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15.06.2012

9 Verdächtige in Haft

Illegaler Autohandel: 12 Mio. € Steuern hinterzogen

Autos Pkw

Der mutmaßliche Haupttäter sitzt schaffte während der Gerichtsverhandlung weiter Autos illegal ins Land (© Fotolia/Symbolbild)

In der Steiermark ist ein schwunghafter illegaler Handel mit aus Deutschland importierten Fahrzeugen von Finanz und Polizei aufgedeckt worden, wie die Sicherheitsdirektion Steiermark am Freitag mitteilte. Der Schaden an hinterzogenen Steuern und Abgaben beläuft sich auf mindestens zwölf Millionen Euro.

Neun Männer und Frauen waren an dem Geschäft mit rund 1.000 Kfz aus Deutschland beteiligt, darunter auch drei bekannte steirische Autohändler. Sie sollen die Pkw mit Aufpreis weiterverkauft haben. Der mutmaßliche Haupttäter wurde bereits - nicht rechtskräftig - verurteilt, er hat laut Polizei noch während des Prozesses auf kriminelle Weise weitergehandelt.

Mit Scheinfirmen und gefälschten Dokumenten hatte ein 42-jähriger Steirer - der mutmaßliche Haupttäter - den Anschein legaler Importe erweckt. Dank der "richtigen Nase" eines Finanzprüfers flogen 2010 im Zuge einer routinemäßigen Kontrolle bei einer steirischen Firma die Machenschaften auf. Der Beamte stieß auf Belege für Kfz-Käufe, die sich als Scheinrechnungen erwiesen.

Insgesamt 33 Hausdurchsuchungen
Im März 2012 wurden schließlich neun Personen im Alter zwischen 28 und 42 Jahren vorläufig festgenommen. Bei insgesamt 33 Hausdurchsuchungen - davon 24 gleichzeitig - stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial und beim Haupttäter einen hochpreisigen Sportwagen sicher.

Der 42-Jährige hatte mit Scheinfirmen und gefälschten Unterlagen seit 2007 die Überstellung von rund 1.000 Pkw zumeist der Marken VW, BMW und Audi in die Steiermark organisiert. Der Wert der Autos lag zumeist zwischen 20.000 und 30.000 Euro, es handelte sich um Neu-oder Jahreswagen. Für den Schriftverkehr war die Lebensgefährtin des Steirers, eine 39-jährige slowakische Pflegehelferin, zuständig.

Umsatzsteuer und Normverbrauchsabgabe in die eigene Tasche
Die Überstellung der Autos, die Herstellung der gefälschten Unterlagen und die Errichtung von Scheinfirmen übernahmen weitere Komplizen. Die nicht entrichtete Umsatzsteuer und die verringerte Normverbrauchsabgabe (Nova) kassierte der 42-Jährige bar. Dadurch war es für die Ermittler sehr schwierig, dem Mann etwas nachzuweisen. Die Pkw selbst wurden an drei bekannte steirische Autohändler geliefert, denen die Herkunft der Fahrzeuge und die Praktiken des Haupttäters laut Polizei bekannt waren.

Der verdächtige Haupttäter wurde am Dienstag nach einem seit 2011 laufenden Verfahren wegen gewerbsmäßiger Steuerhinterziehung zu einer unbedingten Haft von zwölf Monaten und zu einer Finanzstrafe in Höhe von 1,4 Millionen Euro oder 14 Monaten Ersatzfreiheitsstrafe verurteilt. Die Urteile gegen ihn und die ebenfalls auf der Anklagebank befindliche Slowakin sind nicht rechtskräftig. Der 42-Jährige blieb allerdings in U-Haft, da er während des Prozesses auf freiem Fuß war und munter weiter Autos nach dem selben Modus Operandi importiert hatte, so die Ermittler.

Millionen-Schaden auch während Verfahrens verursacht
"Er fühlte sich sehr sicher und hat bisher keinerlei Einsicht gezeigt. Er war auch nicht geständig", sagte ein Kriminalist. Allem Anschein nach dürfte in dem Zeitraum während des Verfahrens ebenfalls ein Millionen-Schaden entstanden sein. Hier sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Allen Beteiligten stehen noch weitere Verfahren wegen gewerbsmäßigen Betruges, gewerbsmäßiger Steuerhinterziehung und Abgabenhinterziehung ins Haus.

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