Zum Sex gezwungen Österreich

15-jährige Prostituierte hatte behördliche Erlaubnis

15-jährige Prostituierte hatte behördliche Erlaubnis

Ermittel wird nun offenbar auch gegen den Bordellbesitzer - es sei zu überprüfen, ob man von einem gefälschten Ausweis nichts wissen könne, so die Staatsanwaltschaft (© Fotolia)

Prostitution
Ermittel wird nun offenbar auch gegen den Bordellbesitzer - es sei zu überprüfen, ob man von einem gefälschten Ausweis nichts wissen könne, so die Staatsanwaltschaft
Eine erst 15 Jahre alte Rumänin, die in Klagenfurt zur Prostitution gezwungen und von der Polizei befreit worden war, hat laut einem Bericht der Kärntner Tageszeitung eine behördliche Arbeitserlaubnis als Prostituierte und auch einen sogenannten "Deckel" gehabt.

"Das Mädchen hatte einen sehr gut gefälschten Ausweis", bestätigte Polizeisprecher Rainer Dionisio. Der Bordellbesitzer sagte zur Zeitung: "Wir wussten nicht, dass der Ausweis gefälscht war." Die junge Rumänin wurde laut der Rotlichtgröße zum Magistrat geschickt, "wo ihr problemlos ein Gesundheitsbuch ausgestellt wurde. Auch bei der Polizei war sie", hso der Mann.

+++ 15-Jährige musste in Klagenfurt "anschaffen" +++

Von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, der ein Anlassbericht der Polizei vorliegt, hieß es am Dienstag, es werde "Ermittlungen gegen alle in Betracht kommenden Verdächtigen geben" - also wohl auch gegen den Bordellbesitzer und nicht nur gegen Menschenhändler, welche die Rumänin Anfang März nach Österreich gebracht hatten. Es sei etwa zu überprüfen, ob man von einem gefälschten Ausweis nichts wissen könne, sagte Staatsanwaltschaftssprecherin Gabriele Lutschounig.

Leidensweg begann in Graz
Die Klagenfurter Anklagebehörde überprüft derzeit allerdings auch die grundsätzliche örtliche Zuständigkeit. "Wir gehen davon aus, dass Graz zuständig ist", erklärte Lutschounig. Dem Vernehmen nach begann das Martyrium der Teenagerin in einem Bordell in der steirischen Landeshauptstadt.

Haftbefehle wurden laut der Staatsanwaltschaft bisher jedenfalls keine ausgestellt. Die Kriminalpolizei arbeite mit ihren rumänischen Kollegen zusammen. Umfangreiche Ermittlungen stünden an. Für die Anmeldung zur ersten amtsärztlichen Untersuchung von Prostituierten ist laut Gesundheitsamt Klagenfurt ein gültiger Reisepass notwendig.

"Bei einer Befragung werden Daten aufgenommen und auch die Nummer des Passes vermerkt", sagte die Leiterin des Amtsärztlichen Dienstes, Birgit Trattler. Dabei werde auch der Vorname kontrolliert, ein Schwindel mit einem Pass einer älteren Schwester sei daher unrealistisch.

"Ich habe keine Idee dazu", sagte Trattler auf die Frage, wie eine 15-Jährige zur Prostitution zugelassen werden könne. "Ich kann mir nicht erklären wie das passiert sein kann." Von der Polizei habe es noch keine Anfrage dazu beim Gesundheitsamt gegeben. "Bei Mädchen, die sehr jung ausschauen, kontrollieren wir nochmals."

Nach der ersten Untersuchung erhält die Prostituierte ein Buch als Ausweis, in dem die weiteren wöchentlichen Untersuchungen vermerkt werden müssen. "Der Polizei melden wir immer, wer bei der Untersuchung war", so Trattler. Grundsätzlich werde mit der Exekutive eng zusammengearbeitet. Im Februar-Schnitt waren in Klagenfurt 125 Frauen offiziell als Prostituierte tätig.

Bei großen Events - Stichwort Beach-Volleyball-Turnier und GTI-Treffen - sind es bis zu 180. "Das ist auch ein irrer Tourismus", sagte Trattler. Die Frauen würden "zur Abwechslung" auch durch ganz Österreich geschickt - beispielsweise drei Tage Klagenfurt, drei Tage Salzburg, "dann ist die Chance auf Kunden größer". 2011 wurden vom Amtsarzt in Klagenfurt 6.495 Abstriche und 3.750 Blutuntersuchungen bei Prostituierten durchgeführt.


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