Bezirksgericht Klagenfurt Österreich

Falscher Amoklauf - die Todesangst der Mitarbeiter

Falscher Amoklauf - die Todesangst der Mitarbeiter

Szene aus dem Gericht (Symbolbild) - die Mitarbeiter könnten noch längere Zeit an den Psychologischen Folgen laborieren, sagt ein Psychologe (© Fotolia)

Szene aus dem Gericht (Symbolbild) - die Mitarbeiter könnten noch längere Zeit an den Psychologischen Folgen laborieren
Szene aus dem Gericht (Symbolbild) - die Mitarbeiter könnten noch längere Zeit an den Psychologischen Folgen laborieren, sagt ein Psychologe

Schüsse, Schreie, Tote: Viele Mitarbeiter des Bezirksgerichts Klagenfurt stehen nach der unangekündigten Amoklauf-Übung vom Montag weiter unter Schock. Angehörige des verängstigten Gerichtspersonals berichten von der Todesangst ihrer Liebsten.

"Meine Frau war alleine in ihrem Büro und hörte plötzlich die Schüsse", schilderte der Ehemann einer Betroffenen der Kleinen Zeitung. "Sie hat die Türe zugesperrt, sich unter dem Tisch versteckt und mich angerufen. Sie war so aufgeregt, dass sie kaum Luft bekommen hat."

Durchs Telefon habe er Schüsse gehört, erzählt der Mann: "Als dann auch noch an der Bürotüre meiner Frau gerüttelt wurde, hat sie mit ihrem Leben abgeschlossen und gesagt, sie komme wohl nicht mehr nach Hause und sich bei mir verabschiedet."

Eine andere Mitarbeiterin habe laut dem oben zitierten Ehemann jene Polizistin gesehen, die ein Amoklauf-Opfer spielte und mit einem realistisch aussehenden Kopfschuss scheinbar tot im Gang lag. "Diese Mitarbeiterin war ebenfalls so geschockt, dass sie sich im Klo übergab und einsperrte."

Erst nach 45 Minuten wurde seitens der Polizei Entwarnung gegeben.

"Ist das nicht alles unmenschlich?"
Die Frage, die sich der Ehemann nun in der Kleinen Zeitung stellt, ist simpel: "Ist das nicht alles unmenschlich? Kann man nicht auf andere Art und Weise Sicherheitsmängel feststellen? Als damit, dass Menschen Blut schwitzen und um ihr Leben fürchten müssen?"

Aus Sicht der Behörden schon: Die Übung sei ihnen nicht kommuniziert worden, "weil angekündigte Übungen selten ernst genommen werden", so Gerichtssprecherin Martina Löbel zu Heute.at: "Das weiß ich von meiner Arbeit als Wasserrettungsmitglied."

Ziel sei gewesen, Sicherheitsmängel aufzudecken. "Einige Sicherheitslücken wurden auch ausgemacht, dazu kann ich aber nicht mehr sagen", so Löbl.

Den etwa 40 Personen, die sich zum Zeitpunkt der Übung im Gericht aufhielten, wurde psychologische Betreuung angeboten.

Lange psychologische Nachwirkungen befürchtet
Laut dem AVS-Psychologen Kurt Kurnig könnten die Opfer noch lange an den Folgen der nicht angekündigten Übung zu leiden: "Das sind Ängste, die sich weiterführen, oft wochenlang", so Kurnig gegenüber Radio Kärnten.


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2 Kommentare
franzi19 Newcomer (4)

Antworten Link Melden 0 am 03.03.2012 10:31

Das war ja wohl dümmer, als die Polizei erlaubt - oder erlauben sollte.
http://gedaunknsplitta.blog.de

oetzipeter Newcomer (1)

Antworten Link Melden 0 am 01.03.2012 18:00

Ich finde die Einsatzübung als voll in Ordnung, WARUM, bisher alle angemeldeten Einsatz-Alarm Übungen da gab es keine Überraschungen die nicht vorher geübt wurden, hier konnte man klar feststellen wo sich Schwachstellen befinden. Solche Übungen sollte es bei allen Organisationen geben. Ohne vor Information, dann kann man die richtige Mannschaftstärke feststellen.

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