Kälte-Bilanz Österreich

Kärntner erfroren, über 250 Tote in ganz Europa

Kärntner erfroren, über 250 Tote in ganz Europa

Bisher über 250 Kältetote in Europa (© APA/EPA)

Bisher über 250 Kältetote in Europa
Mehr als ein Dutzend Messstellen der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) registrierten in der Nacht auf Samstag Temperaturen von minus 25 Grad oder noch weniger.

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Am kältesten war es mit minus 28,6 Grad am Sonnblick in 3.100 Metern Seehöhe und mit minus 28,3 Grad in Seefeld. In dem Tiroler Wintersportort westlich von Innsbruck, an die 1.200 Meter hoch gelegen, waren bereits in der Nacht auf Freitag mit minus 22,9 Grad Rekordhalter unter den bewohnten Orten gewesen.

In Ehrwald, ebenfalls in Tirol, wurden in der vergangenen Nacht minus 26,3 Grad gemessen, in Tannheim minus 26,7, in Schoppernau minus 26,3 Grad und auf der Rudolfshütte minus 26,4 Grad.

+++ Rekord-Kälte am Wochenende +++
+++ 10.000 Salzburger ohne Heizung - bei -17 Grad +++


Die kältesten Landeshauptstädte waren Innsbruck und Salzburg: Dort wurden in der vergangenen Nacht jeweils 16,8 Grad registriert. In Bregenz sank die Temperatur auf 15,6 Grad. Eine im Vergleich dazu durchaus milde Nacht haben die Grazer hinter sich. In der steirischen Landeshauptstadt betrug der Tiefstwert "nur" auf minus 7,6 Grad. Die ÖBB öffnete sogar Bahnhöfe für Obdachlose.

Steiermark: Nach Sturz erfroren
In der Nacht auf Samstag erfror ein 66-jähriger Kärntner in der Obersteiermark nach einem Sturz: Der Tote wurde Samstag früh von einem Gemeindearbeiter auf dem Zufahrtsweg zu einer Wochenendhaussiedlung auf der Turracher Höhe (Bezirk Murau) gefunden. Alkoholisierung dürfte keine vorgelegen sein, so die Polizei.

Erst am Donnerstag hatte es einen ähnlichen Fall in Bad Radkersburg gegeben: Ein 50-jähriger Mann war nach einem Sturz unweit seiner Wohnung auf einem Schulhof erfroren. Eine 83-Jährige starb Mittwochnachmittag nach einem Sturz im Bezirk Neunkirchen.

Europaweite Kälterekorde
Die derzeitigen Rekord-Temperaturen halten ganz Europa im Griff: In Rumänien stieg am Samstag die Zahl der Erforenen auf 28, in Polen auf 45. In der Ukraine starben diesen Winter bereits 122 Menschen an Unterkühlung, vor allem Obdachlose. Die Zahl der Kältetoten stieg europaweit auf über 250.

Auch der Verkehr wird durch die Minusgrade teilweise lahmgelegt. In Italien blieben Züge stecken, Flüge mussten gestrichen werden. Fünf Menschen starben bereits. Auch in der Schweiz purzeln die Temperatur-Minusrekorde: Der Wetterdienst Meteomedia maß auf der Schwyzer Glattalp -34 Grad und SF Meteo kam auf der Alp Buffalora am Ofenpass auf eine Temperatur von -31,3 Grad.

In Teilen Serbiens und Kroatien herrscht Ausnahmezustand. Nach der völlig ungewöhnlichen Kältewelle mit 30 Zentimetern Schnee an der südlichen kroatischen Adria ist in Dalmatien der Notstand ausgerufen worden. Sogar in Nordafrika gab es in der Nacht zum Samstag in höheren Lagen der algerischen Hauptstadt Algier erstmals seit Jahren wieder heftigen Schneefall.

Frostzuschlag!
In Deutschland forderte die Gewerkschaft für Straßen-und Verkehrsbeschäftigte Frostzuschläge für Millionen Beschäftigte, die im Freien arbeiten müssen. Der Vorsitzende, Siegfried Damm, sagte der Bild: "Wir wollen tariflich durchsetzen, dass es ab 10 Grad Minus angemessene Kältezuschläge von bis zu 100 Euro pro Monat gibt." Denkbar wären beispielsweise "temperaturabhängige Tagespauschalen".

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