Heute im Brennpunkt: Alpine-Insolvenz | Hitze
Lade Login-Box.
|
01.04.2012
Trotz voller Gefängnisse
Weniger Fußfesseln ausgeteilt als geplant
Bisher kommt die elektronische Fußfessel nur selten zum Einsatz (© Picturedesk)
In den Gesetzes-Erläuterungen hielt Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (V) 2008 "durchgehend 300 Personen pro Jahr" und damit eine "saldierte Ersparnis" von 1,119.820 Euro für "vertretbar". Angesichts der hohen U-Häftlingszahlen hatte sie sich auch für den Einsatz der elektronischen Fußfessel bei U-Häftlingen stark gemacht. Namhafte Praktiker zweifelten schon damals an der Sinnhaftigkeit - weil mit Fußfesseln die Verdunkelungs- oder Tatbegehungsgefahr nicht gebannt würde.
Am stärksten zum Einsatz kommt die elektronische Fußfessel noch in der "Frontdoor"-Variante: 118 der gesamt 156 Hausarreste wurden sofort bei der Verurteilung angetreten. Aus bestehender Haft in den Hausarrest (Backdoor-Variante) kamen nur 38 Fälle. Dies dürfte daran liegen, dass die Voraussetzungen für die Fußfessel denen für Freigänger ähnlich sind - und in den Gefängnissen auch Strukturen für Freigänger (z.B. eigene Abteilungen) bestehen, meint der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser zu diesem Ergebnis seiner parlamentarischen Anfrage.
Er hält die elektronische Fußfessel für ein "sehr gutes Instrument". Und fordert das Justizministerium daher auf, "nachzubessern", damit es stärker zum Einsatz kommt. Denn die gesetzten Ziele der Einsparungen und der Entlastung der Haftanstalten würden derzeit noch verfehlt.
Zur Entlastung der Haftanstalten war schon 2008 die bedingte Entlassung erleichtert, gemeinnützige Arbeit statt kurzen Ersatzfreiheitsstrafen und die Abschiebung ausländischer Straftäter nach halber Haft ermöglicht worden. Auf die Anzahl der Häftlinge hat sich das nur vorübergehend ausgewirkt: Vom Höchststand 8.944 im Jahr 2007 sank sie 2008 auf 8.282, um dann kontinuierlich wieder anzusteigen. Mit Ende 2011 wies das Justizministerium wieder 8.924 Straf-, U- und sonstige Häftlinge aus.
Dabei wurde z.B. das Instrument der gemeinnützigen Leistung statt Ersatzfreiheitsstrafe durchaus angenommen: 3.562 Zuweisungen gab es 2011 - wesentlich mehr als die 1.415 angetretenen Ersatzfreiheitsstrafen. Die bedingten Entlassungen sind 2008 massiv angestiegen, vor allem die neue Variante "nach Hälfte der Strafe" hat aber wieder an Bedeutung verloren. Nach halber Strafe wurden 2011 624 Verurteilte entlassen, insgesamt gab es 2.481 bedingte Entlassungen. Zur vorzeitigen Entlassung ausländischer Straftäter mit Aufenthaltsverbot kam es 432 mal.
Das Problem der übervollen Haftanstalten besteht nach wie vor vor allem in Wien und Niederösterreich. Am stärksten unter Überbelag leidet weiterhin die Wiener Justizanstalt Josefstadt: 1.148 Insassen müssen auf 990 Haftplätzen untergebracht werden, das ist eine Auslastung von 116 Prozent.
APA/red
Verwandte Artikel
Night Stalker
"Völlig unlogisch"
Sprung aus S-Bahn
Von Gefängnis-Wärtern geschnappt
An Stromschlag
Wegen Schlepperei
Gefängnis-Ausbruch Schweiz
Nach Messerattacke
Wegen Steuerhinterziehung
Team ging nach Hause
Kein Klo, keine Zahnbürste
Banden-Mitglieder
Enthüllungsbuch
Spektakuläre Flucht
Meagan Simmons (27)
Raubmordversuch an Prostituierter
Jetzt unter Hausarrest
Flucht dauerte nur 19 Minuten
"I bring di um"
Urteil in Kuwait
Opfer von Polizeiskandal
Tödliche Faustschläge
Täter müssen in Haft
Bedingt entlassen
Nachbarn fühlen sich gestört
In Koffer versteckt
Widerstand gegen Polizei
Alkohol am Steuer
Internet-Umfrage
Schwere Verbrennungen
Ungelegener Anruf
Gefängnis-Sozialarbeiter
Reptilien-Schmuggler
Haftentlassung
Gar nicht vornehm
"Schwere Folter
Nach Brand in Brasilien
Keine Lösung in Sicht
Gefährliche Drohung
Antrag auf bedingte Entlassung
In Polizeigewahrsam
Rippenbrüche
Rang 4 der Häf'n-Charts
Konferenz mit FPÖ
Prozess in Deutschland
Sie wollten Autogramme
E-Mails und PCs angezapft
Bei Beförderung übergangen
Neun & fünf Jahre Haft
LokalesHeute
TopHeute
Top gelesen |
7 Tage |
Top kommentiert |
MeinungHeute
Ted wird geladen, bitte warten...
LokalesVideoHeute
Impressum | AGB | Presse | Mediadaten | Kontakt