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26.12.2011
Glemmtalerhof
Hotel im Pinzgau stand in Flammen
Das Hotel "Glemmtalerhof" wurde bei dem Brand schwer beschädigt (© APA)
Der verheerende Brand dürfte am Sonntag gegen 22:30 Uhr ausgebrochen sein. Zuerst brannte der Dachstuhl und der vierte Stock, dann breitete sich das Feuer weiter aus. Alle Gäste konnten sich ins Freie retten. Zwei Urlauber, Vater und Sohn, erlitten eine leichte Rauchgasvergiftung. "Sonst wurde niemand verletzt", zeigte sich Bezirkshauptmann-Stellvertreter Bernhard Gratz erleichtert.
Viele Gäste waren noch im Speisesaal
Als das Feuer ausbrach, saßen viele Urlauber noch beim Abendessen. Ein Hotelangestellter schlug Alarm. "Die Leute liefen durch den Speisesaal und riefen 'es brennt, es brennt'", schilderte ein Tourist. Die 141 Hotelgäste flüchteten ins Freie. Die Einsatzkräfte überprüften anhand einer Gästeliste, ob auch alle Personen das Haus verlassen hatten. Zwei Urlauber fehlten. Sie schliefen noch in ihrem Zimmer und mussten geweckt werden.
Die verschreckten Urlauber mussten nicht lange in der Kälte vor dem Haus stehen. Sie fanden im 50 Meter entfernten Luxushotel Alpine Palace eine Herberge. Dort wurde eine Sammelstelle eingerichtet, und von dort wurden die gestrandeten Touristen in weitere Beherbergungsbetriebe aufgeteilt. So leicht war das aber nicht in der Hochsaison.
Etwa 366 Feuerwehrleute von zahlreichen verschiedenen Feuerwehren aus dem Pinzgau und Pongau kämpften bisher gegen den Großbrand an. Am Vormittag waren die Feuerwehren noch damit beschäftigt, die letzten Glutnester in dem Holzdachstuhl zu löschen.
"Dürfte ein Totalschaden sein"
Das Vier-Sterne-Haus wird von der Frau des Salzburger FPÖ-Obmanns Karl Schnell geführt. Eine erste Bestandsaufnahme des Politikers zeigt das Ausmaß der Zerstörung: "Eine Katastrophe, es sieht schrecklich aus. Das dürfte ein Totalschaden sein", haderte Schnell in einer ersten Reaktion mit dem Schicksal. Er vermutet, dass die Sauna im Dachgeschoss den Brand ausgelöst hat.
Die Polizei bezifferte den Schaden an dem Gebäude mit mehreren Millionen Euro. "Alle Nebenhäuser, die fast auf Tuchfühlung zum Glemmtalerhof stehen - die Pension Silvester, das Hotel Dorfschmiede und das Hotel Gamshag - blieben zum Glück verschont. Die Wetterverhältnisse waren günstig, es gab keine Windeinflüsse", sagte Bürgermeister Peter Mitterer.
Bürgermeister tröstet Familie Schnell
Mitterer fand tröstende Worte für die betroffene Familie. "Wenn das Lebenswerk einer Familie zugrunde geht, ist das sehr hart. Das muss man erst realisieren, verkraften. Dann erst kann man sehen, wie es weiter geht. Das Problem ist auch der Verlust aller persönlichen Dinge. Bei uns am Land gibt es aber die Nachbarschaftshilfe, Freunde und Verwandte, die helfen."
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