des Instituts für Jugendkulturforschung unter 400 Jugendlichen zeigt, gilt für die meisten Befragten: Jeder ist seines Glückes Schmied. Faulheit und Mangel an Willenskraft werden am häufigsten als Gründe für Armut in Österreich genannt (36 Prozent). Ein Fünftel ist überzeugt, dass der Grund für Armut in der Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft liegt, 16 Prozent glauben dabei an einen unvermeidbaren Bestandteil des modernen Fortschritts.

Fremdenfeindlich
Erschreckend: Bei Jugendlichen ist Fremdenfeindlichkeit weit verbreitet. 43,6 Prozent der Befragten gaben an, dass in Österreich schon "viel zu viele Türken leben" würden. 40,5 Prozent meinen, dass für viele Zuwanderer die echten Österreicher ein minderwertiges Volk seien. 18,2 Prozent gaben an, dass die Juden nach wie vor zu viel Einfluss auf die Weltwirtschaft hätten und 11,2 Prozent glauben, dass Adolf Hitler für die Menschen auch viel Gutes getan hat.

Matura wichtig
Mehr als die Hälfte der Befragten (50,7 Prozent) ist davon überzeugt, "wer keine Matura hat, ist am Arbeitsmarkt heute nichts mehr wert". Für 39,8 Prozent ist gute Bezahlung wichtiger als die Selbstverwirklichung im Beruf. Auch ist ein sicherer Arbeitsplatz wichtiger als die berufliche Karriere (65,5 Prozent).

Männern ist Gehalt und Kleider wichtiger
Ein gutes Gehalt wird als Job-Perspektive von männlichen Jugendlichen solchen in Ausbildung ohne Matura höher bewertet, als von jungen Frauen und Bildungsnahen. Dass ein hohes Entgelt wichtig ist, dafür dürfte auch die Leidenschaft für teure Kleidung schuld sein. Markenkleidung ist für junge Männer jedoch deutlich wichtiger als für junge Frauen.

Ausgehen und Internet top
Die Jugendlichen wollen lieber ausgehen (64,3 Prozent) als zu Hause zu bleiben (18 Prozent), sie surfen lieber im Internet (61,8 Prozent) als in Büchern zu lesen (21,9 Prozent), fahren lieber Auto (53 Prozent) als mit dem Fahrrad (31,8 Prozent). Freizeit mit Freunden ist ebenfalls extrem wichtig (59 Prozent). Auch Musik ist in den Lebenswelten der 16- bis 19-Jährigen fest verankert.

Occupy was?
Für beide Geschlechter bedeutet soziale Gerechtigkeit vor allem Job-Chancen und die Möglichkeit zu sozialer Aufwärtsmobilität. 61 Prozent empfinden es als sozial gerecht, wenn alle Menschen in Österreich die gleichen Chancen haben, auf der sozialen Stufenleiter emporzusteigen, 59 Prozent, wenn alle die Chance haben, einen guten Job zu finden. Dafür können 59 % mit der Occupy-Bewegung nichts anfangen.

Umwelt- und Klimaschutz relativ egal
Aus einer weiteren Studie der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) unter 21- bis 30-Jährigen in ganz Europa geht hervor, dass den Wiener Jugendlichen Umwelt- Klimaschutz und Nachhaltigkeit relativ egal ist: Nur 53 Prozent sehen diese Anliegen als "sehr wichtig" an. Zum Vergleich: Für Jugendliche aus Trondheim (82 %), Barcelona (81 %) oder Hamburg (79 %) hat Umweltschutz einen höheren Stellenwert. Nur den Jungen in Warschau ist dieses Anliegen noch weniger wichtig (47 %).

Finanzkrise und Arbeitslosigkeit egal
Auch die Bewältigung der Finanzkrise und die Senkung der Arbeitslosigkeit als gesellschaftliche Herausforderungen ist den Wiener Jugendlichen im europäischen Vergleich laut HAW-Studie herzlich egal: Mit nur 48%, die die Bewältigung der Finanzkrise als "sehr wichtig" einstufen, bilden Wiener Junge das Schlusslicht. Die Arbeitslosigkeitsbewältigung sehen nur 49 % der Jungen als "sehr wichtige" Maßnahme (Barcelona: 81 %, Brüssel 76 %, Warschau 73 %, paris 69 %).

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2 Kommentare von unseren Lesern

0

holzer (54)
14.12.2011 15:54

nichts neues
warum sich erschrecken,die jugend ist so,wie sie erzogen wurden ist,in schule und elternhaus,und keine panik,es wird noch schlimmer,schaut unsere vorbilder(politiker) an,alles kein wunder,aber das leben geht weiter,oder ein knall kommt

1

siska (1377)
14.12.2011 19:09

Antwort auf nichts neues
es zeigt schon von großer oberflächlichkeit, allgemein zu denken und zu sagen, dass arme leute "nur faul" sind und sie deshalb als "looser" zu bezeichnen. nicht jeder hat das glück, in "pole position" geboren zu werden
(also als sohn oder tochter von "finanziell besser gestellten" leuten) und nicht jeder hat das glück, eine berufliche laufbahn einzuschlagen, die einem das nötige finanzielle polster bringt, das "man" ja heutzutage braucht, um sich jeden erdenklichen luxus leisten zu können. also - bitte runter vom "hohen ross" und mal gründlich nachgedacht! es könnte sich alles eines tages umkehren: die ersten werden dann die letzten sein!


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