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28.02.2012

Gene analysiert

Ötzi hatte Borreliose und vertrug keine Milch

AUSSTELLUNG "20 JAHRE Ö…TZI" IN BOZEN

Ötzi: Braune Augen, braune Haare (© APA)

Eineinhalb Jahre lang tüftelten Wissenschafter über "Ötzis" Genen. Jetzt stellte sich heraus, dass der Mann aus dem Eis wahrscheinlich eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bekommen hätte, wäre er nicht so früh gestorben. Außerdem hatten ihn Zecken mit Borreliose infiziert und er vertrug keine Milch. Nachkommen gibt es heute wahrscheinlich keine mehr.

Weiters berichten die Forscher im Wissenschaftsjournal Nature Communications, dass Ötzi braune Augen und Haare sowie Blutgruppe 0 hatte. Überraschendes Ergebnis der Verwandtschaftsanalyse: Ötzi und die Menschen auf Sardinien und Korsika hatten gemeinsame Vorfahren.

AUSSTELLUNG "20 JAHRE ÖTZI" IN BOZEN

Die Probe aus dem Hüftknochen war in sehr gutem Zustand, freuten sich die Wissenschafter (© APA)

Nach 5000 Jahren Knochenprobe in gutem Zustand
1991 wurde "Ötzi" im Südtiroler Teil der Ötztaler Alpen entdeckten. Die Mumie ist über 5000 Jahre alt. Die Wissenschafter entnahmen eine Knochenprobe aus dem Becken. Das Team um Albert Zink, Leiter des EURAC-Instituts für Mumien und den Iceman in Bozen, Carsten Pusch vom Institut für Humangenetik der Universität Tübingen und den Bioinformatiker Andreas Keller von der Universität des Saarlands entschlüsselten im Jahr 2010 das Genom. Und zwar zu über 85 Prozent, wie Zink erklärte. Die DNA sei in sehr gutem Zustand gewesen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen schon vor 5000 Jahren
Die Ergebnisse der Genomanalyse zeigten eine genetische Veranlagung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beim Mann aus dem Eis. "Wir waren überrascht, dass es diese Veranlagung schon vor über 5000 Jahren gegeben hat und diese Erkrankungen keineswegs eine moderne Zivilisationserscheinung sind", sagte Zink. Frühere CT-Untersuchungen der Mumie zeigten bereits erste Symptome in Form einer Arterienverkalkung - und das obwohl Ötzi keinen heute bekannten Risikofaktoren wie Übergewicht oder Bewegungsmangel ausgesetzt war.

Zecken schon damals Gefahr für Menschen
Ebenso überraschend war es laut Zink, bei Ötzi noch eine Infektionskrankheit zu entdecken. Sie fanden im Genom vom Mann aus dem Eis Spuren von Borrelien (Borrelia burgdorferi). Diese von Zecken übertragenen Bakterien verursachen beim Menschen die Krankheit Lyme-Borreliose. Diese Spuren sollen nun mit modernen Erregerstämmen verglichen werden, um zu sehen, ob sie sich in mehr als 5000 Jahren stark verändert haben, sagte Zink.

AUSSTELLUNG "20 JAHRE ÖTZI" IN BOZEN

Ein interaktiver Bildschirm mit der Darstellung der mumifizierten Leiche des Ötzi (© APA)

"Ötzi" war Laktoseintolerant
Weitere Details, die die genetische Untersuchung enthüllte: Der Mann hatte braune Augen, braune Haare, Blutgruppe 0 und vertrug keine Milch. Denn Ötzi konnte keinen Milchzucker verdauen (Laktoseintoleranz).

Suche nach Ötzi-Nachkommen
Der Untersuchung zufolge hat Ötzi wahrscheinlich keine lebenden Nachfahren. Aus einer bestimmten Abfolge der DNA-Bausteine des Y-Chromosoms lassen sich die Verwandtschaftsverhältnisse der väterlichen Linie herauslesen. Es zeigte sich, dass Ötzis Haplogruppe (G2a4) heute in Europa nur mehr relativ selten ist und sich große Übereinstimmungen nur in abgelegenen Regionen, etwa bei der Bevölkerung in Sardinien und Korsika, finden.

Nachfahren vielleicht in isolierten Bergtälern
Ötzi, Sarden und Korsen hatten also offensichtlich gemeinsame Vorfahren. "Man weiß, dass Vorfahren von Menschen mit dieser Haplogruppe aus dem Nahen Osten eingewandert sind, dieser Typ aber im Laufe der Zeit durch andere Bevölkerungsgruppen ersetzt wurde und sich offensichtlich nur in entlegeneren Gebieten wie den Inseln gehalten hat", so Zink. Nun wollen die Wissenschafter in Südtirol verstärkt nach dieser Haplogruppe suchen. "Es kann schon sein, dass sich auch in isolierteren alpinen Regionen noch Gruppen finden, die vielleicht eine direktere Verwandtschaftslinie zu Ötzi haben", so Zink.

Evolutionär hat sich übrigens seit Ötzis Zeiten nicht viel getan. Vergleiche mit dem Genom des heutigen Menschen hätten keine Unterschied gezeigt, "dazu sind 5000 Jahre offensichtlich zu wenig", so Zink.

APA/Red.



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