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30.03.2012

Explosion bei Entschärfung

Faschingsmasken-Räuber überfiel Bank mit 4 Bomben

FASCHINGSMASKE

Mit dieser Maske hatte der Mann die Bank überfallen (© Polizei)

Ein Räuber, der am 10. Februar eine Bank im oststeirischen St. Kathrein am Hauenstein überfallen hatte und 14 Tage später geschnappt worden war, hatte laut Polizei vier funktionsfähige Sprengsätze bei sich. Der Mann überfiel das Geldinstitut mit einer aufgesetzten Faschingsmaske. Bei der Entschärfung einer Bombe kam es sogar zu einer Explosion.

Die Polizei war erst davon ausgegangen, dass es sich bei dem Gegenstand, den der 45-jährige Verdächtige beim Überfall getragen hatte, um ein Funkgerät bzw. eine Bombenattrappe gehandelt hatte.

Bei einer Suche nahe des Tatortes wurde nun am Dienstag u.a. dieser Sprengsatz gefunden, ebenso der zum Abtransport des Geldes verwendete Aluminiumkoffer. In letzterem explodierte bei der Entschärfung eine weitere Bombe, der aber nur den Koffer beschädigte.

Der Mann hatte kurz nach der Tat offenbar bei einem Waldstück gestoppt und die vier bei dem Coup verwendeten Sprengsätze teilweise entsichert und in einen Graben geworfen. Erst habe er keine Angaben dazu machen wollen, so Wolfgang Ofner vom Landeskriminalamt Steiermark.

Bomben einfach in den Wald geworfen
Da die Ermittler in seinem Haus aber Bauteile zur Herstellung von Sprengvorrichtungen vorfanden, nicht aber den Aluminiumkoffer und die Bombenattrappe, wurde der Mann erneut befragt. "Wir haben ihm nahegelegt, uns den Ort zu nennen, denn es könnten ja auch Unbeteiligte durch die Sprengsätze zu Schaden kommen. Da hat er uns den Graben am Alpl genannt."

Bei der Bergung des Koffers konnte ein Sprengsatz entschärft und geborgen werden, einer detonierte aber beim Versuch, die Bombe unschädlich zu machen. Verletzt wurde niemand. Der Mann hatte sie durchaus professionell vorbereitet: Beim Überfall hatte er zwei mit Böllerpulver gefüllte Sprengsätze und einen Zeitzünder mit Sicherungsstift um den Hals gehängt. Die Bomben waren mit je 70 Gramm Böllerpulver gefüllt.

Verbindung zu Banküberfall aus 1997?
Die Kriminalisten waren sich am Freitag sicher, dem Mann einen weiteren Banküberfall - auf die Raiffeisenbank in Weitendorf bei Wildon an 19. Februar 1997 nachweisen zu können: "Wie bei der Tat in St. Kathrein hatte der damalige Täter zwei Billigfahrzeuge gekauft, beim Überfall eine Faschingsmaske und einen elektronischen Bauteil verwendet und ein Fluchtfahrzeug mit Brandbeschleuniger in Flammen aufgehen lassen." Zu dieser Tat habe sich 45-Jährige aber trotz belastender Zeugenaussagen nicht geständig gezeigt, so Ofner.


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