Tierschützer auf Barrikaden Österreich

Krähen werden zum Abschuss freigegeben

Krähen

Frei für den Abschuss: die Saatkrähe.

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Frei für den Abschuss: die Saatkrähe.

Die Krähen richteten heuer im Burgenland einen Rekord-Schaden an: Biobauern rechnen wegen der gefräßigen Vögel heuer mit rund einem Drittel weniger Ertrag. Jetzt hat das Land das ansich geschützte, schwarze Gefider zum Abschuss freigegeben.

Im Seewinkel, im Bereich der Parndorfer Platte und im Wulkabecken rechnen die Biobauern heuer mit rund einem Drittel weniger Ertrag. In Pamhagen haben die Saatkrähen bereits einen großen Teil der Weizenkeimlinge gefressen, die Felder der Biobauern weisen zahlreiche nackte Stellen auf, so auch jenes von Erich Leyrer aus Pamhagen. „Die Plage ist heuer in einem Ausmaß, wie es noch nie da wa", jammert der Biobauer.

Schreckschüsse, Alupapier und Luftballons funktionierten als Abschreckung nicht wirklich und waren zu teuer. Die Förderung der Vogelvergrämung hat das Land rund 80.000 Euro gekostet.

Abschuss genehmigt
Heuer soll es jedoch den Krähen „an den Kragen gehen“. Einem Antrag der Bio Austria, dem Verband der Biobauern, wurde vom Land stattgegeben. Und das, obwohl es sich um eine europaweit geschützte Tierart handelt. Laut Bescheid des Amtes für Natur- und Umweltschutz dürfen in genau festgelegten Gemeinden aufgrund einer Ausnahmeregelung rund 900 Saatkrähen abgeschossen werden. Auch in der Steiermark greift man zu dieser Maßnahme.

Protest von Tierschützern
Protest kommt von Tierschützern und den Vogelexperten von Birdlife Österreich: Sie kritisieren die hohe Zahl der erlaubten Abschüsse ausgerechnet zur Brutzeit der Vögel. Auch VIER PFOTEN ist entsetzt: „Die Frage ist, ob hier tatsächlich das gesamte Potenzial an Vergrämungsmaßnahmen ausgeschöpft wurde“, so Helmut Dungler , Geschäftsführer von VIER PFOTEN. Die Tierschutzorganisation verlangt Transparenz: Es müsse offengelegt werden, wie sich die Ernteschäden-Zahlen der Biobauern tatsächlich aufschlüsseln. „Wir bezweifeln stark, dass hier die Saatkrähe die alleinige Ursache ist“.


 


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