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03.07.2012
Durch Mure gefahren
Unwetter lässt Güterzug in Steiermark entgleisen
+++ Gewitter sorgen für dreckiges Trinkwasser +++
Der Zwischenfall hat sich nach Angaben der ÖBB gegen 17.00 Uhr auf der nur für Güterverkehr genutzten Strecke Zeltweg - Wolfsberg bei Obdach ereignet. Die beiden vorgespannten Loks durchquerten die Mure praktisch unbeschadet, der zweite und dritte Waggon - von insgesamt neun Waggons - sprangen aus den Schienen und kippten um.
+++ Unwetterwarnung für Teile Österreichs +++
20 Feuerwehren des Bezirks Murtal waren zwischen Obdach und Weißkirchen im Einsatz. Der Granitzenbach war an mehreren Stellen aus den Ufern getreten. In Amering bei Obdach war ein Teil des Ortes überschwemmt. Laut Landeswarnzentrale waren binnen eineinhalb Stunden 177 Liter Niederschlag gemessen worden.
In Weißkirchen wurde Zivilschutzalarm gegeben, wie Kurt Kalcher, Leiter des Katastrophenschutzreferats berichtete. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, in den Häusern zu bleiben. Die Einsatzkräfte waren mit dem Auspumpen von Kellern und der Beseitigung von Verklausungen beschäftigt. Der Ameringer Bürgermeister Peter Bacher meinte im ORF Steiermark, es habe sich um ein "Jahrhundert-Unwetter" gehandelt. Eine Person habe sich gerade noch aus einer Garage in Sicherheit bringen, ehe diese weggerissen worden sei. Der Ort Amering war zeitweise abgeschnitten und konnte von den angeforderten Hilfskräften über die Bundesstraße nicht erreicht werden.
Zahlreiche Überflutungen
In Bischoffeld wurden nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos zahlreiche Keller und ein Wirtschaftsgebäude überflutet. In Knittelfeld kam es in Zusammenhang mit dem Unwetter auf der S 36 Murtalschnellstraße zu einem Verkehrsunfall, in St. Margarethen wurde ein Schwimmbad von den Schlammmassen sowie mehrere Keller überflutet. Auch in Graz und Umgebung haben Starkregen und Hagelschlag zu Schäden und kleinräumigen Überflutungen geführt. Um Graz und im Süden und im Südwesten der Steiermark gab es teilweise bis zu vier Zentimeter große Hagelschloßen.
Unwetter über Wien (© Leser-Reporter M.Widlinski)
Das Unwetter dauert weiter an und gefährdet auch andere Teile Österreichs. Es zieht von der Steiermark Richtung Nordosten weiter und soll auch Wien - allerdings in abgeschwächter Form - treffen. Gegen 21 Uhr waren die ersten Blitze über der Bundeshauptstadt zu sehen.
Die Gewitter schwächen erst im Laufe der Nacht ab. Schwer getroffen haben die Unwetter auch Kärnten, wo eine Warnung herausgegeben wurde. Betroffen sind die Gebiete im Nordosten Kärntens, vor allem der Bereich Wolfsberg, wo bereits gegen 17 Uhr starke Gewitter niedergingen.
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